Titelaufnahme

Titel
Populist Framing : eine Vergleichsstudie populistischer Wahlkampf- und Redaktionsstile im österreichischen Nationalratswahlkampf von 2008 / von Georg Winder
VerfasserWinder, Georg
Betreuer / BetreuerinPallaver, Günther ; Gärtner, Reinhold
Erschienen2015
Umfang353 Bl. : graph. Darst.
HochschulschriftInnsbruck, Univ., Diss., 2015
Datum der AbgabeAugust 2015
SpracheDeutsch
Bibl. ReferenzOeBB
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (DE)Populismus / Framing / Nationalratswahlkampf 2008 / Wahlen / Österreich / politische Kommunikation / Inhaltsanalyse
Schlagwörter (GND)Österreich / Nationalratswahl / Wahlkampf / Geschichte 2008
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Zusammenfassung (Deutsch)

Obwohl der Begriff des Populismus in den vergangenen Jahren sowohl im gesellschaftlichen wie auch im wissenschaftlichen Diskurs beinahe inflationär Verwendung findet, existieren bisher nur wenige empirische Befunde, die dem zumeist normativ-theoretischen Diskurs eine entsprechende Grundlage bieten würden. Diesem Hintergrund Rechnung tragend, führt diese empirisch angelegte Studie ein multidimensionales Modell populistischer Kommunikation ein, welches sich im Wesentlichen auf die drei Dimensionen der Inklusion, der Exklusion sowie der Leaderzentrierung stützt (Jagers & Walgrave, 2007; Priester, 2011; Van der Brug, 2007). Dieses theoretisch fundierte Modell, wird aufgrund der besonderen Prominenz, die dem „Fall Österreich“ in der wissenschaftlichen Erforschung von Populismus zukommt (Art, 2007; Betz, 2002; Heinisch, 2008; Helms, 1997; Mudde, 2007b) am Beispiel der Wahlkampfkommunikation im österreichischen Nationalratswahlkampf 2008 empirisch angewendet. Besonders vor dem österreichischen Hintergrund würde es jedoch zu kurz greifen, Populismus ausschließlich als Parteien-initiiertes Phänomen zu begreifen (Mazzoleni, 2008). Die der Studie zugrunde liegende Definition von Populismus als politischem Kommunikationsstil (Jagers, 2006) ermöglicht auch eine Anwendung des Modells auf die mediale Berichterstattung. Dieser Ansatz erlaubt es zum einen (A) die medienzentrierte Kommunikation von Parteien (durch Pressemitteilungen) sowie (B) die mediale Berichterstattung auf einem mehrdimensionalen Populismus-Kontinuum zu vermessen. Dadurch können einerseits populistische Kommunikationsstrukturen in der medienzentrierten Wahlkampfkommunikation von Parteien sowie in der medialen Wahlkampfberichterstattung abgebildet werden (Abbildung der Strukturen). Darüber hinaus können diese unterschiedlichen Strukturen populistischer Kommunikation in einem weiteren Schritt sowohl innerhalb der Parteienkommunikation bzw. der Medienberichterstattung, als auch zwischen den beiden Dimensionen abgeglichen werden (Vergleich der Strukturen). In der dritten Dimension der Analyse geht es schließlich darum, dynamische Populismus-Building Prozesse zwischen der Parteienkommunikation und der medialen Berichterstattung abzubilden. Dies bedeutet, dass das Forschungsinteresse hier insbesondere darin liegt, mögliche Einflüsse der beiden Akteurskreise der Parteien bzw. der Journalisten in Bezug auf populistische Kommunikationselemente auf das mediale Endprodukt zu erheben. Die dritte Ebene also untersucht insbesondere, wer Urheber populistischer Kommunikation ist (die Parteien oder die Medien) und wer zu welcher Zeit infolge von welchen Impulsen populistische Inhalte verstärkt, wiedergibt oder gar neutralisiert. Methodisch stützt sich die Studie auf eine harmonisierte, quantifizierende Inhaltsanalyse (Früh, 2001) der Pressemitteilungen und Medienberichte in den finalen vier Wochen des österreichischen Nationalratswahlkampfes von 2008. Ein derartiges Design ermöglicht zum einen die Abbildung von populistischen Kommunikationsstrukturen von Parteien und medialen Akteuren und bietet darüber hinaus zusätzlich einzigartige Ergebnisse in dynamische Prozesse populistischer Kommunikation. Damit stellt sie ein absolutes Novum dar, und kann sowohl weiteren empirischen- wie auch theoretisch ausgerichteten Studien als Ausgangspunkt für weitere Untersuchungen dienen.