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Titelaufnahme

Titel
Soziales Lernen unter Berücksichtigung von Fair Play im Sportunterricht in der ersten und zweiten Schulstufe der Sekundarstufe I / eingereicht von: Magdalena Pichler
VerfasserPichler, Magdalena
Betreuer / BetreuerinnenRuedl, Gerhard ; Kirschner, Werner
ErschienenInnsbruck, Mai 2018
Umfangiv, 126 Blätter : Diagramme
HochschulschriftUniversität Innsbruck, Diplomarbeit, 2018
Datum der AbgabeJuni 2018
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)Fair Play / Geschlecht / Sportvereinszugehörigkeit / Migrationshintergrund / Sportunterricht / 11-12-Jährige / Sekundarstufe I
Schlagwörter (EN)Fair play / gender / sports club affiliation / migration background / physical education / 11-12 year olds / lower secondary education
Schlagwörter (GND)Sportunterricht / Schuljahr 5-6 / Soziales Lernen / Fairness / Geschlechtsunterschied / Vereinssport / Migrationshintergrund
URNurn:nbn:at:at-ubi:1-21687 Persistent Identifier (URN)
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Soziales Lernen unter Berücksichtigung von Fair Play im Sportunterricht in der ersten und zweiten Schulstufe der Sekundarstufe I [2.02 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Problemstellung: Neue ökonomische und soziale Herausforderungen in einer multikulturellen und leistungsorientierten Gesellschaft fordern aufgrund erhöhten Konfliktpotentials bei Heranwachsenden vertiefte Erziehungsarbeit in Schulen. Der Schule als Sozialisationsinstanz kommt dabei die Aufgabe zu, soziales Handeln und Fair Play zu vermitteln. Dem Sport wird in diesem Zusammenhang in der Literatur eine große Wirkkraft zugesprochen, jedoch mangelt es an evidenzbasierter Datenlage in der Forschung. Gleichzeitig wurde in Studien festgestellt, dass sozioökonomische, soziale und biologische Einflussfaktoren wie das Geschlecht, die Sportvereinszugehörigkeit oder Migrationshintergrund Einfluss auf soziales Handeln und Fair Play nehmen können.

Zielsetzung: Das Untersuchungsziel dieser Arbeit war herauszufinden, ob Unterschiede in der Bedeutungszuschreibung und Einschätzung von fairem Verhalten und Fair Play in Abhängigkeit der potentiellen Einflussfaktoren Geschlecht, Sportvereinszugehörigkeit und Migrationshintergrund der ersten und zweiten Klassen der Sekundarstufe I bestehen. Dabei sollte eine Momentaufnahme des Stellenwerts von Fair Play im Sportunterricht abgebildet werden, um Konsequenzen für eine optimale Sozialerziehung zu ziehen.

Methodik: Insgesamt wurden 900 SchülerInnen der fünften und sechsten Schulstufe in der Sekundarstufe I aus 18 Schulen anhand eines standardisierten Fragebogens zur persönlichen Relevanz von fairnessgeleiteten und regelwidrigen Verhaltensweisen sowie der Bedeutung von Fair Play im Sportunterricht, in der Schule und Freizeit befragt. Gleichzeitig wurden Geschlecht, mögliche Aktivität innerhalb eines Sportvereins und Migrationshintergrund (über die gesprochene Sprache mit den Eltern) erfasst.

Ergebnisse: Bei den 11- bis 12-jährigen Mädchen konnte im Vergleich zu den Jungen eine hoch signifikant stärkere Ablehnung aller regelwidrigen Handlungen und eine hoch signifikant höhere Bedeutung von elf von zwölf fairnessgeleiteten Handlungen verzeichnet werden. Außerdem maßen Mädchen dem Fair Play im Sportunterricht, in der Schule und in der Freizeit eine hoch signifikant größere Bedeutung als Jungen bei. Schüler und Schülerinnen, die nicht in einem Sportverein aktiv waren, lehnten die anti-sozialen Handlungen „SchiedsrichterIn beschimpfen“ und „Foul, um einen Punkt der GegnerInnen zu verhindern“ hoch signifikant entschiedener ab. Dahingegen waren die fairnessgeleiteten Handlungen „verlieren können“ hoch signifikant und „jemanden aufmuntern, der/dem eine Aktion missglückt ist“ sowie „der/dem GegnerIn die Hand vor und nach dem Spiel geben“ für Personen, die in einem Sportverein aktiv waren, signifikant wichtiger als für die Gruppe ohne Sportvereinspartizipation. Dabei maßen SchülerInnen, die in einem Sportverein aktiv waren, dem Fair Play in der Schule und in der Freizeit hoch signifikant mehr Bedeutung bei. Regelwidrige Handlungen wie die Items „SchiedsrichterIn beschimpfen“ und „GegnerIn beschimpfen“ lehnten ProbandInnen ohne Migrationshintergrund signifikant und die Items „Bein stellen“ und „Foul, um Punkt der GegnerInnen zu verhindern“ hoch signifikant stärker ab als jene mit Migrationshintergrund. Weiters waren fairnessgeleitete Handlungen wie „verlieren können“, „nicht foulen“, „SchiedsrichterIn respektieren“, „auf Gesundheit der GegenspielerInnen achten“, „Schwächeren den Ball zuspielen“, „jemanden aufmuntern, dem/der eine Aktion missglückt ist“, „alle im eigenen Team spielen fair“ und Fair Play in der Schule und in der Freizeit für SchülerInnen ohne Migrationshintergrund hoch signifikant wichtiger.

Schlussfolgerung: Die Ergebnisse zeigen, dass (hoch) signifikante Unterschiede in der Einschätzung fairnessgeleiteter sowie regelwidriger Handlungen und Einstellungen in Abhängigkeit der Einflussgrößen Geschlecht, Sportvereinszugehörigkeit und Migrationshintergrund bestehen.

Zusammenfassung (Englisch)

Background: New economic and social challenges in a multicultural and achievement-oriented society require in-depth educational work in schools due to increased conflict potential among adolescents. The instance of school as socialization has the task of conveying social behaviour and fair play to the pupils. In this context, sport is ascribed with a huge effect, but there is a lack of evidence-based data in research. At the same time, studies have found that socio-economic, social and biological factors such as gender, sports club affiliation or migrant background can influence social action and fair play.

Aim: The aim of this study was to find out if there are differences in the meaning of fair behavior and fair play depending on the potential influencing factors of gender, sports club affiliation, and migration background in the first two grades of secondary education. A snapshot of the role played by fair play in physical education should be portrayed in order to draw conclusions for optimal social education.

Methods: A total of 900 fifth and sixth grade students from 18 secondary schools were surveyed using a standardized questionnaire on the personal relevance of fairness-led and irregular behavior and the importance of fair play in physical education, school, and leisure time. Similarly, gender, possible activity within a sports club, and migration background were captured.

Results: Among 11- to 12-year-old girls, a highly significant stronger rejection of all irregular actions and a highly significant importance of eleven from twelve fair actions were noted. In addition, girls rated fair play in physical education, school, and leisure time a significantly greater importance than boys. Pupils who were not active in a sports club rejected the anti-social actions of "insulting the referee" and "fouling to avoid the opponents' point" with a significantly higher decisiveness. On the other hand, for the participants who were active in a sports club the fairness-led ability of "being able to lose" was highly significant and the actions "encouraging someone who has failed an action" as well as "giving the opponent a handshake before and after the game" were significantly more important than for those who were not active in a sports club. In doing so, students with sports club participation rated Fair Play at school and in their leisure time highly significantly more important. Irregular behaviors such as items "insulting the referee" and "insulting the opponent" were significant and the items "to trip somebody" and "foul to prevent the opponent's point" more highly significantly rejected from people without a migration background than from those with a migration background. Furthermore, fairness-led actions such as "ability to lose", "no fouls", "respect to the referees", "paying attention to the health of the opponents", "playing the ball to weaker team members", "encouraging someone who has failed an action", "all in their own team play fair“ and fair play in school and leisure time play a more highly significantly important role for pupils without migration background.

Conclusion: The results show that there are (highly) significant differences in the assessment of fairness-led and irregular actions and attitudes depending on the factors gender, sports club affiliation, and migration background.

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