Titelaufnahme

Titel
The European natural gas market policy : examining a paradigm shift / by Johanna Pinggera
VerfasserPinggera, Johanna
Begutachter / BegutachterinMaurer, Andreas ; Steinherr, Alfred
Betreuer / BetreuerinMaurer, Andreas
Erschienen2015
UmfangX, 460 S. : graph. Darst.
HochschulschriftInnsbruck, Univ., Diss., 2015
Datum der AbgabeFebruar 2015
SpracheEnglisch
Bibl. ReferenzOeBB
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (DE)Gasmarkt / Energiepolitik / Energieaussenpolitik / Energiesicherheit / Europa / Deutschland / Italien / Interessengruppen / leitungsgebundene Energiesysteme / Regulierungsreformen / Versorgungsbetriebe / Investitionen / Investitionsklima
Schlagwörter (EN)natural gas market / energy policy / foreign energy policy / energy security / Europe / Germany / Italy / interest groups / network bounded energy systems / regulatory reforms / utility provider / investments / investment climate
Schlagwörter (GND)Europa / Gasmarkt / Energiepolitik / Interessenverband / Energieübertragung
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Zusammenfassung (Deutsch)

In den letzten zwei Jahrzehnten hat sich im europäischen Gasmarkt ein Paradigmenwechsel vollzogen. Mit der Zusammenführung der nationalen Gasmärkte zu einem integrierten europäischen Gasmarkt änderte sich auch grundlegend die Rolle der Regierungen. Während im alten Paradigma die Regierungen vorwiegend die Rolle der Konstrukteure, Organisatoren und Finanziers von großen Gasprojekten übernommen hatten, übernehmen sie nun die Rolle der Regulatoren und gestalten die gesetzlichen Rahmenbedingungen für private Investoren. Dieser intergrierte Gasmarkt sollte sich positiv auf die europäischen Konsumenten und auf die Energiesicherheit auswirken, zum einen da diese aufgrund innner-europäischer Gaslieferungen gefördert wird, und zum anderen da die Europäische Union als Repräsentantin eines großen Konsumentenmarktes gegenüber nicht-europäischen Gaslieferanten vorsprechen kann. Gerade dieserzweite Aspket ist wichtig, da der europäische Gasmarkt von nicht-europäischen Gaslieferungen abhängig ist, und die europäische Energiepolitik sich nicht nur auf Aktivitäten im europäischen Markt auswirkt, sondern direkt und indirekt auch die Aktivitäten und Investitionsentscheidungen von nicht-europäischen Zulieferern beeinflusst. In Anerkennung, dass sich die Energiepolitik, die Energieaußenpolitik und Energiesicherheit gegenseitig bedingen und zusammenhängen, stellt diese Arbeit die Frage, ob der Paradigmenwechsel im Gasmarkt Europas Energiesicherheit erhöht oder geschwächt hat. Um dieser Frage nachzugehen, unternimmt diese Arbeit eine vergleichende Analyse, die die deutschen und italienischen Gasmärkte sowie die europäische Energiepolitik und deren Sektorenregulierungen untersucht, wobei sie sich auf Theorien internationaler Beziehungen und auf theoretische Kenntnisse über Interessensgruppen als auch auf ökonomische Theorien hinsichtlich natürlicher Monopole stützt. Die Studie kann keinen direkten und eindeutigen Zusammenhang zwischen dem Paradigmenwechsel und Europas Energiesicherheit herstellen, aber es gibt klare Hinweise, dass sich der Paradigmenwechsel negativ auf das Investitionsklima für europäische Unternehmen und nicht-europäische Lieferanten ausgewirkt hat. Zudem zeigt es sich, dass sich auf der europäischen Ebene - zum Unterschied zur nationalen Ebene - der Einfluss der großen Energieunternehmen auf die Politik stark verringert hat, so dass die europäischen Institutionen die Energiepolitik und die Energieaußenpolitik vornehmlich nach ihren eigenen Zielen gestalten konnten. Nicht zuletzte aufgrund dieser verringerten Einflussnahmen, verfolgen die europäischen Insitutionen einen neuen Ansatz in der Energieaußenpolitik, die sich von der Energieaußenpolitik der beiden Nationalstaaten im wesentlichen durch zwei Elemente unterscheidet. Die europäische Energieaußenpolitik strebt eine Diversifizierung der Lieferländer an und versucht, eine markt- und regelorientierte Energiewirtschaft auf die Lieferländer bzw. Transitländer zu übertragen. Durch dieses Vorgehen, hat die europäische Energieaußenpolitik zu Spannungen mit langjährigen nicht-europäischen Gaslieferländern geführt, die sich auch auf andere politische Themenfelder ausgewirkt haben.

Zusammenfassung (Englisch)

A paradigm shift has taken place in the European natural gas market over the last two decades. During the transition from single national energy markets to an integrated European market a shift occurred from the ``old'' managed model, where European governments were builders, operators and financiers of gas projects, towards a ``new'' competitive model in which governments became regulators and creators of legal frameworks for private investments. A fully integrated natural gas market aims to be beneficial for European consumers by boosting security of supply due to internal connections and by empowering the European Union to speak with one voice for a large consumer market. The latter aspect is essential as the European gas market is deeply connected with non-EU countries, and therefore energy policies influence not only European energy market activities but also have direct and indirect repercussions on cooperation with non-EU gas suppliers and their willingness to invest in exploration and production. Acknowledging this nexus between domestic energy policies, foreign energy policies and energy security, this study raises the question whether the paradigm shift in the natural gas market has improved or weakened Europe's energy security. By employing international relations theories and theoretical knowledge about interest groups, and drawing on various economic theories concerning the functioning of natural monopolies, a comparative analysis that focuses on the German and Italian gas markets as well as European sector-specific regulations and energy policies, sheds light upon this nexus. The study does not reveal a direct link between the paradigm shift and Europe's energy security, but there is evidence that the paradigm shift has weakened the investment climate for the European gas industry and for non-EU supply partners. In addition, the study shows that the impact of the large energy industry upon the policy-making process has largely vanished at the European level compared to the national levels, and that the European institutions are free to enact and implement (foreign) energy policies according to their own devise. Not least because of this lessened lobbying impact, the European institutions pursue a new foreign energy policy approach that is characterized by diversification targets and the attitude to impose the new energy paradigm upon non-EU suppliers, an approach that differs from the foreign energy policy approach of the Member States under investigation. Thereby, European (foreign) energy policies have weakened the cooperation with long-standing supply partners, and thus created frictions with negative consequences in other issue areas.