Titelaufnahme

Titel
Impacts of urbanization in Andean Latin America : changing landscapes in the Mantaro Valley of Peru / by Andreas Haller
VerfasserHaller, Andreas
Begutachter / BegutachterinBorsdorf, Axel
Betreuer / BetreuerinBorsdorf, Axel
Erschienen[2015]
Umfang116 S. : zahlr. Ill., graph. Darst., Kt.
HochschulschriftInnsbruck, Univ., Diss., 2015
Anmerkung
Enth. u.a. 5 Veröff. d. Verf. aus den Jahren 2012 - 2015 . - Zsfassung in dt. und in span. Sprache
Datum der AbgabeJuli 2015
SpracheEnglisch
Bibl. ReferenzOeBB
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (DE)Städtewachstum / Urbanisierung / Suburbanisierung / Periurbanisierung / Landwirtschaft / Kleinbauern / Landnutzung / Landbedeckung / Kulturlandschaftswandel / Gebirgstäler / Anden / Peru / Lateinamerika
Schlagwörter (GND)Andenhochland / Mittelstadt / Wachstum / Verstädterung / Acker
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Zusammenfassung (Deutsch)

In den letzten Jahrzehnten haben viele Mittelstädte der tropischen Zentralanden hohe Bevölkerungszuwächse zu verzeichnen; ein Phänomen das zu Flächenversiegelung im ruralen Hinterland, sowie zu periurbanen städtischen und ländlichen Raumstrukturen führt. Der resultierende Verlust von Agrarland wirkt sich negativ auf die Landnutzungsstrategien periurbaner Kleinbauern aus, und führt so seinerseits zu Landbedeckungsveränderungen. Da viele Mittelstädte der tropischen Zentralanden in Tälern oder Becken liegen, und die Stadt-Umland-Verbindungen häufig stark ausgeprägt sind, sind die Auswirkungen des horizontalen Städtewachstums in diesen, von Steilheit und Höhe beeinflussten, begrenzten Siedlungs- und Wirtschaftsräumen ausgesprochen stark.

Die meisten Gebirgsmittelstädte befinden sich in der tierra fría oder quechua-Höhenzone, welche von 2300 m bis 3500 m ü. d. M. reicht, und als besonderer agrarischer Gunstraum gilt. Wenn diese Höhenstufe nun zunehmend verstädtert, was geschieht dann mit den höher gelegenen Gebieten des Stadtumlandes, welche als landwirtschaftlich wenig geeignet gelten? Wie nehmen periurbane Kleinbauern den von Städtewachstum geprägten Wandel der Landschaft sensu Augustin Berque war, und wie passen sie ihre Landnutzung sowohl in der quechua als auch in den höher gelegenen Zonen der suni und puna (35004800 m ü. d. M.) an? Welche Landbedeckungsveränderungen ergeben sich daraus? Wie können die negativen Auswirkungen des Städtewachstums auf Kleinbauern minimiert werden? Wären Ansätze kollaborativer Planung geeignet, um das Problem der sozialen Exklusion der campesinos zu lösen?

Ergebnisse aus Huancayo Metropolitano, im peruanischen Mantaro-Tal gelegen, zeigen, dass die Expansion der Stadt als ambivalenter Prozess gesehen wird, der sowohl positive als auch negative Konsequenzen mit sich bringt wobei die Vielfalt der Nachteile klar größer zu sein scheint. Aufgrund des Verlustes von Agrarland und des gleichzeitigen Anstiegs der Pachtzinse für verbleibende Landressourcen werden die Zugangsmöglichkeiten zu Ackerland in der quechua für Kleinbauern drastisch reduziert. Da diese Zone vor allem für den Anbau von für den Markt bestimmten Feldfrüchten genutzt wurde, suchen die Landwirte nun neue Einkommensquellen in der Stadt oder in der suni und puna. Im Hochland wird beispielsweise Eukalyptus, dessen Holz von der Bauwirtschaft nachgefragt wird, kultiviert, sowie die Brandrodung zur Verbesserung von Weideland intensiviert; Entscheidungen die die lokale Produktion von pflanzlichen Nahrungsmitteln für Kleinbauern und Stadtbewohner gefährden. Um die Vorstellungen von Kleinbauern hinsichtlich des Städtewachstums besser in die Planung einbeziehen zu können, wurden strukturierte, offene Interviews, fotorealistische Visualisierungen und Kartierungstechniken kombiniert und für methodisch hilfreich befunden. Angesichts der vorhandenen Empathie der periurbanen Stadtbewohner gegenüber den Kleinbauern sollte diese Methode verstärkt angewandt werden, um soziale Inklusion zu ermöglichen, und so den Weg für eine nachhaltige Entwicklung zu ebnen.