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Bibliographic Metadata

Title
Die Erinnerungsmaschine : Revitalisierung des Portland Breakwater Fort
AuthorSchenk, Matthias
Thesis advisorFritz, Ferdinand
Published2018
Institutional NoteInnsbruck, Univ., Masterarb., 2018
Date of SubmissionOctober 2018
LanguageGerman
Document typeMaster Thesis
Keywords (DE)Architektur / Erinnerung / Maschine / Ort / Genius Loci / Portland / Isle of Portland / Breakwater / Fort / England / Wellenbrecher / Revitalisierung / Theater / Hafen / Portland Harbour / Kunst / Kultur / Vergessen / Verdrängen / Natur / experimentelle Architektur / studio 3
URNurn:nbn:at:at-ubi:1-28131 Persistent Identifier (URN)
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Die Erinnerungsmaschine [94.85 mb]
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Abstract (German)

Die Begriffe “Ort“ und “Architektur“ stehen in enger Verbindung zueinander. Das Erforschen des Genius Loci komplementiert als kohärenter, roter Faden stets den holistischen Zugang zur eigenen Ausdrucksform und Sprache. Er verlangt immer nach neuen Interpretationen, um überleben zu können. Er kann nicht “eingefroren“ werden, sondern muss in Beziehung zu den Forderungen der Gegenwart verstanden werden. Solch ein dynamisches Konzept für den Begriff “Ort“ ist die einzige Grundlage für eine schöpferische Anpassung an eine vorhandene Umgebung. Der Ort wird gebildet aus der ihn umgebenden Natur, den sich darauf befindenden Objekten, den auf ihn wirkenden Einflüssen und Kräften. Nicht zuletzt ist der Mensch, sein Besucher und Bewohner, eine seiner wichtigsten Komponenten. Jeder Ort verfolgt einen bestimmten Zweck oder folgt einem Sinn. Die Sinngehalte, die sich an bestimmten natürlichen Orten offenbarten, wurden in Bauwerke umgesetzt und durch Errichtung ähnlicher Bauwerke in der Stadt dorthin gebracht. Die Eigenheiten einer Landschaft durch ein künstliches Gebilde sichtbar zu machen und dann verschiedene Landschaften symbolisch an einem Ort zu versammeln ist in der Tat ein großartiger Entwurf! Das Herstellen eines Ortes wird als Architektur oder gebaute Umwelt bezeichnet. Durch das Bauen verleiht der Mensch den Sinngehalten konkrete und reelle Anwesenheit und versammelt Bauwerke, um seine Lebensform als eine Gesamtheit sichtbar zu machen und zu symbolisieren. Die gebaute Umwelt ist unsere zweite Natur. Architektur hatte in erster Linie die Aufgabe gegen die Unbilden und Gefahren der Natur zu schützen. “Präsentiert die Umwelt dem Menschen Mängel oder Bedrohungen, gleicht er die Defizite der natürlichen Umgebung mit seiner Erfindungskraft aus. Er überlebt, indem er sich Objekte schafft. Diese hat man seine zweite Natur genannt, weil sie eine Erweiterung seiner Fähigkeiten sind.“ Die Natur als Leitbild der Architektur unterstreicht auch Le Corbusier in seinen Ausführungen mit seiner Feststellung: “Die Natur ist in der kühnen Übertragung ihrer Gesetze auf Werke von Menschenhand gegenwärtig, und dies um so mehr, je schwieriger das Problem zu lösen war.“ Es bleibt uns festzustellen, dass auch Architektur letztlich Bestandteil der Natur ist. “Die primäre Funktion der Architektur ist beinahe biologischer Art: Schutz gegen das Wetter und andere Kräfte der Umwelt, ein Mittel der Menschen um sich im Existenzkampf durchzusetzen.“ Die Anforderungen an einen Ort und seine Architektur sind einem ständigen Wandel ausgesetzt und verlangen nach gründlicher Auseinandersetzung mit seiner Geschichte, den gegenwärtigen Ansprüchen und dem Entwicklungspotenzial für die weitere Zukunft.

Die eingehende Untersuchung des Ortes Isle of Portland hat deutlich gezeigt wie sehr unverarbeitete Ereignisse und Momente zur negativen Entwicklung der Insel beigetragen haben. Ein ständiges neu Anfangen anstatt einer Auseinandersetzung mit dem Vorhandenen hat das Verdrängen und Vergessen, nicht aber das Erinnern und weiterentwickeln vorangetrieben. Strukturschwäche, Abwanderung und zunehmendes durchschnittliches Bevölkerungsalter belasten die Existenz dieses wundervollen Lebensraums. Die Geschichte bedarf einer Fortsetzung und benötigt einen Startpunkt, der Autor werden kann für all das was kommt. Ein dynamischer Prozess soll das Entwicklungspotenzial des Ortes ausschöpfen und zu neuem Leben verhelfen.

Die Erinnerungsmaschine als Gebäude und als neuer eigenständiger 'Ort' kann den Raum dafür bieten und ein Programm zulassen, das dem Menschen und seinen Bedürfnissen gerecht werden kann. Das ein frei machen von Ängsten und Zwängen ermöglicht, die Interaktion fördert und zahlreiche Raumabfolgen und Szenarien produzieren kann. Es soll ein Ausbrechen aus dem Alltag sein. Ein distanziertes Zurückblicken schafft den nötigen Abstand um komplexe Gedankenprozesse zu verarbeiten. Kunst, Kultur, Erholung und Interaktion an einem Ort vereint und für jeden zugänglich gemacht. Der Mensch als sein Treibstoff, die Architektur seine Zündung und Motor, die Natur seine Atmosphäre. Eine vielschichtige Wechselwirkung verschiedenster Kräfte, die vereint die Stunde

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