Titelaufnahme

Titel
Image Based Architecture : Fotografie und Entwerfen
VerfasserReinfeld, Philipp
Betreuer / BetreuerinLootsma, Bart ; Karch, Matthias
ErschienenInnsbruck, 2015
Umfang628 Seiten : Illustrationen
HochschulschriftInnsbruck, Univ., Dissertation, 2015
Datum der AbgabeNovember 2015
SpracheDeutsch
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (DE)Abstraktion / Actioncam / Amateurfotografie / Aperspektive / architectural design / architecture / architektonisches Entwerfen / Architektur / Architekturtheorie / Arena auf Schalke / Bart Lootsma / Bild / Bildanthropologie / Bildtheorie / Bildwissenschaft / computer vision / Deixis / Delirious New York / Die helle Kammer / Entwurfsmethodik / Ephemer / Erwin Panofsky / Familienähnlichkeit / Fotografie / Fotopologie / geometrische Optik / Georama / Google Earth / image / image studies / Image-Based-Modelling / Image-Based-Rendering / Imagination / Immersion / Indexikalität / Institut für mediales Entwerfen / Institute of Media and Design / Intentionalität / Kompositfotografie / Maschinelles Sehen / Matthias Karch / Moviemap / Multiperspektive / Mustererkennung / Panoptikum / Panorama / perspective / Perspektive / Phänomenologie / Photogrammetrie / photography / Photosynth / picture / Pierre Bourdieus / Potsdamer Platz / Raum / Raumtheorie / Raumwissenschaft / Rem Koolhaas / Roland Barthes / Sight-Seeing / space / spatial / Stereoskopie / Street View / Structure from Motion / TU-Braunschweig / Universität Innsbruck / Vilém Flusser / Virtual Globes / Visual Words / Zuständlichkeit
Schlagwörter (GND)Architektur / Raum / Bauentwurf / Architekturfotografie
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Zusammenfassung (Deutsch)

In nahezu allen Bereichen des urbanen Lebens lässt sich eine steigende Relevanz medial vermittelter Bilder ausmachen. In den meisten dieser Bilder werden in Anwendung neuzeitlicher Perspektiv-Verfahren tiefenräumliche Zusammenhänge in der Fläche eines Bildes systematisiert zur Anschauung gebracht. Seitdem die, diese Perspektivregeln automatisiert umsetzende Fototechnik, im Smartphone zum festen Bestandteil des wichtigsten Kommunikationsgeräts heutiger Zeit geworden ist, erhält das digitale fotografische Bild eine erweiterte Bedeutung und Funktionalität gegenüber seiner tradierten Wirkungsweise in der professionellen Berufsfotografie oder der seit dem Ende des 19. Jahrhunderts sich entwickelnden analogen Amateurfotografie. In gleicher Weise wie frühere Formen bildlich-perspektivischer Raumrepräsentationen Einfluss hatten auf die Konstitution räumlicher Gestaltgebung, beginnen auch die neuen fotografischen „Bildwelten“ die Architekturproduktion im Sinn eines Übersprungs bildlicher Logik in räumliche Materialisierungen spezifisch zu bestimmen.

Der sich ändernde fotografische Zugang zur Welt zielt heute weniger auf eine repräsentative Bezeugung etwas vormals Geschehendem, als vielmehr auf eine Veräußerung eigenen Handelns im „Hier“ und „Jetzt“. Als Digitalbildern ist diesen Fotos eine besondere Ambiguität eingeschrieben, in der die sichtbare Anschauung nur als Spezialfall möglicher anderer Zustände zu verstehen ist. Das digitale Foto vermittelt zwischen der Repräsentation einer zeitlich fixierten Konstellation und deren möglicher Überschreitung.

Als Medium scheint die Fotografie für eine Verwendung im Kontext architektonischen Entwerfens prädestiniert zu sein, als hier ebenfalls in Kenntnis und Reflexion auf bestehende Randbedingungen („den Bestand“) neue „Zuständlichkeiten“ eines Ortes zu entwickeln sind.

Weil in der heutigen Aufnahmepraxis das „Was“ fotografischer Erscheinung gegenüber dem „Wie“ ihrer Entstehung und Verwendung immer mehr in den Hintergrund zu rücken scheint, ist auch die Frage nach möglichen raumbildenden Rückkopplungen dieser Bilder in gleicher Weise auf die Frage zu fokussieren, wie die heutige fotografische Bildpraxis für das architektonische Entwerfen nutzbar gemacht werden kann. Die vorliegende Untersuchung wird daher flankiert von einer Vielzahl beispielhafter, im Rahmen einer forschenden Lehre von Studierenden der Architektur erarbeiteten Entwurfsprojekte, in denen der systematische Umgang mit fotografischen Bildwelten jeweils im Zentrum der entwurflichen Bearbeitung steht.

Zusammenfassung (Englisch)

In almost all areas of urban live an increasing relevance of media transmitted images, can be detected. In most of these images spatial conditions are systematically brought out in the two dimensional surface of the picture by means of the implementation of modern methods of perspective. The photo-technique, which automatically applies these rules of perspective, is a standard component of smartphones, the most important communication tool of the todays world. As a result of this the digital photo has shifted its meaning compared with either the traditional functionality of professional photography or the analog amateur photography that developed towards the end of the 19th century. In the same way that earlier forms of pictorial perspectives of spatial presentations influenced the constitution of spatial formations, the new photo world is starting to influence the architectural production by way of bringing pictorial logic into the materialization of spatial logic.

The changing photographic relationship with the world today is aimed less at a representative verification of something that has taken place in the past, but instead is meant to express actions of individuals in the here and now. The use of the digital media to take such photos introduces even more of an ambiguity, in which the visible view should be understood as a specific case of various other possible situations. The digital photo connects the representation of a constellation fixed in time and its possible transgressions.

Photography as medium appears thus predestined to be used in the context of architectural design, since architecture also demands the development of new configurations of a location based on knowledge and reflection of existing conditions.

In todays practice of taking photos the ‘what of photographic appearances has become less important in contrast to the ‘how of taking and using photos. Therefore the question of possible feedback from photos to spatial structures should also focus on the development of methods for architectural design that are intentionally affected by todays photographic practice. This research is therefore accompanied by a variety of exemplary design projects from architectural students, in which the systematic treatment of the photographical picture-worlds stands in the centre of the approaches.