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Titelaufnahme

Titel
Bindungsmuster und selbstberichtete traumatische Erlebnisse der Kindheit bei Jugendlichen mit und ohne psychiatrische Erkrankungen / eingereicht von Ralf Berchtold, B.Sc.
VerfasserBerchtold, Ralf
Betreuer / BetreuerinnenGander, Manuela
ErschienenInnsbruck, Oktober 2018
UmfangVIII, 120 Blätter : Illustration
HochschulschriftUniversität Innsbruck, Masterarbeit, 2018
Datum der AbgabeOktober 2018
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (DE)Bindung / Bindungstrauma / Trauma / Bindungsmuster / Bindungstheorie / Anorexie / Depression
Schlagwörter (GND)Kind / Misshandlung / Vernachlässigung / Psychisches Trauma / Jugend / Affektive Bindung
URNurn:nbn:at:at-ubi:1-29574 Persistent Identifier (URN)
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Bindungsmuster und selbstberichtete traumatische Erlebnisse der Kindheit bei Jugendlichen mit und ohne psychiatrische Erkrankungen [2.11 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Hintergrund: In dieser Studie wurden Zusammenhänge zwischen Bindungsmustern und selbstberichteten traumatischen Erlebnissen (Vernachlässigungs- und Misshand-lungserfahrungen) in der Kindheit bei Jugendlichen untersucht. Jugendlichen verschie-dener Bindungsklassifikation wurden bezüglich der von ihnen berichteten traumatischen Erlebnisse verglichen. Psychiatrisch-stationäre Jugendliche und Jugendliche aus der Allgemeinbevölkerung wurden bezüglich ihrer traumatischen Erlebnisse, sowie bezüg-lich ihrer Bindungsmuster verglichen. Zusammenhänge zwischen traumatischen Erfah-rungen und projektiv erfassten Bindungsqualitäten wurden evaluiert.

Methoden: Die Bindungsrepräsentationen wurden mittels Adult Attachment Projective Picture System (AAP) erhoben. Traumatische Erfahrungen in der Kindheit, bzw. emoti-onale und körperliche Vernachlässigungs- und Misshandlungserfahrungen, sowie sexuel-le Missbrauchserfahrungen, wurden mittels der deutschen Version des Childhood Trauma Questionnaire (CTQ) erfasst. Die untersuchte Stichprobe umfasste insgesamt N = 188 Probanden zwischen 12 und 18 Jahren und setzte sich aus N = 87 Jugendlichen einer nicht- klinischen und N = 101 Jugendlichen einer psychiatrischen Stichprobe zusammen. Aus der psychiatrischen Stichprobe wurden N = 39 Jugendliche mit Depres-sions- und N = 22 Jugendliche mit Anorexia nervosa (restriktiver Typus) diagnostiziert.

Ergebnisse: Sicher gebundene Jugendliche berichteten im CTQ mehr emotionale Ver-nachlässigung (EV), körperliche Vernachlässigung (KV), emotionale Misshandlung (EM) und körperliche Misshandlung (KM) als Jugendliche mit einer ungelösten Bin-dungsrepräsentation. Sicher und unsicher gebundene Jugendliche unterschieden sich im CTQ nicht. Unsicher gebundene Jugendliche berichteten weniger EV und KV als Jugendliche mit ungelöstem Bindungsmuster. Anorektische und gesunde Jugendliche berichteten weniger EV, EM, KV und KM als depressive Jugendliche. Anorektische und gesunde Jugendliche unterschieden sich im CTQ nicht. Im AAP unterschieden sich anorektische und depressive Probanden weder bezüglich der Marker für unverarbeitete Traumata (US), noch bezüglich der Marker für bindungsbezogene Ressourcen (BS). Depressive und anorektische Jugendliche wiesen im AAP mehr US und weniger BS auf als gesunde Jugendliche. Der Unterschied (US) zwischen anorektischen und gesunden Jugendlichen war nur als Tendenz signifikant.

Zusammenfassung (Englisch)

Background: In this study correlations between attachment patterns and self-reported traumatic experiences (neglect and maltreatment) in childhood were evaluated in a sample of adolescents. Adolescents of different attachment classifications were com-pared regarding self-reported traumatic experiences. Adolescents from a psychiatric setting and adolescents from a general population were compared regarding self-reported experiences of neglect and maltreatment and regarding attachment patterns. Correlations between self-reported traumatic experiences and projectively assessed attachment qualities were evaluated.

Methods: The Adult Attachment Projective Picture System (AAP) was used to assess attachment representations. Traumatic experiences in childhood (neglect and maltreat-ment) were evaluated using the German Version of the Childhood Trauma Question-naire (CTQ). The sample consists of N = 188 subjects between 12 and 18 years old of a non-clinical sample (N = 87) and a clinical sample (N = 101). In the clinical sample N = 39 subjects were diagnosed with major depression and N = 22 with anorexia nervosa (restrictive type).

Results: Securely attached subjects reported more emotional neglect (EN) and physical neglect (PN), as well as emotional maltreatment (EM) and physical maltreatment (PM) than subjects with unsolved status. Subjects with secure attachment did not differ from subjects with insecure attachment regarding CTQ-scores. Insecurely attached subjects reported less EN and PN than subjects with unsolved status. Patients with anorexia nervosa and healthy subjects reported less EN, EM, PN and PM than patients with major depression. Subjects with anorexia nervosa did not differ from healthy subjects regarding CTQ-scores. Subjects with anorexia nervosa did not differ from subjects with major depression regarding AAP-markers for unsolved trauma (unsolved stories - US), or regarding markers for attachment related resources (AR). Patients with major depres-sion and patients with anorexia nervosa showed more US and less AR than healthy subjects. The difference concerning US between patients with major depression and anorexia nervosa was only significant as a tendency.

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