Titelaufnahme

Titel
Modellentwicklung zur Diagnose und Förderung von Menschen mit intellektueller Behinderung und Verhaltensauffälligkeiten / Mohamed Taktak
VerfasserTaktak, Mohamed
Begutachter / BegutachterinMartin, Burtscher
GutachterGünther, Mitterbauer
Erschienen2015
UmfangXVIII, 254 Bl. : zahlr. Ill., graph. Darst.
HochschulschriftInnsbruck, Univ., Diss., 2015
Datum der AbgabeJanuar 2016
SpracheDeutsch
Bibl. ReferenzOeBB
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (DE)Verhaltensauffälligkeiten / Menschen mit intellektueller Behinderung / Diagnostik / Förderung / Therapieformen / Fördermodell / Einflussfaktoren / Leistung / Psychomotorik / psychisch / sozial / Motivation / Emotion / kognitive / psychische Grundbedürfnisse
Schlagwörter (GND)Geistige Behinderung / Verhaltensstörung / Sonderpädagogische Diagnostik / Psychomotorische Therapie / Therapieerfolg
Zugriffsbeschränkung
 Das Dokument ist ausschließlich in gedruckter Form in der Bibliothek vorhanden.
Links
Nachweis
Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Tendenz zu immer weiter um sich greifenden Verhaltensauffälligkeiten bei Menschen mit intellektueller Behinderung führte schließlich zur Erkenntnis, dass sich Diagnostik und Förderinterventionen in einer Krise befinden. Die Frage nach der Ursache für das Scheitern bisher gewählter Therapieformen lässt sich mit dem geringen Praxisbezug und ihrer unzureichenden wissenschaftlichen Absicherung beantworten . Die Nichterfüllung wissenschaftlicher Gütekriterien liegt einerseits in der Tatsache des komplexen Phänomens von Verhaltensauffälligkeiten begründet, welche ein schwer zu verstehendes Phänomen darstellen.

In vorliegender Dissertation wurde im Rahmen einer auf drei Jahre ausgelegten Langzeitstudie ein Diagnose- und Fördermodell für Verhaltensauffälligkeiten von Menschen mit intellektueller Behinderung entwickelt.

Analysiert wurden die Einflussfaktoren von Verhaltensauffälligkeiten auf sozialer, psychischer und der Leistungsebene von Menschen mit intellektueller Behinderung. Darauf aufbauend wurde ein psychomotorisch orientiertes Fördermodell entwickelt. Von den insgesamt 45 Probanden erhielten 24 in der Experimentalgruppe gezielte Fördermaßnahmen, die Kontrollgruppe nahm lediglich an den üblichen Turnstunden teil, begleitend wurden Messungen der körperlichen Basiskompetenzen vorgenommen.

Die Untersuchungen ergaben folgende relevante Informationen: Die Faktoren Angst, Aufmerksamkeitsdefizit und Einzelgängertum weisen die höchsten Ausprägungswerte im Hinblick auf die Entstehung von Verhaltensauffälligkeiten innerhalb der Probandengruppe auf.

Die Überprüfung des postulierten Zusammenhangs zwischen psychischen, sozialen und Leistungsauffälligkeiten ergab signifikante Relationen in allen Bereichen und die höchste Korrelation zwischen psychischen Verhaltensauffälligkeiten und sozialen Aspekten. Angst als am stärksten ausgeprägtes Verhaltensmerkmal tritt dabei als Ursache für emotionale, kognitive und soziale Problematiken der Betroffenen auf.

Die weitere Analyse der Auswirkungen des Diagnosemodells und Förderprogramms ergab für beide Geschlechter gleichermaßen eine deutliche Reduktion der Verhaltensauffälligkeiten bei Personen der Experimentalgruppe, die auch nach einer längeren Unterbrechung der Fördermaßnahmen zum Großteil stabil bleibt. Auch eine positive Veränderung der motorischen Basiskompetenzen nach Ablauf des Förderprogramms konnte nachgewiesen werden. Der Zusammenhang zwischen den körperlichen Kompetenzen und dem Grad der Verhaltensauffälligkeit ist sehr begrenzt und nur für den sozialen Bereich zumindest teilweise nachweisbar.