Titelaufnahme

Titel
Climate change and ski tourism in Tyrol, Austria : challenges and stakeholder perceptions / Lisa Trawöger
VerfasserTrawöger, Lisa
Begutachter / BegutachterinButler, Richard ; Scott, Daniel
GutachterStötter, Johann
Erschienen2015
UmfangVIII, 202 Bl. : Ill., graph. Darst., Kt.
HochschulschriftInnsbruck, Univ., Diss., 2014
Anmerkung
Enth. u.a. 5 Veröff. d. Verf. aus den Jahren 2010 - 2014
Datum der AbgabeJanuar 2015
SpracheEnglisch
Bibl. ReferenzOeBB
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (DE)Klimawandel / Wintertourismus / Skitourismus / Vulnerabilität / Tirol / Österreich
Schlagwörter (EN)climate change / winter tourism / ski tourism / vulnerability / Tyrol / Austria
Schlagwörter (GND)Österreich / Tirol / Klimaänderung / Wintertourismus / Skitourismus
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Zusammenfassung (Deutsch)

Es gibt starke Anzeichen dafür, dass der Klimawandel deutliche Auswirkungen auf schneeabhängige Formen des Tourismus, den Skitourismus eingeschlossen, haben wird. Da der Skitourismus eine Schlüsselrolle in der Regionalwirtschaft vieler alpiner Gebiete einnimmt, ist eine genauere Kenntnis der Folgen des Klimawandels für den Skitourismus und möglicher Handlungschancen ungemein wichtig. Die Ziele der vorliegenden Dissertation bestehen darin, etwaige Auswirkungen des Klimawandels auf den Skitourismus zu skizzieren und Einblicke in die akteurseitige Wahrnehmung und Einbeziehung des Klimawandels im Untersuchungsgebiet Tirol/ Österreich, einem der bedeutendsten alpinen Tourismusgebiete, zu erhalten.

Um mögliche Folgen des Klimawandels für den Skitourismus im Untersuchungsgebiet abschätzen zu können, wurde ein Vulnerabilitätsprofil erstellt, welches in einer multivariaten Analyse zukünftige Schneesicherheitseinschätzungen mit Tourismus- und Skigebietsdaten verknüpft. Die vulnerabelsten Regionen im Untersuchungsgebiet sind charakterisiert durch eine prognostizierte kurz- oder mittelfristige Schneesicherheit der Skigebiete und eine hohe wirtschaftliche Abhängigkeit der entsprechenden Gemeinden vom Skitourismus. Stark tourismusabhängige Gebiete im Nordwesten und Nordosten Tirols zählen zu jenen Regionen, in welchen bereits in den 2030er-Jahren spürbare Auswirkungen des Klimawandels auf den Skibetrieb erwartet werden. Konflikte aufgrund von Anpassungskosten einschließlich der Finanzierung eines erhöhten Bedarfs an Kunstschnee sind wahrscheinlich.

Experteninterviews liefern Aufschluss über das gegenwärtige Bewusstsein für den Klimawandel unter Tourismusakteuren im Untersuchungsgebiet. Im Rahmen einer Clusteranalyse wurden vier Gruppen identifiziert: „convinced planners“, „annoyed deniers“, „ambivalent optimists“ und „convinced wait-and-seers“. Die Ergebnisse lassen erkennen, dass bei den meisten Akteuren ein Bewusstsein auf globaler Ebene besteht, dass sie sich jedoch möglicher branchen- und regionalspezifischer Auswirkungen des Klimawandels nicht bewusst zeigen. Der Klimawandel ist derzeit kein integraler Bestandteil des Risikomanagements in den Skidestinationen. Bisher konnten keine konkreten reaktiven oder antizipatorischen Anpassungsstrategien festgestellt werden. Geplante und implementierte Maßnahmen im Tiroler Skitourismus konzentrieren sich auf technische Verbesserungen, insbesondere im Bereich der Schneeproduktion.

Die Diskrepanz zwischen bestehenden Meinungen und Handlungsmustern im Tiroler Skitourismus gegenüber dem Klimawandel und den prognostizierten möglichen Herausforderungen könnten beträchtliche negative Folgen für die Wettbewerbsfähigkeit von Tiroler Skigebieten nach sich ziehen. Es ist offensichtlich, dass großer Forschungsbedarf besteht. Dieser reicht von regionalen und lokalen Auswirkungsstudien hin zu Untersuchungen der bestimmenden Faktoren der Wahrnehmung des Klimawandels unter den Tourismusakteuren, um das Bewusstsein für mögliche Folgen zu erhöhen und Anpassungsmaßnahmen einzuleiten.

Zusammenfassung (Englisch)

There are strong indications that climate change will significantly impact snow-dependent tourism activities, including skiing. Because ski tourism plays a key role in the economies in many mountain regions, better knowledge of the nature of climate change-induced impacts on the ski industry and possible approaches to these is crucial. The overall goals of this thesis were to provide insights into potential effects of climate change on ski tourism and to reveal the level of climate change awareness and involvement in the study region of Tyrol, Austria, which represents one of the top Alpine tourism regions.

To identify potential impacts of climate change on ski tourism in the study area, a vulnerability profile was developed combining estimations of future snow reliability with tourism and ski area data in a multivariate analysis. The most vulnerable regions in the study area are characterised by a projected short-term or medium-term snow reliability of the ski areas and a high dependency of the respective communities on ski tourism. By the 2030s, highly tourism-dependent regions in the northwest and northeast portions of the study area are expected to experience tangible effects on ski area operations. Conflicts over adaptation costs, including financing of increased snowmaking demands, are likely.

Expert interviews were conducted to examine the current level of climate change awareness and involvement among tourism stakeholders in the study area. Using cluster analysis, four opinion categories were found: convinced planners, annoyed deniers, ambivalent optimists and convinced wait-and-seers. The data shows that most stakeholders are aware of climate change on a global level but do not exhibit awareness of potential branch- and region-specific consequences of climate change. The issue is currently not an integral part of risk management matters in the ski resorts; up to now, no concrete reactive or anticipatory adaptation strategies could be revealed. Planned and implemented measures in the Tyrolean ski industry focus on technical advances, particularly in the field of snowmaking.

Current attitudes and approaches in the Tyrolean ski industry are not commensurate to the challenges climate change is likely to pose. This could imply considerable negative consequences for the competitive balance of Tyrolean ski resorts. Various future research needs are evident and range from more regional and local impact projections to a deeper understanding of the determining factors of stakeholder climate change perceptions to raise awareness of the issue and, thus, induce stakeholder action.