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Titelaufnahme

Titel
Lawine und Strafrecht : ein Rechtsvergleich zwischen Italien und Österreich / vorgelegt von: Monika Kritzinger
VerfasserKritzinger, Monika
Begutachter / BegutachterinHelfer, Margareth ; Schwaighofer, Klaus
Betreuer / BetreuerinHelfer, Margareth ; Schwaighofer, Klaus
Erschienen2014
UmfangX, 309 Bl. : Ill., graph. Darst.
HochschulschriftInnsbruck, Univ., Diss., 2014
Datum der AbgabeNovember 2014
SpracheDeutsch
Bibl. ReferenzOeBB
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (DE)Lawine / Strafrecht / Haftung / Rechtsvergleich
Schlagwörter (GND)Italien / Österreich / Lawinenunfall / Gefährdungshaftung / Fahrlässigkeit / Vorsatz / Gemeingefährliches Delikt / Strafbarkeit / Rechtsvergleich
URNurn:nbn:at:at-ubi:1-2037 Persistent Identifier (URN)
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Lawine und Strafrecht [13.52 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Italien und Österreich als Alpenländer sind jedes Jahr aufs Neue von Lawinenunfällen betroffen, die von Wintersportlern im freien Gelände ausgelöst werden. Die italienische Rechtsordnung sieht diesbezüglich zwei eigene Bestimmungen im Codice penale vor: Art. 426 c.p. regelt das vorsätzliche Auslösen einer Naturkatastrophe (Überschwemmung, Erdrutsch oder Lawine) und 449 c.p. ist das entsprechende Fahrlässigkeitspendant. Sanktioniert werden die Tatbestände mit einer Freiheitsstrafe von fünf bis zu zwölf Jahren bzw. von einem Jahr bis zu fünf Jahren. Der Gesetzgeber hat beide Tatbestände in den 1930er Jahren als abstrakte Gefährdungsdelikte entworfen, für deren Verwirklichung keine tatsächliche Gefährdung eintreten bzw. festgestellt werden muss, sondern diese vorab iuris et de iure vermutet wird und diesbezüglich auch keine Gegenbeweise zulässig sind.

Wird eine Lawine hingegen auf österreichischem Terrain ausgelöst, so folgen strafrechtliche Konsequenzen nur dann, wenn es zu einer konkreten Gefährdung oder Verletzung von Dritten gekommen ist, und dann auch nur für die rechtsgutverletzenden Folgen und nicht bereits für das Auslösen der Naturkatastrophe selbst. Eine Haftung folgt auf der Grundlage allgemeiner nicht auf Naturgefahren zugeschnittener Bestimmungen wegen konkreter Gefährdung der körperlichen Sicherheit einzelner Personen (§ 89 StGB), oder wegen fahrlässiger Gemeingefährdung von mindestens zehn Personen (§ 177 StGB), sowie wegen fahrlässiger Körperverletzung (§ 88 StGB) oder fahrlässiger Tötung (§ 80 StGB).

Mit den verschiedenen modernen Entscheidungsstrategien zum Risikomanagement wird dem Tourengeher ein Instrument zur Berechnung des Lawinenrisikos in die Hand gegeben, das ihm bei korrekter Anwendung hilft, das Auslösen von Lawinen zu vermeiden. Eine Gefahrenstufe