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Titelaufnahme

Titel
Schweigen als performative Kraft im Unterricht / von Ingrid Rita Handle
VerfasserHandle, Ingrid Rita
Begutachter / BegutachterinSchratz, Michael ; Stöger, Peter
Betreuer / BetreuerinSchratz, Michael
Erschienen2015
Umfang230 Bl. : Ill.
HochschulschriftInnsbruck, Univ., Diss., 2015
Datum der AbgabeMärz 2015
SpracheDeutsch
Bibl. ReferenzOeBB
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (DE)Schweigen / Lernen als Erfahrung / Innsbrucker Vignettenforschung / Schule / Unterricht
Schlagwörter (EN)silence / learning as experience / Innsbruck-vignette-research / school / lesson
Schlagwörter (GND)Unterricht / Schweigen / Performanz <Linguistik> / Lernen
URNurn:nbn:at:at-ubi:1-2470 Persistent Identifier (URN)
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 Das Werk ist frei verfügbar
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Schweigen als performative Kraft im Unterricht [3.28 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Fokus der Dissertation „Schweigen als performative Kraft im Unterricht“ gilt Schweigeerfahrungen im schulischen Kontext in den Blick zu nehmen und daraus Rückschlüsse auf das Lernen und Lehren zu ziehen. In der Auseinandersetzung mit den Daten zeigte sich Schweigen oft als ein ritualisiertes schulisches Geschehen, das in einem ersten Hinschauen weniger dem Lernen gilt als einer Schulkultur mit einer klaren Struktur, in der hauptsächlich die Lehrperson darüber entscheidet wann geschwiegen werden muss und wann nicht. Es wäre jedoch übereilt aus diesen sich vordergründig zeigenden Beobachtungen Rückschlüsse auf das Lernen zu ziehen. Schweigen als Gegenpol zu reden, als bewusst gesetzte oder von außen befohlene Handlung zeigt oft ein Stillsein, ein Stillsein-müssen nach außen. Schweigeerfahrungen mit Widerfahrnischarakter jedoch sind äußerst komplexe Phänomene, die nicht sofort sichtbar oder erkennbar sind. Schweigeerfahrungen verbleiben im Dunkeln, im Nicht-fassbaren und können wenn, dann nur über leibliche Äußerungen erahnt werden. Erst im Benennen, im Aufzeigen und Zeigen rückt das Erfahrene als Gegenstand zur Betrachtung ins Licht und lässt Unbekanntes, Ungeahntes, manchmal auch Überraschendes aufblitzen, sodass Schweigeerfahrungen sichtbar, hörbar und artikulierbar werden.

Im Rahmen der Innsbrucker Vignettenforschung werden anhand von verdichteten Beschreibungen (Vignetten), die gelebten schulischen Erfahrungen von Schülerinnen und Schülern von der Sache her beleuchtet. So gelingt ein pädagogisch-phänomenologischer Blick auf das Lernen und Lehren und bietet die Chance, die lernende Lehrerin/den lernenden Lehrer und die Lernbedürfnisse der Schülerinnen und Schüler in den Mittelpunkt pädagogischen Handelns zu rücken, um personale Bildungsprozesse zu ermöglichen.

Zusammenfassung (Englisch)

This thesis “Silence as a performative force in the classroom” focuses on experiences of silence in the context of schools and the implications for learning and teaching. The data shows that silence is often a ritualised event that on the first glimpse seems to be related less to learning but more to a school culture with clear structures and rules and a teacher that mainly decides when there is silence and when not in class and generally in school . Nevertheless it would be rash to draw conclusions with respect to learning from these ostensibly shown observations. Silence as opposed to speaking, as a deliberate, or externally ordered act is often ”a having to be quiet”. However experiences of silence as an experience (Widerfahrnis) are extremely complex phenomena that are not visible or recognisable right away. Experiences of silence remain in the dark, in a not comprehensible state and can if at all only be guessed from bodily utterances. Only through designation, demonstration and pointing to, the experienced appears obvious and there can even be a surprising flash of the unknown, the undreamed in which experiences of silence become visible, audible and articulable.

Within the framework of the Innsbruck-vignette-research the experienced learning experiences of pupils are illuminated by means of compact descriptions (vignettes). Hence a pedagogical-phenomenological view on learning and teaching is possible and offers the opportunity to centre pedagogical activities on the learning teacher and the learning-requirements of the pupils to enable personal learning processes.