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Titelaufnahme

Titel
Fischökologische Studie im Bereich der neuen Rheinmündung : Artenspektrum, Lebensraumnutzung und Reproduktion
VerfasserWeiß, Fabian
Begutachter / BegutachterinFüreder, Leopold
Betreuer / BetreuerinFüreder, Leopold
Erschienen2015
Umfang91
HochschulschriftInnsbruck, Univ., Masterarb., 2015
Anmerkung
Arbeit an der Bibliothek noch nicht eingelangt - Daten nicht geprüft
Datum der AbgabeOktober 2015
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (DE)Fischlebensraum / Reproduktion / Seitengerinne / saisonal überstaute Flächen
Schlagwörter (EN)fish habitat / reproduction / side stream / seasonally flooded areas
URNurn:nbn:at:at-ubi:1-2950 Persistent Identifier (URN)
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 Das Werk ist frei verfügbar
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Fischökologische Studie im Bereich der neuen Rheinmündung [3.72 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Der Unterlauf des Alpenrheins weist aufgrund seiner starken Regulierung einen sehr niedrigen Fischbestand auf. Die diversen Studien der letzten Jahre umfassten den Hauptfluss und die größeren Zubringer, jedoch nicht die beiden kleinen Seitengerinne im Bereich der Neuen Rheinmündung. So ist nur wenig über deren fischökologische Funktion bekannt.

Mit der gegenständlichen Studie wurde versucht, das Potential solcher vom Grundwasser gespeisten Gewässer mit angrenzenden, saisonal überstauten Flächen als (Teil-) Lebensraum und Reproduktionsgewässer für Fische zu bestätigen.

Dazu wurden in den Jahren 2013 und 2014 die Seitengerinne in morphologisch und hydrologisch unterscheidbare Abschnitte unterteilt und mit verschiedenen Fangmethoden (Elektrobefischung, Reusen und Netzen) befischt. Dabei konzentrierten sich die Erhebungen auf das orographisch links vom Rhein verlaufende Gerinne.

Die verschiedenen Abschnitte des untersuchten Gewässers ermöglichen aufgrund der hohen Habitatvielfalt und der guten Vernetzung mit Rhein und Bodensee das Vorkommen eines breiten Artenspektrums: 22 Fischarten, davon 17 heimische, wurden nachgewiesen. Die hohe Anzahl gefangener Individuen ist einerseits auf den großen Befischungsaufwand zurück zu führen, andererseits ein Zeichen für die Eignung des Untersuchungsgebiets als Fischlebensraum und Reproduktionsgewässer, besonders für Kleinfischarten. Diese tragen neben dem Döbel Squalius cephalus zur hohen Abundanz im Seitengerinne bei, wobei in der vegetationsreichen Befischungsstrecke die Fischbiomasse signifikant größer war als in der strukturarmen Probestrecke. Da von Klein- und Jungfischen noch kleinste Versteckmöglichkeiten genutzt werden, konnte bezüglich der Abundanz kein signifikanter Unterschied zwischen der dicht bewachsenen und der fast gänzlich vegetationslosen Fließstrecke festgestellt werden.

Das Seitengerinne mit seinen angrenzenden, saisonal überstauten Fläche zeigt, welches enorme Potential Kleingewässer als Fischlebensraum und Reproduktionsort haben können. Die fischökologische Bedeutung des Untersuchungsgebiets könnte durch das Schaffen von zusätzlichen Strukturen noch wesentlich gesteigert werden. Zudem bieten zukünftige Ausbauprojekte am Alpenrhein die Möglichkeit weitere Seitengerinne anzulegen. Diese könnten einen wichtigen Beitrag zur Steigerung der Fischbiomasse und dichte im Hauptgewässer leisten.

Zusammenfassung (Englisch)

The lower course of the Alpine Rhine Alpenrhein is strongly regulated. This is the main reason for its relatively low fish stock. In recent years, several studies on the main stream and its greater tributary rivers were conducted. However, there is still little knowledge on the fishecological function of the two small side streams near the mouth of the Lake of Constance.

This study has been carried out to verify the potential of such groundwater recharged tributaries with seasonally flooded areas as fish habitat and reproduction space.

To this end, the researched channels were divided into morphological and hydrological areas. The investigation focused on the area that is situated orographically left of the Rhine. In 2013 and 2014, several methods (electric fishing, fyke nets and gill nets) were used for fishing.

Due to the studied areas high habitat diversity and its good connection with the Rhine as well as with the Lake of Constance, a wide range of different species 22 fish species, whereof 17 are native ones could be found. The large number of caught individuals is on the one hand the result of the immense fishing effort and on the other hand a sign for the channels suitability as fish habitat and reproduction water, especially for small fish species. These small species and the Chub Squalius cephalus are the reason for the high abundance in the side channel. The fish biomass is significantly higher in the well-structured section than in the unstructured one. Since small and juvenile fish can use small hiding places, too, the abundance in the section with high vegetation coverage does not differ significantly from the one in the unstructured stage.

This proves the enormous potential of such water bodies as fish and reproduction habitats. The fish-ecological significance of the side channels and the flood plains could be further increased by establishing additional structures. Moreover, future development projects offer a great chance to install further small tributaries. This would contribute substantially to the augmentation of fish biomass and abundance in the main stream (Rhine).