Titelaufnahme

Titel
Die Umsetzung der Thun-Hohensteinschen Reformen an der Universität Innsbruck : (1848-1860) / Christof Aichner
VerfasserAichner, Christof
Betreuer / BetreuerinMazohl, Brigitte
Erschienen2014
Umfang428 Bl. : Ill.
HochschulschriftInnsbruck, Univ., Diss., 2014
Datum der AbgabeDezember 2014
SpracheDeutsch
Bibl. ReferenzOeBB
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (DE)Universität / Universität Innsbruck / Universitätsgeschichte / Wissenschaftsgeschichte / . Jahrhundert / Österreich
Schlagwörter (EN)University / University of Innsbruck / History of Universities / History of Science / Austria
Schlagwörter (GND)Thun und Hohenstein, Leo von / Universität Innsbruck / Hochschulreform / Geschichte 1848-1860
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Zusammenfassung (Deutsch)

Dissertation untersucht die Umsetzung der ‚Thun-Hohensteinschen Reformen an der Universität Innsbruck zwischen 18481860. Diese Reformen vollzogen eine tiefgreifende Neuorganisation der österreichischen Bildungslandschaft und bildeten den Ausgangspunkt für einen wissenschaftlichen Aufschwung in der Habsburgermonarchie in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die Reformen orientierten sich dabei insbesondere am Vorbild der preußischen Universitäten. Zu den wesentlichen Neuerungen zählten die Aufwertung der philosophischen Fakultät und die Einführung der Ordinarienuniversität. Leo Thun als verantwortlicher Minister, sah in den Reformen nicht nur die Chance zur Initiierung eines wissenschaftlichen Aufschwungs, sondern auch die Möglichkeit, die Reform der Universitäten zur Grundlage einer allgemeinen Reform der Monarchie zu machen. Sein Ziel war eine geistige Reform Österreichs auf einer katholisch-konservativen Basis. Die Arbeit verdeutlicht, dass die Umsetzung der Reformen unter diesen Vorzeichen zu betrachten ist. Das zeigte besonders die Personalpolitik des Ministers, zumal Thun vor allem konservative Professoren ernannt hat. Außerdem wurde der Universität Innsbruck die Rolle einer vorwiegend katholischen Universität innerhalb der Monarchie zugedacht, was langfristig zu Konflikten zwischen klerikalen und liberalen Kräften innerhalb der Universität geführt hat. Die nationalen Konflikte, die die Universität in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts überdies prägten, besaßen ihren Ursprung ebenfalls in der Ära Thun. Die Untersuchung zeigt somit, dass die Reform einerseits zum Ausgangspunkt für einen wissenschaftlichen Aufschwung der Universität sorgte, gleichzeitig aber auch Ursprung für mehrere Konfliktfelder war.

Zusammenfassung (Englisch)

The thesis addresses the implementation of the reform of the Austrian educational system named after Minister Leo Thun-Hohenstein (18111888) in the years following the revolution of 1848 at the University of Innsbruck. The central modifications of the reform were the upgrading of the philosophical faculty and the assignment of the university administration to the professors. The study shows that the implementation of the reform was not only supposed to pave the way for a scientific revival of the Monarchy, but was to re-educate the Austrian youth after the revolution of 1848. The reform was therefore a balancing act between modernization and Catholic conservatism, liberalizing the general shape of the universities and simultaneously changing the contents in a catholic-conservative direction. Besides the scientific advancing of the University, this dichotomy hence led to a series of conflicts, which was to characterize the history of the University of Innsbruck in the second half of 19th century.