Titelaufnahme

Titel
Topics in applied game theory : sequential move games ; theory and applications / von Tanja Hörtnagl
VerfasserHörtnagl, Tanja
Begutachter / BegutachterinKerschbamer, Rudolf ; Sutter, Matthias
GutachterKerschbamer, Rudolf
Erschienen2015
Umfang149 Bl. : graph. Darst.
HochschulschriftInnsbruck, Univ., Diss., 2015
Datum der AbgabeMai 2015
SpracheEnglisch
Bibl. ReferenzOeBB
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (DE)Sequentielle Spiele / Contest / Homogene Agenten / Heterogene Agenten / Experiment / Kollusion
Schlagwörter (EN)Sequential Move Games / Imperfect Obervability / Value of Commitment / Value of Information / Heterogeneity / Homogeneity / Experiment / Stackelberg Duopoly / First Mover Advantage/Disadvantage / Second Mover Advantage / Collusion / Multi-Stage Contest / Proportional Prize Contest / Tullock Contest
Schlagwörter (GND)Führungsentscheidung / Wettbewerbsverhalten / Spieltheorie / Sequentialanalyse / Experiment
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Zusammenfassung (Deutsch)

Diese Dissertation enthält 4 Studien, die sich mit strategischen Entscheidungssituationen befassen, in denen die Agenten ihre Entscheidungen nacheinander treffen. Das bedeutet, dass einer der Spieler die Aktion des anderen Spielers beobachten kann, bevor er seine eigene Entscheidung trifft. Diese sequentielle Struktur wird in unzähligen Modellen der Wirtschaftswissenschaften verwendet. Ein einfaches Beispiel ist das Verhalten von zwei Firmen auf einem Markt, wo eine Firma zuerst ihren Preis oder Menge festlegt, diese Entscheidung wird von ihrem Konkurrenten beobachtet, der anschließend über seinen eigenen Preis oder Menge entscheidet. Eine übliche Annahme in diesen Modellen ist, dass die Entscheidung der Firma, die zuerst eine Aktion wählt, perfekt beobachtbar ist. Die Relevanz dieser Annahme und deren Auswirkungen auf das Verhalten von Agenten in sequentiellen Entscheidungssituationen wird in einer theoretischen Analyse untersucht und in Bezug zur bestehenden Literatur gesetzt.

Die sequentielle Struktur wird in der Folge im Zusammenhang von Contests analysiert. Contests sind Situationen, in denen mehrere Agenten um einen Preis konkurrieren, indem sie Ressourcen aufwenden, die dann verloren sind. Contests finden sich im wirtschaftlichen, sozialen und politischen Bereich. Beispiele dafür sind Rent-seeking oder Lobbying Aktivitäten, Patentwettläufe, Beförderungen im Job oder Sportwettbewerbe. Je nach Wettbewerb ist der Preis dann die Durchsetzung von Interessen, die Anmeldung eines Patents, die erhaltene Beförderung oder der Gewinn eines Turniers. In mehreren Teilprojekten wird untersucht, wie sich homogene und heterogene Agenten in einem spezifischen Contest Umfeld verhalten. Die theoretische Analyse wird zusätzlich durch Laborexperimente ergänzt. Die untersuchten Fragestellungen sind insbesondere für das Design von Contests interessant, da analysiert wird, wie Contests ausgestaltet werden sollen, damit die Ressourcen in der jeweiligen Situation optimal eingesetzt werden. Je nach Kontext kann das Ziel für den Designer entweder die Maximierung oder Minimierung des eingesetzten Aufwands sein. Im Bereich Personalpolitik soll ein höchstmöglicher Einsatz der Mitarbeiter aus Sicht des Arbeitgebers erzielt werden, wenn eine Beförderung in Aussicht gestellt wird, während im Fall von Lobbying oder Rent-seeking die Minimierung des Ressourceneinsatzes Ziel sein wird, um sozial ineffiziente Aufwendungen zu vermeiden.

Zusammenfassung (Englisch)

The thesis comprises 4 different studies who analyze strategic decision situations where agents decide sequentially about their actions. Thus, one of the agents can observe the action of the other agent(s) before he decides about his own action. The sequential game structure has many applications in economics. A simple example are two firms on a market which decide about their output quantity or prize. One firm chooses the quantity/prize first, which is then observed by the opponent who decides then about the own action. A usual assumption in these models is that the action of the first moving firm is perfectly observable by the second moving firm. The relevance of this assumption and its consequences on the behavior of agents in sequential decision situations is analyzed theoretically and connected to the existing literature.

The sequential game structure is then analyzed within the context of contests. Contests are decision situations in which agents invest resources in order to win a prize, each forfeiting the investment made in any case. Situations fitting this definition are countless, ranging from promotions within firms, procurement auctions, competition for patents or research grants, R&D competition, rent-seeking and lobbying activities, as well as sports tournaments or military conflicts between countries. We analyze in different settings the consequences of sequentiality and heterogeneity of agents in a contest and complement the theoretical analysis with lab experiments. The findings are especially interesting for the optimal design of contests, since from a designers point of view two opposing goals are possible: either the invested effort of the agents should be maximized, as for instance in a job promotion situation; or the efforts are seen as wasteful and should be minimized, as in the case of rent-seeking or lobbying.