Titelaufnahme

Titel
Opfer, Kommunikation und Macht : eine archäologische Untersuchung des Konsums und der Distribution von Fleisch im vor-archaischen und archaischen Griechenland / Veronika Sossau
VerfasserSossau, Veronika
Begutachter / BegutachterinKistler, Erich ; Ulf, Christoph
GutachterKistler, Erich
Erschienen2015
Umfang233 Bl. : zahlr. Ill.
HochschulschriftInnsbruck, Univ., Diss., 2015
Anmerkung
Zsfassung in engl. Sprache
Datum der AbgabeApril 2015
SpracheDeutsch
Bibl. ReferenzOeBB
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (DE)Konsum / Religionssoziologie / Geschlechterrollen / Archaisches Griechenland / Früheisenzeitliches Griechenland / Homer / Kerameikos / Agora / Lefkandi / Geometrische Vasenbilder / Archaische Vasenbilder
Schlagwörter (EN)consumption / sociology of religion / gender roles / Archaic Greece / Early Iron Age Greece / Homer / Kerameikos / Agora / Lefkandi / geometric greek vasepainting / archaic greek vasepainting
Schlagwörter (GND)Griechenland <Altertum> / Opferritus / Fleischverbrauch / Geschichte 1200 v. Chr.-500 v. Chr. / Griechenland <Altertum> / Verbraucherverhalten / Fleisch / Osteologie / Geschichte 1200 v. Chr.-500 v. Chr.
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die vorliegende Dissertation untersucht den Aspekt des Konsums und der Distribution von Fleisch in früheisenzeitlichen griechischen archäologischen Kontexten bis hin zur Institutionalisierung des blutigen Opfers im Heiligtum. Als ernährungsphysiologisch nicht unmittelbar essentielles, aber mit unvergleichlich hohem sozialem Prestige bedachtes Nahrungsmittel, nutzen Menschen, aber auch andere Primaten Fleisch als sozialpolitisches Werkzeug zur Manipulation des Verhaltens anderer.

Auf einen grundlegenden Überblick über verhaltensbiologisch und kulturell zugrunde liegende Motivationen, Fleisch gemeinsam zu konsumieren und weiter zu verteilen, folgt eine kritische Synopse aktueller fachspezifischer Methoden und multidisziplinärer Zugänge zum Umgang mit diesen Aspekten innerhalb der Archäologie. Nach einer Überprüfung der Möglichkeiten der Nachweisbarkeit des Stellenwerts von Fleischkonsum und -distribution durch Aufnahme osteologischer Funde und die Anwendung naturwissenschaftlicher Analysen, wird untersucht, welche archäologischen Aussagen sich tätigen lassen: Auf welche Art erscheinen Messer und Tierknochen (bzw. Fleischstücken) im archäologischen Befund und wie wurde mit diesen Motiven in zeitgemäßen Bildern umgegangen?

Um diese Untersuchungen mit angemessener Tiefe durchführen zu können, werden bewusst Schlaglichter gesetzt: Eine detaillierte Beleuchtung konkreter Fundzusammenhänge mit Hilfe von Fallstudien wurde den Reflexionen über das Themenfeld Fleischkonsum bzw. Fleischdistribution (und damit zwangsläufig auch die Institution des Opfers) in der zeitgemäßen Literatur und Kunst gegenübergestellt.

Der Übergang von der frühen Eisenzeit zur Archaik mit all seinen Phänomenen, wie etwa der polis-Bildung und der Institutionalisierung des blutigen Opfers in Heiligtümern, bildet den chronologischen Rahmen der Untersuchung. Aufgrund der nach wie vor insbesondere hinsichtlich ihrer Vielfalt herausragenden Quellenlage, wird ein räumlicher Schwerpunkt auf Attika gesetzt. Auf die Zuhilfenahme späterer Textquellen zur Rekonstruktion historischer „Realitäten“ wurde bewusst verzichtet.

Zusammenfassung (Englisch)

The present doctoral thesis examines the aspects of consumption and distribution of meat in Early Iron Age Greek archaeological contexts through the institutionalization of the sacrifice within the archaic period. As a nutritionally not essential food, but with incomparably high-considered social prestige, humans, among other primates, use meat as a socio-political tool for manipulating the behavior of others.

A basic overview of the biology of behavior and culturally underlying motivations to share and redistribute meat, is followed by a critical synopsis of current subject-specific methods and multidisciplinary approaches to deal with these issues within archeology. After a review of the potential traceability of meat consumption and distribution by recording osteological remains and analyzing them scientifically, it is investigated which statements can be made from archaeological observations: in what kind of find contexts do knives and animal bones (or pieces of meat) appear in the archaeological record, and how were these motifs handled in contemporary images and texts?

To carry out these studies with adequate depth, highlights were consciously set. A detailed observation of specific find contexts was followed by reflections on the topics of communal consumption of meat, meat sharing, and meat distribution (and therefore inevitably the institution of the sacrifice) faced in contemporary literature and art.

The transition from the early Iron Age to the archaic period with all its phenomena, such as the polis- formation and institutionalization of the bloody sacrifice in sanctuaries, is the chronological framework of the investigation. Due to the still outstanding with regard to the particular variety of sources, a spatial focus is set to Attica. Later text sources to aid the reconstruction of historical „reality“ were deliberately omitted.