Zur Seitenansicht
 

Titelaufnahme

Titel
Das baskische Autonomiestatut in der spanischen Verfassung / von Robert Hubmann
VerfasserHubmann, Robert
Begutachter / BegutachterinPernthaler, Peter ; Weber, Karl
Betreuer / BetreuerinPernthaler, Peter ; Weber, Karl
Erschienen2015
Umfang333 S. : Ill., graph. Darst., Kt.
HochschulschriftInnsbruck, Univ., Diss., 2015
Datum der AbgabeApril 2015
SpracheDeutsch
Bibl. ReferenzOeBB
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (DE)Autonome Gemeinschaft / Autonome Gemeinschaften / Autonomiestatut / baskisch / baskisches Autonomiestatut / Basken / Baskenland / Euskal Herria / Faktische Ungleichheiten / Fueros / hechos diferenciales / Minderheit / Minderheitenrechte / Plan Ibarretxe / Selbstbestimmungsrecht der Völker / Sezession / Souveränität / spanisch / Spanische Verfassung / Spanien / Unabhängigkeit / Verfassungsasymmetrie / Föderalismus / Regionalismus / differenzierter Föderalismus / asymmetrischer Föderalismus
Schlagwörter (EN)Autonomous Community / Autonomous Communities / Statute of Autonomy / Statute of Autonomy of the Basque Country / Basque / Basque Country / Fueros / Euskal Herria / hechos diferenciales / Spanish Constitution / Constitutional Asymmetry / Independence / Secession / Spain / Spanish / Sovereignty / Plan Ibarretxe / inority / right of self-determination / fueros / factual inequalities / federalism / regionalism / differentiated federalism / asymmetrical federalism
Schlagwörter (GND)Ibarretxe Markuartu, Juan José / Spanien / Baskenland / Autonomiestatut / Verfassungsgrundsatz / Zuständigkeit / Integration / Föderalismus
URNurn:nbn:at:at-ubi:1-2638 Persistent Identifier (URN)
Zugriffsbeschränkung
 Das Werk ist frei verfügbar
Dateien
Das baskische Autonomiestatut in der spanischen Verfassung [3.09 mb]
Links
Nachweis
Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Basken sind ein faszinierendes Volk. Dies nicht nur deshalb, da sie eine Sprache sprechen, die mit keiner anderen genetisch verwandt ist und deshalb als isolierte Sprache bezeichnet werden kann, deren Ursprung bis heute nicht erforscht werden konnte. Sondern gerade auch aufgrund des sehr stark ausgeprägten Volksbewusstseins, das sich in vielen urtümlichen Bräuchen und Sitten niederschlägt, die so gar nicht in Einklang mit der spanischen Mentalität zu bringen sind. Ihr Volksverständnis geht von der Souveränität und vom Pakt mit Spanien aus, den sie ihrer Auffassung nach als freies Volk im Mittelalter abgeschlossen haben. Seit dieser Zeit hat sich ein partikuläres Rechtsregime, das der fueros, entwickelt, das sich mit zeitlichen Unterbrechungen bis heute bewahren konnte. Mit Inkrafttreten der neuen Spanischen Verfassung nach der Diktatur Francisco Franco`s im Jahr 1978 wurden auch die „baskischen Freiheiten“ verfassungsrechtlich abgesichert. Die flächendeckende Umsetzung eines spanischen Staates der Autonomien verhalf dem zur historischen Nationalität deklarierten Baskenland zur weitgehenden Selbstbestimmung im Rahmen einer Territorialautonomie. Das baskische Autonomiestatut von 1979 nimmt eine relative große Anzahl an verfassungsrechtlichen Asymmetrien, mehr als jede andere Autonome Gemeinschaft Spaniens, in seinem Bestand auf. Nach über 35 Jahren Geltung des Autonomiestatuts kann festgehalten werden, dass große gemäßigte und pro-spanische Teile der Bevölkerung des Baskenlandes mit diesem Autonomieregime zufrieden sind. Es gibt jedoch auch eine beachtliche Gruppe an baskischen Nationalisten für die das Autonomiestatut zu kurz greift und die in Besinnung auf die baskischen Freiheiten die Unabhängigkeit von Spanien fordern. Sie streben die Vereinigung aller baskischen Territorien in Frankreich und Spanien zu einem geeinten Großbaskenland, Euskal Herria, dem Land der Baskisch-Sprecher, an. Dahingehend zielte auch der Plan Ibarretxe ab, ein Entwurf eines neuen baskischen Autonomiestatuts, der jedoch von den zentralspanischen Gremien abgelehnt wurde. Einstweilen liegt der Entwurf eines neuen Statuts auf Eis. Dies nicht zuletzt deshalb um drei aktuellen Entwicklungen Rechnung zu tragen und deren Ausgang abzuwarten. Die erste Entwicklung ist die Reformwelle der Autonomiestatuten der Autonomen Gemeinschaften Spaniens, die mit dem neuen Statut von Katalonien in 2006 seinen Anfang genommen hat. Die zweite Entwicklung betrifft die Unabhängigkeitsbestrebungen mancher Volksgruppen Europas, so wie die der Schotten oder die der Katalanen. Die dritte Entwicklung wird durch das derzeitige politische Klima im Baskenland gezeichnet, wo man in einem Friedensprozess auf den Dialog mit Spanien und auf die Aufarbeitung der belastenden Vergangenheit setzt. Begleitet soll dieser Prozess durch die Auflösung der militanten Terrororganisation ETA werden. In dieser Dissertation wird auch die Frage aufgeworfen, wie es um die Chancen steht, dass sich Spanien weiter föderalisiert, um als multinationaler Staat die Spannungen zwischen dem Zentrum in Madrid und der Peripherie, vor allem im Baskenland und in Katalonien abzubauen.

Zusammenfassung (Englisch)

The Basques are fascinating people. Not only due to the fact that they are speaking a language which does not have any genetic relations to any other language in the world; a so called isolated language whose origins were not explored up to now. But also due to their ethnicity which can be discovered in many ethnic traditions and customs which have nothing in common with Spanish mentality. Their own understanding as nation acts on their belief of sovereignty and their pact with Spain, which they have made in mediaeval times. Since those times a particular juridical regime has developed, known as fueros, which they could preserve besides some disruptions up to now. With the commencement of the new Spanish Constitution in 1978, after Francisco Francos dictatorship, the so called ‘Basque liberties were constitutionally safeguarded. The nationwide realisation of the Spanish state of autonomies restored the self-determination of the, as a historical nationality declared, Basque region in the frame of territorial autonomy. The statute of autonomy of the Basque country from 1979 takes a relatively big number of constitutional asymmetries into stock, more than any other autonomous community in Spain. After more than 35 years of validity of the statute of autonomy of the Basque country one can retain that big parts of moderate and pro-Spanish society in Euskadi are quite content with this regime. Though, for another part of society, the Basque nationalists, the statute of autonomy comes up short and they are claiming independency from Spain. They strive for a unification of all Basque territories in France and Spain into a Greater Basque region - Euskal Herria (the country of the Basque speakers). To that effect also the proposal of a new statute of autonomy of the Basque country, the so called Plan Ibarretxe, aimed for independency but was finally denied by legal bodies of the Spanish state. For the time being a draft of a new statute was put on hold. Not least in order to accommodate three current developments and eagerly expect their outcomes. The first development began with the wave of reforms of statutes of autonomies of other Spanish autonomous communities, originated by the new statute of Catalonia in 2006. The second development is related to the eagerness for independence of some European ethnic groups, amongst them the Scots and Catalans. The third development is drawn by the current political climate in the Basque country which is based on a peace process and a climate of open dialogue with Spain. This process is accompanied by the planned dissolution of the militant terrorist organisation ETA. In my doctoral thesis I also examined about Spains possible further federalisation and rise to a multinational state in order to reduce the tensions between the centrum in Madrid and the periphery in the regions like the Basque country or Catalonia.