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Titelaufnahme

Titel
Social identity, elective franchise, and redistribution / by Daniel Holmer
VerfasserHolmer, Daniel
Begutachter / BegutachterinSausgruber, Rupert ; Kerschbamer, Rudolf
GutachterSausgruber, Rupert
Erschienen2015
Umfang154 Bl. : graph. Darst.
HochschulschriftInnsbruck, Univ., Diss., 2015
Datum der AbgabeJuni 2015
SpracheEnglisch
Bibl. ReferenzOeBB
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (DE)Wahlrechtsausweitung / Umverteilung / Fairness Präferenzen / Steuern / Wahlrecht / auf andere bezogene Präferenzen / Soziale Identität / Soziale Präferenzen
Schlagwörter (EN)franchise enlargement / redistribution / fairness preferences / taxes / elective franchise / other-regarding preferences / social identity / social preferences
Schlagwörter (GND)Soziale Identität / Wahlrecht / Präferenz / Umverteilung
URNurn:nbn:at:at-ubi:1-3155 Persistent Identifier (URN)
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Social identity, elective franchise, and redistribution [1.38 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Wirtschaftswissenschaftliche Aspekte im Zusammenhang von Wahlrechtsausweitungen, sowie das Favorisieren von Besteuerung und Umverteilung sind zusammenhängend Forschungsfragen.

Anfangs wird eine umfassende Übersicht an hierfür relevanter Literatur präsentiert, beginnend mit einer kurzen historischen Zusammenfassung der demokratischen Entwicklung, insbesondere während des 19. und 20. Jahrhunderts. Eine Ausweitung des Wahlrechts ist abhängig von gesellschaftlichen Werten und rechtlichen Grundlagen, die Besteuerung und Umverteilung betreffend. Daher hat eine Entscheidung zur Ausweitung des Wahlrechts starke ökonomische Auswirkungen, welche in dieser Zusammenfassung diskutiert werden. Natürlich wird eine rein ökonomische Betrachtungsweise keine hinreichende Erklärung für alle Fälle der demokratischen Entwicklung liefern können. Deshalb werden zur Erklärung auch Werke der soziologischen und psychologischen Literatur herangezogen. Zu guter Letzt wird auch Literatur zur sozialen Identität und zur Gruppenzugehörigkeit herangezogen und ihre Auswirkungen auf Entscheidungen, warum ein Wahlrecht ausgeweitet wurde und warum Einkommen und Vermögen von Wählern besteuert wird, diskutiert. Zusammenfassend wird versucht, verschiedene Aspekte der demokratischen Entwicklung zu betrachten, mit einer besonderen Fokussierung auf Fragen der Wahlrechtsausweitung und der Besteuerung und Umverteilung. Dieser Literaturüberblick versucht Hinweise hierauf nicht nur aus ökonomischer Perspektive zu geben, sondern einen breiteren Ansatz verschiedener Sozialwissenschaften zu wählen.

Im zweiten Kapitel wird die Frage der Wahlrechtsausweitung und Umverteilung mit Hilfe eines Experiments getestet.

Fünf Individuen jedes Individuum mit einer festgelegten finanziellen Anfangsausstattung werden jeweils in Fünfergruppen zusammengefasst, in welchen zu Beginn allerdings nur drei Individuen ein Wahlrecht zugesprochen bekommen. Jedes teilnehmende Individuum wird zu Beginn darüber informiert, dass am Ende des Experiments, die dann vorhandene Wählerschaft einen neuen Steuersatz wählt. In einem zwei stufigen Experiment, entscheidet die ursprüngliche Wählerschaft in der ersten Stufe über eine Ausweitung des Wahlrechts. Die Ergebnisse der ersten Stufe entscheiden über die Zusammensetzung der Wähölerschaft in der zweiten Stufe des Experiments, in welcher eine demokratische Entscheidung über den Steuersatz folgt. Obwohl die ursprüngliche Wählerschaft aufgrund der Anfangsausstattung mehrheitlich keinen finanziellen Anreiz hat, das Wahlrecht auszuweiten, weisen einige Ergebnisse in eine Richtung, wonach das eigene finanzielle Wohlergehen nicht die einzige Determinante ist, und das, obwohl nahezu alle anderen Anreize des Eigeninteresses durch das experimentelle Design ausgeschlossen wurden. Direkt nach Abschluss des Experiments folgt das gleiche Experiment ein weiteres Mal, nur mit einer leichten Veränderung in den monetären Anfangsausstattungen. Der Preis der Wahlrechtsausweitung verändert sich hierdurch, aber die Ergebnisse ändern sich in keinem Fall in einer signifikanten Art und Weise. Somit scheint der monetäre Preis der Wahlrechtsausweitung in diesem konkreten Experiment mit relativ geringen preislichen Unterschieden, keinen Einfluss auf die Entscheidung der Individuen zu haben.

Das dritte Kapitel untersucht Effekte sozialer Identität und Gruppenidentität, welche im experimentellen Design von Kapitel 2 nicht kontrolliert wurden. Diese Effekte können möglicherweise die Ergebnisse zu Wahlrechtsausweitung und Besteuerung entscheidend beeinflussen.

Die Teilnehmer erhalten hierfür einige mathematisch-logische Fragestellungen, wodurch die teilnehmenden Personen in zwei verschiedene Untergruppen, ihren jeweiligen Fähigkeiten entsprechend, aufgeteilt werden. Anschließend durchlaufen die Teilnehmer das gleiche Experiment, wie bereits in Kapitel 2. Grundsätzlich werden die Ergebnisse aus Kapitel 2 größtenteils durch die experimentellen Ergebnisse aus Kapitel 3 bestätigt. Trotzdem, sind einige Unterschiede zwischen den beiden Untergruppen zu beobachten, welche vermutlich durch den unterschiedlichen Gruppenstatus hervorgerufen werden.

Zusammenfassung (Englisch)

The economic aspects of franchise enlargement, reforms of franchise, and motives for voter support for redistribution and taxation are all related topics of this scientific research.

At the beginning, an in-depth survey of the literature is provided, starting with a short historical summary of democratic developments, especially during the 19th and 20th centuries. Democratization shapes the values of a society and legal aspects of redistribution and taxation. Therefore, the decision to enlarge franchise has important economic consequences, which are discussed in the review. Obviously, discussions from a purely economic perspective may not be sufficient to explain all important phenomena of democratization. To fill the gap, portions of the sociological and psychological literature on franchise enlargement are also reviewed. Last but not the least, literature on social identity and in-and-out-group effectsand its contributions in connection with decisions on franchise enlargementare discussed. Overall, the survey tries to throw light on different aspects of democratization, with special focus on the questions of how and why franchise was enlarged, and why income and wealth of voters are taxed and redistributed. The survey tries to give hints, not only from an economic point of view, but also from a broader perspective of the different social sciences.

In the second chapter, the research question of franchise enlargement and redistribution is tested in an experimental manner. Five individualseach with an initial amount of moneyare always pooled in one group, but only three of them hold an initial right to vote. Every participant is informed at the beginning of the experiment that in the end, the then existing electorate will determine a new tax rate. In two stages, the original electorate decides on an enlargement of franchise in the first stage. The results of the first stage comprise the electorate of the second stage, wherein a decision on a tax rate follows. Although the original electorate has no obvious financial majoritarian incentive for franchise enlargement, according to initial endowments, several results point in the direction that the financial payoff does not seem to be the only driving force for decisions in the experiment, even though nearly all other motivations of self-interest are excluded by the experimental framework. Directly after the end of the experiment, individuals had to participate in the experiment a second time, but with slightly varying initial financial endowments. The price of franchise enlargement varies in this case, but results do not differ significantly in any case. Hence, the price of franchise enlargementin a pecuniary senseseems to have no influence in this concrete experiment, at least for a relatively small difference in costs.

The third chapter examines effects of social and group identity, which are not controlled for in the experimental framework of Paper 2. Nevertheless, these effects may explicitly influence results of franchise enlargement and taxation.

Participants receive some mathematically logical tasks, which separate individuals into different subgroups in accordance with their abilities. Subsequently, individuals have to participate in the same experimental task as described in the second chapter. In general, results of the experiment in Chapter 2 are mostly confirmed by experimental results in Chapter 3. However, some variations between the two subgroups, caused by their different group status and their allocation to different groups, are observable.