Titelaufnahme

Titel
Magnetic resonance imaging as diagnostic tool for the assessment of cerebral maturation and brain injury in very preterm infants / by Vera Neubauer
VerfasserNeubauer, Vera
GutachterKiechl-Kohlendorfer, Ursula
Erschienen2015
Umfang74 Bl. : Ill., graph. Darst.
HochschulschriftInnsbruck, Med. Univ., Diss., 2015
Anmerkung
Zsfassung in dt. Sprache
Datum der AbgabeSeptember 2015
SpracheEnglisch
Bibl. ReferenzOeBB
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (DE)Magnetresonanztomographie / Frühgeboren / Hirnschädigung / Hirnentwicklung / Entwicklungsneurologie
Schlagwörter (GND)Frühgeborenes / Hirnschädigung / Hirnfunktion / Kernspintomografie
Zugriffsbeschränkung
 Das Dokument ist ausschließlich in gedruckter Form in der Bibliothek vorhanden.
Links
Nachweis
Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Fortschritte in der perinatalen Versorgung haben zu einer Verbesserung der Überlebensraten bei Frühgeborenen geführt, doch ein vergleichbar positiver Einfluss auf die langfristige Entwicklung dieser Kinder ist bisher ausgeblieben. Daher wird intensiv nach prognostischen Faktoren für schlechtes entwicklungsneurologisches Outcome bei Frühgeborenen gesucht. Neonatale Magnetresonanztomographie (MRT) ermöglicht eine genaue Beurteilung bestimmter Aspekte der Hirnschädigung und eine Darstellung der postnatalen Hirnreifung bei Frühgeborenen. Ziel dieser Studie war es, eine unselektierte, „zeitgemäße“ Kohorte von Frühgeborenen <32 Schwangerschaftswochen mittels MRT am errechneten Geburtstermin zu untersuchen um so Art und Verteilung von zerebralen Auffälligkeiten in dieser Population zu charakterisieren. Weitere Ziele waren es neonatale Risikofaktoren für Hirnschädigung zu identifizieren und den Zusammenhang der zerebralen Auffälligkeiten mit dem entwicklungsneurologischen Outcome zu untersuchen.

Patienten & Methoden: Daten für alle Frühgeborenen <32 Schwangerschaftswochen, die zwischen Oktober 2010 und Februar 2015 in Tirol geboren wurden, wurden prospektiv aufgenommen. Alle Kinder wurden mittels MRT am errechneten Geburtstermin untersucht. Die MRT-Bilder wurden mittels standardisierter Auswertungsschemata bezüglich Hirnschädigung und reifung beurteilt. Zusätzlich wurden Zusammenhänge zwischen den zerebralen Auffälligkeiten und neonatalen Risikofaktoren bzw. dem entwicklungsneurologischem Outcome im Alter von 12 und 24 Monaten untersucht.

Ergebnisse: Es wurden 245 Kinder in die Studie eingeschlossen. Mittels MRT zeigte sich bei 24.1% aller Kinder eine Hirnschädigung. Am häufigsten wurde die Diagnose einer intraventrikulären Blutung (15.5%) gestellt, eine Schädigung der weißen Substanz bzw. eine Kleinhirnblutung zeigte sich bei 7.8% bzw. 6.9% aller Kinder. Die Rate an zerebraler Schädigung war in der Kohorte der extrem unreifen Kinder mit niedrigem Geburtsgewicht am höchsten. Kinder mit Hirnschädigung wiesen im Alter von 12 und 24 Monaten wesentlich häufiger eine motorische oder mentale Entwicklungsverzögerung auf als Kinder ohne zerebrale Auffälligkeiten.

Diskussion & Konklusion: Diese Studie bietet eine umfassende Darstellung über die Art und Verteilung von zerebralen Auffälligkeiten, die mittels MRT am errechneten Geburtstermin in einer zeitgemäßen Kohorte bei Frühgeborenen <32 Wochen diagnostiziert werden können. Die MRT-Bilder zeigen ein weites Spektrum an Hirnschädigung und veränderten Reifungsprozessen im unreifen Gehirn von Frühgeborenen und liefern somit zusätzliche Informationen um die Verbindung zwischen Frühgeburtlichkeit und späteren entwicklungsneurologischen Auffälligkeiten näher zu definieren.

Während niedriges Gestationsalter und typische Komplikationen in der Neonatalperiode als Risikofaktoren für Kleinhirnblutungen identifiziert wurden, trat eine Schädigung der weißen Substanz bei relativ reifen Kindern auf. Zudem zeigte sich, dass Kinder mit zerebralen Auffälligkeiten häufiger entwicklungsneurologische Defizite aufwiesen als Kinder mit unauffälligem MRT-Befund.

Aktuell gibt es kaum Daten zum Zusammenhang zwischen milder Hirnschädigung und verzögerter Hirnreifung bei ansonsten „unkomplizierten“ Frühgeborenen mit dem entwicklungsneurologischen Outcome jenseits des Kleinkindalters. Daher ist es derzeit nach wie vor eine Herausforderung eine zuverlässige Prognose für die langfristige motorische und mentale Entwicklung von Frühgeborenen mit geringgradigen zerebralen Auffälligkeiten abzugeben.

Zusammenfassung (Englisch)

Recent advances in neonatal medicine have been successful in saving lives of premature infants, but have not had a comparable positive effect on long-term outcomes. In recent years, significant investigation has been undertaken in an attempt to identify infants at risk for adverse outcome. The use of magnetic resonance imaging (MRI) has provided an additional access to depict the wide spectrum of preterm brain injury and to illustrate postnatal brain development in preterm infants.

The primary aim of the present study was to recruit an unselected consecutive contemporary cohort of preterm infants born <32 gestational weeks to allow examination of a representative population by MRI at term equivalent age and thereby provide a comprehensive characterization of cerebral injury and maturational processes in this population. The secondary aims were to identify risk factors for brain injury and to investigate potential associations of MRI findings with neurodevelopmental outcomes.

Patients & methods: Data for all preterm infants born at <32 gestational weeks and admitted to Innsbruck Medical University, the only neonatal intensive care unit in the geographical region, were prospectively collected (study period October 2010 to February 2015). Cerebral MRI was performed at term equivalent age. MRI images were evaluated using validated scoring systems for quantification of brain injury and brain maturation. Furthermore associations of MRI findings with neonatal data and neurodevelopmental outcome at 12 and 24 months were evaluated.

Results: 245 infants were included in the study. Using MRI 24.1% of all infants were diagnosed with any type of brain injury. The most common injury type was intraventricular haemorrhage (15.5%). Periventricular leukomalacia and cerebellar haemorrhage were seen in 7.8% and 6.9% of all infants.

The rate of brain injury detected by MRI at term equivalent age was higher in the group of very immature and very lightweight infants. The rates of neurodevelopmental delay were significantly higher in the group of infants with brain injury diagnosed by MRI as compared to infants without brain injury. This relation was observed for both psychomotor and mental outcome and was present at 12 and 24 months.

Discussion & Conclusion: This study provides comprehensive data on nature and frequency of brain abnormalities detected by conventional MRI at term equivalent age in a contemporary cohort of preterm infants <32 weeks. MRI visualises a wide spectrum of injury and altered maturational processes in the developing brain of preterm infants and thereby adds information relevant to unravel the pathway from preterm birth to subsequent neurodevelopmental outcomes. Decreasing gestational age and neonatal complications involved with immaturity have been identified as risk factors for cerebellar haemorrhage whereas white matter injury was found in relatively mature infants. Infants with brain injury detected by MRI at term equivalent age were at increased risk for adverse neurodevelopmental outcome.

To date comprehensive assessment of the effect of especially isolated subtle brain injury and delayed maturation in otherwise “uncomplicated” and “healthy” preterm infants has been confined to the second year of life. Therefore prediction of long-term outcomes for individual infants with minor brain alterations remains challenging.