Titelaufnahme

Titel
Rock, paper, scissors : economic experiments on strategic behavior in kindergarten / von Manuela Oberauer
VerfasserOberauer, Manuela
Begutachter / BegutachterinSutter, Matthias ; Kocher, Martin
Betreuer / BetreuerinSutter, Matthias ; Kocher, Martin
Erschienen2015
Umfang118 Bl. : Ill., graph. Darst.
HochschulschriftInnsbruck, Univ., Diss., 2015
Datum der AbgabeMai 2015
SpracheEnglisch
Bibl. ReferenzOeBB
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (DE)Experimentelle Ökonomik / Kinder / Geduld / Altruismus / Risikopräferenzen / Hirschjagd / Gemischte Strategie / Kooperation und Kommunikation
Schlagwörter (EN)experimental economics / children / delay of gratification / altruism / risk preferences / stag hunt game / mixed strategy / cooperation and communication
Schlagwörter (GND)Vorschulkind / Wirtschaftliches Verhalten / Entscheidungsverhalten / Risikoverhalten / Experimentelle Wirtschaftsforschung
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Zusammenfassung (Deutsch)

Diese Dissertation fasst vier Studien zusammen, die sich mit dem ökonomischen Entscheidungsverhalten von Kindern beschäftigen. Über einen Zeitraum von drei Jahren wurden fünf Kindergärten in Tirol in Österreich besucht, um das ökonomische Verhalten von drei- bis sechsjährigen Kindern zu erforschen. In diesem Zeitraum wurden Daten von ungefähr 350 Kindern in verschiedenen Entscheidungssituationen gesammelt.

Die erste Studie (Kapitel 2) untersucht das Koordinationsverhalten in sogenannten „Hirschjagd“-Spielen und zeigt wie andere ökonomische Präferenzen mit diesem Verhalten zusammenhängen. Es zeigt sich, dass das Koordinationsverhalten signifikant effizienter wird, wenn die Kinder älter werden. Außerdem haben geduldigere und risikobereitere Kinder eine höhere Wahrscheinlichkeit sich zu einem effizienteren Spielergebnis zu koordinieren.

Kapitel 3 untersucht die Frage, ob Kinder in der Lage sind gemischte Strategien zu spielen. Bei Experimenten mit Erwachsenen hatte sich gezeigt, dass diese große Schwierigkeiten haben gemischte Strategien zu spielen. Ergebnisse aus der psychologischen Forschung deuten jedoch darauf hin, dass Kinder möglicherweise weniger Schwierigkeiten damit haben könnten. Deshalb haben wir eine Studie mit Erwachsenen und Kindern durchgeführt, in der beide dasselbe Spiel über 30 Runden gegen einen Computer und gegen einen menschlichen Gegner spielen. Es zeigt sich, dass die meisten empirischen Vorhersagen für gemischte Strategien nicht erfüllt sind (für Kinder und Erwachsene). Kinder zeigen jedoch ein starkes Wechselverhalten bei ihren Entscheidungen und Erwachsene tendieren dazu die gleiche Entscheidung wie in einer vergangenen Runde zu wählen.

Kapitel 4 beschäftigt sich mit der Rolle von „defaults“ für Sparentscheidungen von Kindern. Ähnlich wie in früheren Forschungsarbeiten steigt die Geduld mit dem Alter der Kinder an. Allerdings zeigen unsere Ergebnisse auch, dass den Kindern ein „default“ bei der Sparentscheidung (für ein zusätzliches Geschenk am nächsten Tag) hilft geduldiger zu sein. „Defaults“ haben also schon für Kindergartenkinder bemerkenswerte Effekte.

Kapitel 5 untersucht Kooperationsentscheidungen von Kindergartenkindern. Die Kinder nehmen an einem sogenannten „Gefangenendilemma“ teil, das ohne Wiederholung gespielt wird. In einer Kontrollgruppe ist keine Kommunikation innerhalb eines Spielpaares erlaubt, während es für Kinder in einer Treatmentgruppe die Möglichkeit gibt ein standardisiertes nicht-bindendes Signal zu senden über die geplante Entscheidung. Unsere Resultate zeigen, dass diese Möglichkeit die Kooperationsrate fast halbiert, weil die Kinder ehrlich signalisieren, dass sie vorhaben nicht zu kooperieren. Dies deckt sich mit früheren Forschungsergebnissen, die für Kinder in diesem Alter eine starke Abneigung gegen das Lügen festgestellt haben.

Zusammenfassung (Englisch)

This thesis is a collection of four different studies that investigate economic decision-making of preschool children. Within the time span of three years we visited five kindergartens in Tyrol in Austria to learn more about the economic behavior of three to six year old children. In three waves we collected the data of about 350 children in different decision-making experiments.

The first study (Chapter 2) investigates coordination behavior in stag-hunt games and how other economic preferences relate to that. We find that coordination becomes significantly more efficient as children get older. Moreover, children who are more risk tolerant in a risk task and who are more patient in an intertemporal choice task are more likely to coordinate on more efficient outcomes.

Chapter 3 is concerned with the question whether preschool children are able to play mixed strategies. Adults have been shown to have huge difficulties to implement mixed strategy equilibria, but psychological research suggests that children might be better in implementing these. We therefore let children and adults play the same 30-shot constant sum game against a computerized opponent and against a human opponent. We find that most empirical predictions for mixed strategy play are not fulfilled for children and adults but that children show a strong switching behavior in their choices while adults tend to stick with the same choice as in the previous round.

Chapter 4 examines the role of defaults for preschool childrens decision to delay gratification. Like previous research, we find that patience increases with age. Most importantly, we find that using a default in an intertemporal choice task makes children choose the delayed gratification (of an additional present the next day) significantly more often. Hence, we show that defaults have remarkable effects already on kindergarten children.

Chapter 5 investigates cooperation decisions among preschool children. The children participate in a one-shot Prisoners Dilemma game. In the control condition no communication within a pair is allowed while in the treatment condition we allow the children to send a standardized non-binding signal about their intended action. We observe that signaling decreases cooperation rates by almost a half via truthful signals of defection. This is in line with previous research that suggests a considerable lying aversion of children at the investigated age span.