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Titelaufnahme

Titel
Der dokumentarische Propagandafilm im Nationalsozialismus : am Beispiel von Leni Riefenstahls "Triumph des Willens" und "Olympia" zur didaktischen Umsetzung in Geschichte, Sozialkunde und Politische Bildung / eingereicht von Sandra Köhle
VerfasserKöhle, Sandra
Begutachter / BegutachterinSchreiber, Horst
Erschienen2015
Umfang158 S.
HochschulschriftInnsbruck, Univ., Dipl.-Arb., 2015
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter Triumph des Willens / Olympia <Film, 1938>
Schlagwörter (GND)Riefenstahl, Leni / Propagandafilm
URNurn:nbn:at:at-ubi:1-3146 Persistent Identifier (URN)
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Der dokumentarische Propagandafilm im Nationalsozialismus [1.55 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Dem Medium Film wird heute, wie vor 70 Jahren, eine besondere Bedeutung zugemessen unabhängig davon, ob Spiel-, Dokumentar-, oder Propagandafilm, trägt der Film eine Intention und Wirkungskraft in sich, von der sowohl die heutige Geschichtsdidaktik weiß, als auch vor wenigen Jahrzehnten das Propagandaministerium der Nationalsozialisten wusste. Aus der Perspektive der politischen Bildung im Geschichtsunterricht bieten Riefenstahls Filme wertvolle Einblicke in politische Intentionen und Propagandavorhaben der NS-Führung daraus ergibt sich für SchülerInnen die Herausforderung, die Botschaft des Filmes zu erkennen und zu analysieren auf welche Weise diese vermittelt bzw. welche Aspekte bewusst ausgeblendet wurden. Dies setzt die Kenntnis grundlegender Methoden und Arbeitstechniken voraus, die eine lebensnahe Auseinandersetzung mit politischen Themen und dargebotenen Informationen ermöglichen soll. Die Kompetenzen, die die Arbeit mit Propagandafilmen vermitteln will, reichen von der kritischen Filmbildung, die den Film als objektives Medium entmythologisieren, bis zum souveränen und kritischen Umgang mit Medien. Die vorliegende Diplomarbeit erläutert die historischen Gegebenheiten kurz vor und zur Zeit des Nationalsozialismus, die für die Themenentwicklung relevant sind. Der Fokus liegt auf der Verstaatlichung des Filmwesens zu einem zentral steuerbaren Propagandaapparat und dem Medium Film im NS-Staat. Weiteres gibt dieser Teil der Arbeit einen tiefen Einblick in die Propagandaziele des Regimes, Erläuterungen zum Stellenwert von Leni Riefenstahls Propagandafilme, sowie zum unpolitischen Spielfilm Jud Süß von Veit Harlan. Ferner werden die relevantesten Daten über Leni Riefenstahls Biographie aufgegriffen , um nachvollziehbar zu machen, wie es zum Aufstieg innerhalb des Dritten Reiches kommen konnte und warum Hitler bereits seit 1932 als Förderer der Reichsfilmregisseurin gilt. Die Filmbeispiele Triumph des Willens (Parteitagsfilm) und Olympia. Fest der Völker / Fest der Schönheit (Dokumentarfilme) stellen den Schwerpunkt der Arbeit dar. Dabei werden jeweils relevante Aspekte, wie Auftraggeber, beabsichtigte Intention, Filmentstehung, Realitätsbezug und Deutungsmöglichkeit beleuchtet. Eine analytische Zusammenfassung beider Filmbeispiele folgt anhand einer Ausführung über Riefenstahls Innovationen in der Filmästhetik und ihrer Symbolkraft im NS-Staat. Sandra Köhle legt einerseits Riefenstahls Leben und Wirken ab 1940/41 und nach Kriegsende dar und setzt sich andererseits mit ihrem Entnazifizierungsprozess und Umgang mit der NS-Zeit auseinander. Im Zuge dessen wird ihre Umstrittenheit bis an ihr Lebensende diskutiert und ein kritischer Blick auf ihre Karriere als Fotografin geworfen. Der letzte Teil dieser Diplomarbeit widmet sich der didaktischen Umsetzung im Fach Geschichte, Sozialkunde und Politische Bildung, insbesondere dem Dokumentar- und Propagandafilm als Bildungsmittel und Vermittlungsform. Methodische Überlegungen, ein konkreter Unterrichtsvorschlag und Materialien schließen das Thema ab.