Titelaufnahme

Titel
Naturkrise und Einheitsmetaphysik
VerfasserBehmann, Mathias
Begutachter / BegutachterinErnst, Werner ; Pallaver, Günther
Betreuer / BetreuerinErnst, Werner
Erschienen2016
HochschulschriftInnsbruck, Univ., Diss., 2016
Anmerkung
Arbeit an der Bibliothek noch nicht eingelangt - Daten nicht geprüft
Datum der AbgabeFebruar 2016
SpracheDeutsch
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (DE)Naturphilosophie / Geschichtsphilosophie / Transzendentalphilosophie / Metaphysik / Ontologie / Fundamentalontologie / Substanzontologie / Kritische Patriarchatstheorie / Patriarchat / Kapitalismus / Kapitalismuskritik / Kritik der Moderne / Technikkritik / Naturkrise / Zivilisationskrise / Zivilisationspolitik / Metatheorie / Transzendenz / Gott / Substanz / Subjekt-Objekt / Martin Heidegger / Giordano Bruno / René Descartes / Immanuel Kant
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die Arbeit bezweckt den Ausbau der sog. „Kritischen Patriarchatstheorie“ zu einer transdisziplinären „Metatheorie“ im Sinne eines philosophisch fundierten „Narrativs“ über die Dynamik der abendländischen Patriarchatsgeschichte. Unter expliziter Bezugnahme auf die Philosophiegeschichte des Abendlandes werden die beiden „Grundsäulen“ der „Kritischen Patriarchatstheorie“ in Gestalt der „Matriarchalen Naturphilosophie“ sowie der „Patriarchatskritischen Geschichtsphilosophie“ vorgestellt. Aufgabe der Matriarchalen Naturphilosophie ist es, den Naturprozess, der vom vor-weltlichen Absoluten bis zum einzelnen, hervorgebrachten Besonderen führt, als einen durchgängig matri-archalen Vorgang bzw. als „Ereignis“ (Heidegger) nachzuzeichnen, das als permanenter Geburten- und Wiedergeburtenzyklus verschiedener Instanzen des „Mütterlichen“ zu begreifen wäre. Die Patriarchatskritische Geschichtsphilosophie hingegen kümmert sich darum, den Entwicklungsprozess des abendländischen Patriarchats als degenerative Zerfallsgeschichte zu dechiffrieren, der es in mehreren Phasen darum geht, die im Rahmen der Matriarchalen Naturphilosophie explizierte Naturauffassung nicht nur zu leugnen, sondern jeweils so zurechtzumanipulieren, wie es insbesondere die mit Beginn der Neuzeit möglich gewordene maschinentechnische Naturtransformation zum Zwecke ihrer eigenen Legitimation erforderlich gemacht hat. Die Matriarchale Naturphilosophie wird im Rahmen einer Auseinandersetzung mit dem Renaissancephilosophen Giordano Bruno und seinem metaphysischen Hauptwerk „De la causa, principio et uno“ expliziert. Das darin zum Ausdruck gelangende Naturverständnis könnte uns heute, so die These, aus dem modernen, naturwissenschaftlich geprägten Naturverständnis, wie es als legitimatorische Basis dem neuzeitlichen Naturbemächtigungsprojekt und damit dem antagonistischen Naturverhältnis der patriarchalen Gesellschaftsordnung in Gestalt des „kapitalistischen Patriarchats“ zugrunde liegt, herausführen bzw. die (Wieder)Entstehung eines lebensfreundlicheren Naturverhältnisses anregen. Die Patriarchatskritische Geschichtsphilosophie wird im Rahmen einer kritischen Auseinandersetzung mit Martin Heidegger dargestellt, dessen spätes, seinsgeschichtliches Denken bereits eine voll ausformulierte Geschichtsphilosophie bietet, die in durchaus bemerkenswerter Parallele zur patriarchatskritischen Haltung die gesamte abendländische Entwicklungsgeschichte insofern kritisch beleuchtet, als sie diese nicht als Höherentwicklung, sondern als degenerative Tendenz ausweist, deren negativer Höhepunkt die technische Welteinrichtung der Moderne darstellt.