Zur Seitenansicht
 

Titelaufnahme

Titel
Villa Commonista
VerfasserDrexel, Günter ; Limmer, Stephan
Betreuer / BetreuerinnenFlora, Andreas
Erschienen2018
HochschulschriftInnsbruck, Univ., Masterarb., 2018
Datum der AbgabeOktober 2018
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (DE)Commons / Commoning / Gemeingut / Gemeinschaffen / Do it Yourself / Do it together / Kollektiv / Partizipation / Open Source / Upcycling / Urban Mining / John Montagu
URNurn:nbn:at:at-ubi:1-28119 Persistent Identifier (URN)
Zugriffsbeschränkung
 Das Werk ist frei verfügbar
Dateien
Villa Commonista [148.17 mb]
Links
Nachweis
Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Die Villa Commonista setzt sich aus 3 Ebenen zusammen.

Eine 1:1 Realisierung eines offenen Raumes in kollektiver Eigenarbeit beschreibt das Fundament.

Die Reflexion über das zuvor Geschaffene mündet in einer theoretischen Auseinandersetzung mit dem Thema “Do it yourself” bzw. “ Do it together” und dem Begriff des Gemeinguts (Commons), welcher als Bindeglied die Zwischenebene definiert.

Der architektonische Entwurf, eine kollektiv getragene und ganzheitliche Entwicklung eines Hauses auf Basis der Commons, bildet als rahmenden Abschluss die Mansarde der Villa Commonista.

Der Start erfolgt unkonventionell.

Steht zu Beginn gewöhnlich eine theoretische Auseinandersetzung mit einem Themengebiet im Vordergrund, legen wir erst einmal Hand an.

DIY als kollektiv getragene Praxis und die Teilhabe von Interessierten und zahlreichen Akteuren lassen in der Höttinger Gasse 7- 9 einen offenen, niederschwelligen Raum entstehen, der als soziokultureller Ort eine Plattform für Austausch und Vernetzung im Herzen Innsbrucks verkörpert.

Integrale Bestandteile sind ein Cafe sowie ein Veranstaltungsraum, in welchen die gestalterische Entwicklung als auch die Entwicklung des Raumprogramms einen stetigen offenen Prozess darstellen.

Das Ritual des Selbermachens als Handlungsstrategie, da so ein Gestalten trotz beschränkter Mittel möglich ist, erweist sich im Zusammenwirken mit der Interaktion und dem Austausch der Benutzer als Grundvoraussetzung und ermöglicht erst das Entstehen eines solchen offenen Raumes. Daher wird in solchen Projekten mittlerweile der Begriff des Do it together verwendet.

Gemeinschaft und das Teilen von Dingen sind wesentliche Bestandteile unserer theoretischen Auseinandersetzung.

Diverse Ausprägungen des DIY/DIT basieren auf dem Grundsatz des Teilens von Raum, Ressource und Wissen.Eine allumfassende Beschreibung dieser drei Bestandteile stellt der Begriff des Gemeinguts (Commons) dar.

Mit der Projektierung eines solchen Raumes sind wir dennoch nicht allein, sondern befinden uns im Zentrum des aktuellen Architekturdiskurses.

Erst kürzlich startete das ifa (Institut für Auslandsbeziehungen) in Zusammenarbeit mit ARCH + die Tourneeausstellung “An Atlas of Commoning: Orte des Gemeinschaffens“ , die als Wissensarchiv eine “Sammlung von Ansätzen, Ideen, Umsetzungen von Orten und Praktiken des Gemeinschaffens” abbildet. Elke aus der Moore beschreibt im Vorwort des Ausstellungskatalogs trefflich die Berechtigung und Notwendigkeit solcher Orte. “ Als Menschen sind wir Individuen in einer Gemeinschaft, wir sind miteinander verbunden und für diese Verbundenheit muss es einen Ausdruck geben, Orte, die dem Gemeinschaftlichen zugeordnet sind und die mit Verantwortungsbewusstsein selbst gestaltet werden.”

Die gegenwärtige Auseinandersetzung sowie die räumlichen Veräußerungen dieses Themengebiets sehen wir als Indiz für den Vollzug eines gesellschaftlichen und sozialen Wandels hin zum Gemeinschaftlichen.

Unsere architektonische Antwort sieht daher eine ganzheitliche Entwicklung des Hauses in der Höttinger Gasse vor, welche jedwede Bestandteile für die Ermöglichung eines auf der Ideologie der Commonsbewegung basierte Leben beinhaltet. Kollektive Produktion, Reproduktion und Präsentation von Gemeingütern sowie das gemeinschaftliche Wohnen werden unter einem Dach vereint.

Die zu Beginn erwähnte prozesshafte Entwicklung und Gestaltung unseres bisherigen Projekts, die sich aus kollektiven Strukturen und Netzwerken nährt, soll auch den Weg in die Zukunft darstellen.

Zusätzlich werden Prototypen entwickelt, die als räumliche Interventionen auf die unterschiedlichen Nutzungen und Anforderungen der Bewohner/Benutzer eingehen und somit eine hybride Raumnutzung ermöglichen. Die Prototypen legen Denkansätze für ein neuartiges Wohnen, Arbeiten und Haushalten dar und sollen als Open Design zum Nachbau und zur Weiterentwicklung einladen.

In Summe will die Villa Commonista als soziale Innovation einen Beitrag zu einer nachhaltigen und gesellschaftlichen Entwicklung leisten.

1 Aus dem Moore E., (2018) Stadt als Ort der Gemeinschaft.

In: Arch+ 232 An Atlas of Commoning.Orte des Gemeinschaffens. S. 2 f

Statistik
Das PDF-Dokument wurde 21 mal heruntergeladen.
Lizenz
CC-BY-NC-SA-Lizenz (4.0)Creative Commons Namensnennung - Nicht kommerziell - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International Lizenz