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Titelaufnahme

Titel
Einfluss des elektronischen Medienkonsums auf die sportmotorische Leistungsfähigkeit Tiroler Volksschüler / von Pirmin Pramstaller
VerfasserPramstaller, Pirmin
Begutachter / BegutachterinRuedl, Gerhard
Erschienen2015
Umfang72 Bl. : graph. Darst.
HochschulschriftInnsbruck, Univ., Dipl.-Arb., 2015
Datum der AbgabeNovember 2015
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)sportmotorische Leistungsfähigkeit / DMT / Volksschule / elektronische Medien / Medienkonsum / motorische Fähigkeiten / Fernsehen / Einflussfaktoren / Primarstufe
Schlagwörter (GND)Tirol / Kind <6-7 Jahre> / Medienkonsum / Elektronische Medien / Motorische Fähigkeit
URNurn:nbn:at:at-ubi:1-3074 Persistent Identifier (URN)
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Einfluss des elektronischen Medienkonsums auf die sportmotorische Leistungsfähigkeit Tiroler Volksschüler [0.62 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Hintergrund: Durch die rasante technologische Entwicklung steigt der elektronische Medienkonsum vor allem im Kindes- und Jugendalter stetig an. Immer früher und immer häufiger verwenden Kinder moderne Formen elektronischer Medien.

Zielsetzung: Das Ziel dieser Studie war es, die Art und das Ausmaß des elektronischen Medienkonsums von Tiroler Volksschülern der ersten Schulstufe zu erheben, potenzielle Einflussfaktoren auf den elektronischen Medienkonsum zu eruieren und den Einfluss des elektronischen Medienkonsums auf die sportmotorische Leistungsfähigkeit der Volksschüler zu untersuchen.

Methodik: An 14 Tiroler Volkschulen wurden im Zeitraum Oktober 2014 bis Jänner 2015 insgesamt 397 Schüler mittels des Deutschen Motorik-Tests 6-18 getestet und anthropometrische sowie sozial-gesellschaftliche Daten durch einen standardisierten Fragebogen erhoben. Mittels univariatem Chi-Quadrat-Tests wurden potenzielle Einflussfaktoren wie Übergewicht, der Besitz eines Smartphones, Internetzugang zu Hause, das zeitliche Ausmaß der Bewegung im Freien, die Sportvereinstätigkeit sowie die Sportaktivität der Eltern auf den elektronischen Medienkonsum untersucht. Durch den T-Test für unabhängige Stichproben sowie den Mann-Whitney-U-Test wurden Unterschiede in der sportmotorischen Leistungsfähigkeit zwischen den Kategorien des elektronischen Medienkonsums untersucht.

Ergebnisse: Jedes vierte Kind (27,2%) besaß einen TV/PC/Spielekonsole im eigenen Schlafzimmer und 93,7% der Kinder nutzten elektronische Medien bis zu 2 Stunden täglich. Es konnten keine geschlechtsspezifischen Unterschiede hinsichtlich des elektronischen Medienkonsums gefunden werden. Übergewicht, der Besitz eines Smartphones, Bewegung im Freien an weniger als 5 Tagen pro Woche und eine unregelmäßige Sportaktivität der Mutter sind signifikante Einflussfaktoren auf den Besitz eines elektronischen Mediums im eigenen Kinderzimmer. Übergewicht, Internetzugang zu Hause, Bewegung im Freien an weniger als 5 Tagen pro Woche und eine unregelmäßige Sportaktivität beider Elternteile sind signifikante Einflussfaktoren für erhöhten täglichen Medienkonsum über 2 Stunden pro Tag. Hinsichtlich der sportmotorischen Leistungsfähigkeit konnten signifikante Leistungsunterschiede zwischen Kindern mit und ohne elektronischem Medium im Kinderzimmer für den Z-Gesamtwert (102,3 vs. 103,9; p = 0,01), für den Z-Wert beim Liegestütz-Test (104,7 vs. 107,9; p = 0,05) sowie beim Standweitsprung (99,7 vs. 101,6; p = 0,04) gezeigt werden. Zwischen Kindern, die bis zu 2 Stunden oder mehr als 2 Stunden täglich mit elektronischen Medien verbringen, zeigte sich ein signifikanter Leistungsunterschied beim Z-Gesamtwert (103,7 vs. 101,1; p = 0,05). Kinder, die kein Smartphone besitzen, erreichten beim 6-Minuten Lauf signifikant höhere Z-Werte (100,8 vs. 97,3; p = 0,01).

Schlussfolgerung: Das Auftreten von Übergewicht, Bewegung im Freien an weniger als 5 Tagen pro Woche sowie eine unregelmäßige Sportaktivität der Mutter haben einen signifikanten Einfluss auf die elektronische Medienausstattung in den Kinderzimmern der Volksschüler. In Bezug auf die tägliche Nutzungsdauer elektronischer Medien stellen Übergewicht, Internetzugang zu Hause, Bewegung im Freien an weniger als 5 Tagen pro Woche und eine unregelmäßige Sportaktivität beider Elternteile signifikante Einflussfaktoren dar. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass der elektronische Medienkonsum einen wesentlichen Einfluss auf die sportmotorische Leistungsfähigkeit von Tiroler Volksschülern der ersten Schulstufe ausübt. Deshalb sollte von Seiten der Eltern in Zukunft vermehrt darauf geachtet werden, dass Kinder möglichst kein elektronisches Medium im eigenen Kinderzimmer besitzen, den elektronischen Medienkonsum auf höchstens 1 Stunde pro Tag zu beschränken und ein eigenes Smartphone möglichst spät zu erwerben.