Titelaufnahme

Titel
Schuldgefühle zwischen anorektischen Töchtern und ihren Müttern : Entstehung, Induktion und Regulierung in face-to-face Interaktionen / eingereicht von Christiane Fiechtner
VerfasserFiechtner, Christiane
Begutachter / BegutachterinBenecke, Cord
GutachterBänninger-Huber, Eva
Erschienen2015
Umfang262 Bl. : Ill., graph. Darst.
HochschulschriftInnsbruck, Univ., Diss., 2015
Datum der AbgabeJuni 2015
SpracheDeutsch
Bibl. ReferenzOeBB
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (DE)Schuldgefühle / Essstörungen / Interaktionsstudie
Schlagwörter (EN)Guilt feelings / Eating disorders / face-to-face interactions
Schlagwörter (GND)Mutter / Tochter / Appetitlosigkeit / Gespräch / Schuldgefühl / Gefühlsausdruck / Frau / Appetitlosigkeit / Mutter / Gespräch / Schuldgefühl / Gefühlsausdruck
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Zusammenfassung (Deutsch)

Ausgehend von der Annahme, dass das interaktive affektive Regulierungsrepertoire anorektischer Patientinnen begrenzt ist, bestand ein wesentliches Ziel der hier vorliegenden Dissertation darin, affektive Regulierungsprozesse im Kontext von Schuldgefühlen in realen face-to-face-Interaktionen zwischen anorektischen Töchtern und ihren Müttern und in gesunden Mutter-Tochter-Dyaden mikroanalytisch zu beschreiben und zu vergleichen. Datengrundlage bildeten Videoaufnahmen von fünf gesunden Mutter-Tochter-Interaktionen und fünf Interaktionen zwischen anorektischen Töchtern und ihren Müttern, die über gegenseitig erlebte Schuldgefühle sprachen. Auf Basis bestehender Operationalisierungen und Konzepte (z.B. Bänninger-Huber & Widmer, 1999, 2000) wurden sogenannte PAMs (Prototypische Affektive Mikrosequenzen) und traps analysiert. Um der Komplexität des dyadischen Geschehens Rechnung zu tragen wurden zudem mehrere von den Untersuchungsteilnehmerinnen bearbeitete Selbstbeurteilungsinstrumente (z.B. EER, OPD-Strukturfragebogen, u.a.) zur Interpretation der Daten herangezogen und anhand des verbalen Materials Prozesse der Schuldgefühlinduktion und schuldgefühlauslösende Situationen inhaltsanalytisch untersucht. Die Analysen interaktiver Regulierugnsprozesse ergaben, dass PAMs und traps häufiger in gesunden Mutter-Tochter Interaktionen auftraten. In beiden Gruppen waren die Mütter die Hauptinitiatorinnen von PAMs und traps. Während in den gesunden Mutter-Tochter-Dyaden jedoch heterogene Reaktionen auf interaktive Beziehungsangebote erfolgten, wurden die meisten der in den klinischen Dyaden initiierten interaktiven Affektregulierungsprozesse von der jeweiligen Interaktionspartnerin zurückgewiesen. Anorektische Töchter initiierten insgesamt kaum interaktive Beziehungsmuster. Aus den Ergebnissen konnte u.a. auf ein unterschiedliches Verhältnis aus Konfliktspannung und Beziehungssicherheit in den beiden Gruppen geschlossen werden. Mögliche Erklärungen für die Ergebnisse werden in der Arbeit diskutiert.

Zusammenfassung (Englisch)

According to the assumption that interactive affective regulation processes are reduced in anorexic patients, one aim of the following dissertation was to compare and describe affective regulation processes between mothers and their anorexic daughters and healthy mother-daughter dyads in the context of guilt feelings in real face-to-face-interactions. The data set resulted from videos of five anorexic daughter-mother-dyads and five healthy control dyads, which were asked to talk about situations in which they felt guilt feelings towards each other. On the basis of existing concepts and operationalizations (e.g. Bänninger-Huber & Widmer, 1999, 2000) so called PAMs (Prototypical Affective Microsequences) and traps were analyzed. Furthermore different questionnaires (e.g. EER, OPD-SF) which were answered by all of the probands were used to interpret the collected data. By analyzing the verbal material, processes of guilt feelings induction as well as guilt eliciting situations were identified. Results: PAMs and traps occurred more frequently in healthy control dyads than between anorexic daughters and their mothers. In both groups PAMs and traps were initiated more frequently by mothers. In the healthy control dyads heterogeneous reactions could be observed whereas in the clinical dyads most of the initiated relationship patterns were refused by the interacting partner. PAMs and traps were hardly initiated by the anorexic daughters. Possible explanations for these findings are discussed in the dissertation.