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Titelaufnahme

Titel
Effekte von kognitivem Training und exekutiven Funktionen auf Zahlenverarbeitung und Entscheidungen unter Risiko : eine klinische Studie zum Zusammenhang von kognitivem Training und exekutiven Funktionen auf die numerische Verarbeitung und das Entscheiden unter Risiko / vorgelegt von Lisa Susanne Geske
VerfasserGeske, Lisa Susanne
Betreuer / BetreuerinnenZamarian, Laura
ErschienenInnsbruck, Oktober 2018
UmfangIX, 107 Blätter : Illustration, Diagramme
HochschulschriftUniversität Innsbruck, Masterarbeit, 2018
Datum der AbgabeOktober 2018
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (DE)kognitives Training / Entscheiden unter Risiko / Framing-Effekte / Zahlenverarbeitung / exekutive Funktionen
Schlagwörter (EN)cognitive training / decision making under risk / framing effects / numerical processing / executive functions
Schlagwörter (GND)Denktraining / Exekutive Funktionen / Zahlenverständnis / Rechenfähigkeit / Entscheidung bei Risiko
URNurn:nbn:at:at-ubi:1-30564 Persistent Identifier (URN)
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Effekte von kognitivem Training und exekutiven Funktionen auf Zahlenverarbeitung und Entscheidungen unter Risiko [1.93 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Vorteilhafte Entscheidungen zu treffen ist wichtig für ein erfolgreiches und gesundes Leben. Diverse Studien haben gezeigt, dass selbst gesunde Menschen Schwierigkeiten haben können, optimale Entscheidungen zu treffen, wenn diese auf komplexen numerischen Informationen (wie Risiken) basieren und die Verarbeitung von Wahrscheinlichkeiten und Proportionen erfordern. Ferner zeigten Studien, dass allein die Art und Weise der Informationspräsentation (der Frame) Entscheidungen und Präferenzen erheblich beeinflussen kann. Zahlreiche Studienerkenntnisse belegen, dass sowohl exekutive Funktionen als auch numerische Fähigkeiten zentrale Faktoren bei der Entscheidungsfindung unter Risikobedingungen darstellen.

Das Ziel dieser Studie war zu untersuchen, ob gezieltes kognitives Training zur Zahlenverarbeitung versus zum Textverständnis das Verständnis und die Verarbeitung komplexer numerischer Informationen (d. h. Verhältniskonzepte wie Prozente, Proportionen, Brüche) verbessert und letztlich zur Reduktion von Frame-Beeinflussungen und einem vorteilhafteren Entscheidungsverhalten unter Risiko führt.

In einer kontrollierten Längsschnitt-Studie durchliefen 44 gesunde erwachsene Probanden (Alter, M = 40.23, SD = 15.02; Ausbildungsjahre, M = 13.27, SD = 2.29) ein einwöchiges Zahlentraining, gefolgt von einem einwöchigen Texttraining (Gruppe A, n = 23), oder vice versa (Gruppe B, n = 21). Vor Trainingsbeginn (T1) wurden eine neuropsychodiagnostische Testung sowie die experimentellen Testverfahren bzgl. Entscheiden unter Risiko (GDT-D), Verarbeitung numerischer Verhältniskonzepte (Health Numeracy Task, Calculation with fractions) und Framing-Effekte (Framing Task) durchgeführt. Die Leistungen in den experimentellen Testverfahren wurden ebenfalls nach der ersten (T2) und zweiten Woche Training (T3) erfasst. Die Ergebnisse induzierten signifikante Effekte des kognitiven Trainings im Verlauf: Unabhängig des Trainingsmoduls zeigten sich nach der ersten Trainingswoche mehr vorteilhafte Entscheidungen und eine verbesserte Verarbeitung gesundheitsbezogener numerischer Verhältnisse, nach der zweiten Woche reduzierte Framing-Effekte und bessere rechnerische Leistungen mit numerischen Verhältniskonzepten. In Übereinstimmung mit vorherigen Studien ergaben sich positive Korrelationen zwischen exekutiven Funktionen, Zahlenverarbeitung und Entscheiden unter Risiko.

Die gewonnenen Erkenntnisse liefern eindeutige Hinweise, dass kognitives Training numerische Fähigkeiten und das Entscheidungsverhalten unter Risiko-bedingungen verbessern sowie Framing-Effekten entgegenwirken kann, und damit ein vielversprechendes Potenzial einer höchst ökonomischen Interventionsform bietet.

Zusammenfassung (Englisch)

Making advantageous decisions is important for a successful and healthy life. Various studies have shown that this is a complex ability and that even healthy people may have difficulty making optimal decisions based on complex numerical information, such as risks, that require the processing of probabilities and proportions. It has also been shown that, particularly in this context, the way information is presented (information frame) may significantly influence peoples decisions and preferences. Numerous studies point to the importance of executive functions and numerical abilities in decision making under risk conditions.

This work aimed at examining whether a target cognitive training on number processing versus on text comprehension would improve the understanding and processing of complex numerical information (i.e., ratio concepts; e.g., percentages, proportions and fractions) and would lead to a reduction in the influence of the information frame and ultimately to more advantageous decisions under risk.

In a controlled cross-over study, 44 healthy adult participants (age, M = 40.23, SD = 15.02; years of education, M = 13.27, SD = 2.29) underwent a week of numerical training followed by a week of text-comprehension training (subgroup A, n = 23), or vice versa (subgroup B, n = 21). Before training (T1), participants performed a neuropsychological background assessment as well as the experimental tasks assessing decision making under risk (GDT-D), ratio processing (Health Numeracy Task, Calculation with fractions) and framing effects (Framing Task). Experimental tasks were also administered after the first (T2) and the second (T3) training week.

Results demonstrated significant effects of cognitive training over time. Independently of the training type, participants made more advantageous decisions and showed better performance in a health-related ratio processing task after a week of training. Reduced framing effects and better performance in calculation with ratio concepts were found after two weeks of training. Correlation analyses showed positive associations between executive functions, number processing, and decision making under risk confirming results of previous studies.

These findings provide evidence that a cognitive training can be used to improve numerical abilities and decision-making behavior under risk conditions as well as to reduce framing effects. They thus offer a promising potential for a highly economic type of intervention.

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