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Titelaufnahme

Titel
Leszek Kołakowski. Zwischen Transzendenz und Immanenz : Philosophie der Sorge um den Menschen / MMag. Justyna Białowarczuk
VerfasserBiałowarczuk, Justyna
Begutachter / BegutachterinPallaver, Günther
GutachterErnst, Werner Walter
ErschienenInnsbruck, Juli 2017
Umfang229 Blätter
HochschulschriftUniversität Innsbruck, Dissertation, 2017
Datum der AbgabeJuli 2017
SpracheDeutsch
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (DE)Selbstvergötterung des Menschen / Marxismus / Kommunismus / Sozialismus / Ethik / moralische Intuition / Verantwortung / Dogmatismus / Skeptizismus / Rationalismus / Personalismus / Positivismus / Nihilismus / Mythos / Sacrum / Profamum / katholische Philosophie / Scholastik / Kulturphilosophie / Moderne / Politik / Eurozentrismus / Historismus / menschliche Einheit / das Böse / das Gute / Säkularisation / Christentum / Jesus Christus / Naturrecht / Institutionalisierung der Schuld / Religion / mythische und religiöse Wahrnehmung / religiöse Erkenntnis / Metaphysik / Gott / Glaube / Anthropomorphismus / Rationalität / Irrationalität / Vernunft / Wahrheit / Fanatismus / Toleranz / Inkonsequenz / religiöse Symbole / Utopie / Ideologie / Entmythologisierung / Totalitarismus / Reformation / Mystik / Schuld / Tabu / Cogito / laizistische Eschatologie / Priester und Narr / Kirche / Teufel / Erkenntnis / Liebe / Tod / Immanenz / Transzendenz / Prometheismus / Szientismus / materialistische Dialektik / Freiheit / Tyrannei / Tradition / Revisionismus / Konservatismus / Liberalismus / Absolutum / Existentialismus / Theodizee / Postmoderne / Gewalt / Hass / Wert / Kontingenz / ewige Realität / Kultur der Analgetika / Gleichgültigkeit der Welt / Humanismus / Erbsünde / christlich-europäischen Zivilisation / wissenschaftliche Theologie / Apokalypse / selbstverschuldete Unmündigkeit / Aufklärung / Orthodoxie / Utilitarismus / Der Götzendienst der Politik / Barbarei / Unzulänglichkeit / kultureller Universalismus / Erlösungsgeschichte / hegelsche Doktrin / Relativismus / Sozialstaat / Chancengleichheit / Demokratie / Menschenrechte / Determinismus / Erziehung / Würde / Neuplatonismus / Empirismus / Phänomenologie / Hermeneutik / Epistemologie
Schlagwörter (EN)self-deification of man / Marxism / communism / socialism / ethics / moral intuition / responsibility / dogmatisms / scepticism / rationalism / personalism / positivism / nihilism / myth / sacrum / profanum / Catholic philosophy / scholasticism / philosophy of culture / modern / politics / Eurocentrism / historicism / human unity / the evil / the good / secularization / Christianity / Jesus Christ / natural law / institutionalization of the debt / religion / mythical and religious perception / religious knowledge / metaphysics / God / faith / anthropomorphism / rationality / irrationality / reason / truth / fanaticism / tolerance / inconsistency / religious symbols / utopia / priest and fool / church / devil / knowledge / love / death / immanence / transcendence / prometheism / scientism / materialistic dialectic / freedom / tyranny / tradition / revisionism / conservatism / liberalism / Absolutum / existentialism / theodicy / postmodernism / violence / hate / value / contingency / eternal reality / culture of analgesics / ideology / demythologizing / totalitarianism / reformation / mysticism / fault / taboo / cogito / laicistic eschatology / equality of the world / humanism / original sin / Christian-European civilization / scientific / theology / Apocalypse / self-inflicted immaturity / enlightenment / orthodoxy / utilitarianism / the idolatry of politics / barbarism / inadequacy / cultural universalism / redemption history / Hegel's doctrine / relativism / welfare state / equal opportunity / democracy / human rights / determinism / education / would / Neo-Platonism / empiricism / phenomenology / hermeneutics / epistemology
Schlagwörter (GND)Kołakowski, Leszek / Religionsphilosophie / Transzendenz / Marxismus / Kritik / Rationalismus
URNurn:nbn:at:at-ubi:1-7193 Persistent Identifier (URN)
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 Das Werk ist frei verfügbar
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Leszek Kołakowski. Zwischen Transzendenz und Immanenz [2.46 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Werk des polnischen Philosophen Leszek Kołakowski. Das Augenmerk dieser Dissertation richtet sich auf einige Bereiche seines bereits 2009 abgeschlossenen Lebenswerkes, das sowohl die Kritik des Marxismus als auch die Auseinandersetzung mit der rationalistischen Philosophie beinhaltet, das sich genauso mit der Reformation und Kirchengeschichte wie auch mit der Mystik und außer-institutionellen Formen des Glaubens beschäftigt. Seine religionstheoretischen Schriften begleiten die Erwägungen über die Gefährdungen der Gegenwartsgesellschaft und die Betrachtungen zu Kultur und Demokratie. Die genannten Bereiche kołakowskischen Denkens beziehen sich auf den Menschen selbst als den Gegenstand seiner Sorge. Diese Sorge um den Menschen sei die Sorge seiner Philosophie, die demnach als ein Dienst an der Wahrheit über ihn gelten könne.

Kołakowskis Beschäftigung mit den zahlreichen Aspekten der menschlichen Existenz ließ ihn unerlässlich einen Rekurs auf die Transzendenz nehmen. Die religionsphilosophische Thematik, der seine Aufmerksamkeit seit jeher galt anfangs als eine scharfe Kritik der katholischen Philosophie und letztlich als Überzeugung, dass ausschließlich die Religion dem zum Scheitern verurteilten Menschen Trost bieten kann , entwickelte er unter Berücksichtigung der klassischen Texte unseres Kulturkreises. Auf der Suche nach der Begründung des Lebenssinnes und der menschlichen Würde ist Kołakowski einen Weg gegangen, der ihn durch die innerweltlich fundierten Ideologien die dem Anthropozentrismus huldigten und die laizistische Erlösungsstrategien preisten zu der Ansicht führte, dass keine rationalistisch-empirische Begründung der menschlichen Person einen Wert verleihen kann, der sie unantastbar machen würde. Nur der Rekurs auf die unsichtbare Wirklichkeit, die sich hinter der empirisch erfahrbaren Welt verbirgt, aber nicht weniger real ist als sie und die uns auf das moralisch Gute lenkt, erlaubt dem Menschen, sein Schicksal zu akzeptieren.

In der vorliegenden Arbeit werden die Erkenntnisse aus den politischen und gesellschaftlichen Ideologien, aus der Kulturphilosophie und religiösen Theorien und Erfahrungen, die den Philosophen Kołakowski beschäftigten, zusammengefasst, um die gültigen Aussagen über die Kondition und die Berufung des Menschen über seine Wirklichkeit und seine Zukunft zu erlauben.

Die Einsicht in Kołakowskis Werk ist die Einsicht in die Wahrheit über den Menschen des letzten und des gegenwärtigen Jahrhunderts. Es ist eine Einsicht in die postmoderne Gesellschaft, die heutzutage als „Risikogesellschaft“ gilt. Es ist die Gesellschaft der ökologischen Selbstgefährdung der Menschheit durch ihre unersättliche Gier, der nur durch die bewusste Beschränkung der stets steigenden Wünsche des „Homo comsumptus“ vorgebeugt werden kann und zugleich der großen Verunsicherung und Orientierungslosigkeit des Individuums angesichts der Brüche und Diskontinuitäten der wandelnden Moderne.

Die Offenheit kołakowskischen Denkens ließ sein Lebenswerk als eine Einladung zum Mitdenken verstanden werden. So kann auch der kołakowskische Gedanke als „unvollendeter“ gelten als ein permanentes Streben nach der Wahrheit, deren endgültiger Besitz dem Menschen doch untersagt bleibt. Nach dem Ansatz seines Philosophierens gefragt, stimmte er zu, ihn in dem radikalen Zweifel zu sehen. Diesen Zweifel sah er allerdings nicht als einen Selbstzweck, sondern setzte ihn als Mittel im Kampf um die Wahrheit über den Menschen und gegen die selbstdestruktiven Trends der Moderne ein, die das Zusammenleben gefährden. Diesem Kampf widmete er sein philosophisches Werk.

Zusammenfassung (Englisch)

The paper on hand deals with the work of the Polish philosopher Leszek Kołakowski. The focus of this thesis focuses on several areas of his, in 2009 completed, life's work, which includes criticism of the Marxism, as well as a confrontation with the Rationalism, which deals with the Reformation and history of the church as well as with the mysticism and non-institutional types of faith. His religio-theoretical writings are accompanying the considerations about the hazards of contemporary society and the reflections on culture and democracy. The above mentioned areas of thought of Kołakowski relate to the human species as the subject of his concern. This concern for the human species is the concern of his philosophy, which could therefore apply as a service to the truth about him.

Kołakowskis engagement with many aspects of the human existence let indispensably take him recourse on the transcendence. He developed the religio-philosophical theme, which did solicit his attention from the beginning, taking into account the classical texts of our cultural circle, starting as a sharp criticism of the Catholic philosophy, and ultimately ending as conviction, that only religion can give solace for human failure. In search of credentials for the meaning of life and the human dignity Kołakowski took a path, which led him through intramundane founded ideologies - which paid homage to the anthropocentrism and praised the laicistic strategies of salvation - to the sight, that no rationalistic empirical justification can give value to the human species, which would make them untouchable. Only the reference to the invisible reality, which conceals itself behind the empirically experiential world, but is no less real than the world itself and directs us to the morally good, allows people to accept their fate.

The paper on hand summarizes the knowledge of political and social ideologies, of cultural philosophy and religious theories and experiences, which engaged the philosopher Kołakowski, to allow the valid statements about the condition and the vocation of man - about its reality and its future.

The insight into Kołakowskis work is the insight into the truth about the people of the last and the present century. It is an insight into the postmodern society, which nowadays is considered as “risk society”. It is the society of ecological self-endangerment of mankind by its insatiable greed, which can only be pre-emptied by deliberately limiting the ever-increasing desires of "Homo comsumptus," and at the same time the great uncertainty and disorientation of the individual given the fractions and discontinuities of the changing modernism

The openness in the thoughts of Kołakowski made his lifes work understandable as an invitation to thinking. Thus the Kołakowskiian idea can also be regarded as "incomplete" - as a permanent striving for the truth, whose final possession is still forbidden to man. Asked for the approach of his philosophizing, he agreed to be seen in radical doubt. However, he did not view this doubt as an end in itself, but used it as a tool to fight for the truth about man and against the self-destructive trends of the modern age, which endangers the coexistence. To this struggle he devoted his philosophical work.