Titelaufnahme

Titel
"Non sono le pareti rigide che fanno del luogo in cui viviamo una casa" : Erkundungen des Raums in der postkolonialen Erzählliteratur Italiens / vorgelegt von: Mag. phil. Maria Kirchmair
Weitere Titel
"Non sono le pareti rigide che fanno del luogo in cui viviamo una casa" : exploring space in Italian postcolonial novels
VerfasserKirchmair, Maria
Begutachter / BegutachterinMertz-Baumgartner, Birgit ; Schrader, Sabine
GutachterMertz-Baumgartner, Birgit ; Schrader, Sabine
ErschienenInnsbruck, Februar 2016
Umfang250 Blätter : Illustrationen
HochschulschriftUniversität Innsbruck, Dissertation, 2016
Anmerkung
Abweichender Titel laut Übersetzung der Verfasserin
Datum der AbgabeFebruar 2016
SpracheDeutsch
Bibl. ReferenzOeBB
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (DE)Italien / Somalia, Äthiopien, Eritrea, Libyen / Post/Kolonialismus / Raum und Raumwahrnehmung / Bewegung / Identitätstransformation / Exil, Diaspora, Migration / Postkoloniale Gegenwartsliteratur Italiens / Gabriella Ghermandi / Regina di fiori e di perle / Garane Garane / Il latte è buono / Cristina Ubax Ali Farah / Madre piccola / Igiaba Scego / Oltre Babilonia / Wu Ming 2/Antar Mohamed Marincola / Timira / Mario Domenichelli / Lugemalé
Schlagwörter (GND)Italien / Postkoloniale Literatur / Raum <Motiv>
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Zusammenfassung (Deutsch)

In einem berühmt gewordenen Zitat seines einflussreichen Textes 'Von anderen Räumen' umreißt Michel Foucault unsere Epoche als "Zeitalter des Raums, [] der Gleichzeitigkeit, des Aneinanderreihens, des Nahen und Fernen, des Nebeneinander und des Zerstreuten" (Foucault 1967/1984). Die Welt lässt sich im 21. Jahrhundert eher als Netz erfassen. 'Raum' bietet sich somit in Form von Relationen der Lage dar, die im globalen Spannungsfeld von Nähe und Ferne unterschiedlichste Elemente in Beziehung setzen. Solche Konstellationen werden vor allem in der zeitgenössischen postkolonialen Literatur ausgelotet, die besonders geeignet scheint, verschiedene Räume aufeinander zu beziehen und hegemoniale Raumdiskurse umzuschreiben.

Die vorliegende Dissertation untersucht ein repräsentatives Textkorpus der seit 2005 in Italien veröffentlichten postkolonialen Erzählliteratur. Die Texte thematisieren nicht nur den italienischen Kolonialismus in Äthiopien, Somalia, Eritrea und Libyen, hinterfragen somit eurozentristische Geschichtsversionen, sondern nehmen darüber hinaus den Zusammenhang zwischen 'Raum', Bewegung und Identität im Kontext von Migrations- und Globalisierungsprozessen der Gegenwart in den Blick. Die Romane erzählen transnationale Geschichten von (ehemaligen) Kolonisierten, postkolonialen MigrantInnen oder politischen Flüchtlingen und schildern die fragilen und widersprüchlichen Beziehungen zu Italien, das die gemeinsame Geschichte häufig zu vergessen scheint, die Suche nach Orten und nach einem immer auch anderswo gefühlten Selbst. Exil, Flucht, Diaspora und Migration bilden ebenso wie Grenzen und Grenzüberschreitungen zentrale Topoi dieser Narrationen. Es handelt sich um eine Literatur auf der ständigen Suche nach eigenen Fluchtlinien, die sich sozusagen von den 'Rändern' des Machtdiskurses in der Sprache des 'Zentrums' äußert, um sich literarisch und politisch Gehör zu verschaffen; dabei verknüpfen die AutorInnen individuelle Identitätsfragen mit politischer Kritik und kollektiver Verantwortung.

Zusammenfassung (Englisch)

Colonial past in Italy has been repressed from collective awareness, national history writing and political responsibility for decades. It was not until the 1980s and to an increased extent since the 1990s that a more complex stage of colonial memory has been entered. And from that time numerous literary texts on the topic of colonial past have been published.

Postcolonial literary texts take an active part in the process of negotiating memory hegemonies by creating a counternarrative of history and memory which calls into question, deconstructs or rewrites existing versions of the colonial past and consequently shifts historical images, value structures and borders between self and other. As a key concern this doctoral thesis examines how postcolonial novels are able to counteract and to rewrite Italian post/colonialism and how they possibly change the mainstream memory culture. The complex relationship between 'space' and 'identity' produced by Italys colonial history and its impacts on postcolonial societies are analysed. Boundaries and crossing boundaries form an interface with the topic of 'identity' and the quest for 'identity' through movement in space is a repeated theme in the novels. Many protagonists live in postcolonial migrant or diaspora situations and represent not only the interwoven histories between Italy and its former colonies (Eritrea, Ethiopia, Somalia, Libya) but also symbolise the shifting boundaries of todays world.