Titelaufnahme

Titel
Eine Analyse der ontologischen Voraussetzungen der Agenskausalität / eingereicht von: Georg Gasser
VerfasserGasser, Georg
Begutachter / BegutachterinQuitterer, Josef ; Kraml, Hans
Betreuer / BetreuerinQuitterer, Josef
ErschienenInnsbruck, 2015
Umfang205 Bl.
HochschulschriftInnsbruck, Univ., Diss., 2015
Datum der AbgabeJuni 2015
SpracheDeutsch
Bibl. ReferenzOeBB
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (DE)Agenskausalität / Substanzkausalität / Dispositionaler Realismus / Ontologische Voraussetzungen des Handelns / Tropen- vs. Substanzontologie
Schlagwörter (EN)Agent causation / Substance causation / dispositional realism / ontological presuppositions of agency / trope ontology vs. substance ontology
Schlagwörter (GND)Handlungstheorie / Ontologie / Erfahrung / Kausalität
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Zusammenfassung (Deutsch)

Diese Arbeit befasst sich mit den ontologischen Voraussetzungen von Substanz- und Agenskausalität. Agenskausalität gilt in der aktuellen handlungstheoretischen Debatte als eine Minderheitenposition, da der Begriff der Agenskausalität immer wieder dem Vorwurf der Obskurität und Nicht-Intelligibilität begegnet. Die leitende Arbeitshypothese dieser Dissertation ist, dass der Grund der genannten Vorwürfe in den ereignisontologischen Voraussetzungen zu suchen ist, welche die aktuelle Debatte weitgehend prägen. Daher wird in dieser Dissertation der Versuch unternommen, eine ontologische Alternative zu entwerfen, die agenskausalen Annahmen besser entspricht. Dies geschieht in vier Schritten:

Im ersten Schritt wird eine Welt ohne Kausalkräfte einer Welt mit Kausalkräften gegenüber gestellt. Dabei wird insbesondere auf die aktuelle Debatte zum dispositionalen Realismus zurückgegriffen.

Im zweiten Schritt wird danach gefragt, welcher ontologische Rahmen einem dispositionalen Realismus besser entspricht: eine Substanzontologie oder eine Tropenontologie. Während sich die Argumente für und wider eines dieser beiden Ansätze unter theoretischen Gesichtspunkten die Waage halten, wird dafür argumentiert, dass die Phänomenologie unseres Handelns und unserer Erfahrung den Ausschlag zugunsten einer Substanzontologie gibt.

Im dritten Schritt wird der Begriff des self-mover expliziert, d. h. jene Substanzen, die das Vermögen haben von sich aus tätig zu werden. Die Explikation dieses Begriffs greift auch auf entsprechende Studien aus der Entwicklungspsychologie zurück.

Im vierten Schritt wird der Kausalitätsbegriff herausgearbeitet, der sich vor dem Hintergrund eines dispositionaler Realismus innerhalb einer Substanzontologie und der Annahme von self-movers nahelegt nämlich Substanzkausalität im Unterschied zur vorherrschenden Ereigniskausalität. Einwände gegen den Begriff der Substanzkausalität werden aufgegriffen und als nicht stichhaltig ausgewiesen. Die Arbeit endet mit einem Ausblick, welche Bedeutung die Ergebnisse dieser Arbeit für den Begriff der Agenskausalität haben.

Zusammenfassung (Englisch)

This piece of work contributes to the current ontological debate on substance- and agent causation by explicating its ontological presuppositions. The guiding working hypothesis is that to a large extent agent causation is confronted with objections of obscurity and unintelligibility because of event-causal accounts dominating the current debate on agency (and causation). For this reason I aim at working out an alternative ontological framework being better suited for agent causation. I do so by proceeding in four steps: First, I compare a Humean metaphysics depleted of powers with a metaphysics of powers, resp. dispositional realism. After having established arguments for the acceptance of the latter view, I analyse in a second step the larger framework of it. I argue that on purely theoretical reasons a substance- or trope ontology is on a par. However, practical concerns and the phenomenology of agency speak in favour of substance ontology. Then I introduce the concept of a self-mover, that is, a substance with an inner principle of movement. It is my view that many animals, including human beings, are self-movers, i. e. agents in a strong sense. Finally, I work out what it means to claim that substances can be active and how substance causation should be understood. I respond to a couple of prominent criticisms of substance causation, and argue against these criticisms that there need be nothing philosophically obscure or unintelligible about this concept. Since agent causation can be considered to be a sub-species of substance causation I conclude with a few remarks about how I think that agent-causation should be spelled out in the light of my arguments.