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Titelaufnahme

Titel
Mining-induced displacement and resettlement in Colombia : socio-economic and cultural consequences of resettlements of campesinos and indigenous people - the case of the Cerrejón open pit mine in La Guajira / Verf. Benedikt Hora
VerfasserHora, Benedikt Johann Michael
Begutachter / BegutachterinBorsdorf, Axel ; Stötter, Johann
Betreuer / BetreuerinCoy, Martin
Erschienen2014
Umfang144 Bl. : Ill., graph. Darst., Kt.
HochschulschriftInnsbruck, Univ., Master-Arb., 2014
Anmerkung
Zsfassung in dt. u. span. Sprache
Datum der AbgabeAugust 2014
SpracheEnglisch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (DE)Kolumbien / Steinkohle / Rohstoffe / Tagebau / Extraktivismus / Umsiedlung / Transnationale Unternehmen / Corporate Social Responsibility / La Guajira / El Cerrejón / Lateinamerika / Kleinbauern / Indigene Völker / Wayuú
Schlagwörter (EN)Colombia / Black coal / Natural resource / Open-pit mining / Extractivism / Resettlement / Transnational corporation / Corporate Social Responsibility / La Guajira / El Cerrejón / Latin America / Campesinos / Indigenous people / Wayuú
Schlagwörter (GND)La Guajira / El Cerrejón / Multinationales Unternehmen / Steinkohlenbergbau / Vertreibung / Kleinbauer / Indigenes Volk
URNurn:nbn:at:at-ubi:1-827 Persistent Identifier (URN)
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Mining-induced displacement and resettlement in Colombia [6.52 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Kolumbien verfolgt eine Wirtschaftswachstumsstrategie, die hauptsächlich auf der Ausbeutung von natürlichen Rohstoffen beruht. Das Land ist mit 81 Millionen Tonnen (2011) jährlich der fünftgrößte Steinkohleexporteur der Welt. Die Kohle wird in immensen Tagebauminen in den nördlichen Departements La Guajira und Cesar gefördert, die in Händen von transnationalen Unternehmen sind. Das Ziel der Studie war die sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Auswirkungen von Umsiedlungen aufgrund der Expansion der Cerrejón Mine in La Guajira zu benennen und zu charakterisieren. Zwei umgesiedelte Siedlungen wurden ausgewählt und eingehend untersucht. Die Umsiedlungen befinden sich in der in der Nähe des südlichen Stadtrands der Gemeinde Barrancas. Methoden umfassten Experteninterviews, Beobachtungen und Haushaltsbefragungen in den zwei Gemeinschaften.

Ergebnisse zeigen, dass die Afro-Kolumbianische Gemeinde Roche schon von einer anhaltenden Entvölkerung ihrer alten Siedlung litt, bevor es zur organisierten Umsiedlung der verbleibenden 25 Familien kam (Baubeginn 2009). Familien die jetzt in der Umsiedlung Nuevo Roche leben, klagen über den Verlust ihres traditionellen Lebensstils als campesinos (Kleinbauern), die ihren Lebensunterhalt hauptsächlich durch Subsistenzlandwirtschaft bestritten. Der Mangel an landwirtschaftlichen Flächen (25 ha insgesamt) führt zu eingeschränkten Arbeitsmöglichkeiten in diesem Bereich und zu hoher Arbeitslosigkeit innerhalb der neuen Siedlung. Zudem fühlen sich viele in der neuen Umgebung unsicher, durch den vermehrten Kontakt mit Fremden, aufgrund der Nähe zur Bundesstraße. Andererseits wird die moderne Behausung mit Klimaanlage, Kühlschrank, Satellitenfernsehen und moderne Konstruktionsmaterialien als positiv empfunden. Zudem wird der einfachere Zugang zu Bildungseinrichtungen und anderen Dienstleitungen begrüßt.

Die Umsiedlung der indigenen Wayuú-Gemeinschaft Tamaquito II fand später statt (Baubeginn 2012). Alle 31 Familien, die in der ursprünglichen Gemeinde lebten nahmen an dem Prozess teil. Der Gemeinschaft gelang es ihre indigene Identität als Politisch Ökologisches Mittel zu nutzen um ihre Rechte einzufordern. Die neue Siedlung ist signifikant Größer (300 ha) als die von Roche. Die Gebäude wurden mit dem Konsens der Gemeinschaft geplant und gebaut und traditionelle Elemente wie ein zusätzliches Lehmhaus für jede Familie berücksichtigt. Jede Familie kann 3 ha Land für Gartenbau und Landwirtschaft auf fruchtbarem Boden nutzen. Daneben stehen noch Waldweiden für die Viehhaltung zur Verfügung. Die Mehrheit der der befragten Haushaltsvorstände ist mit der neunen Behausung und Umgebung zufrieden. Lediglich wenige beklagten sich, dass der Ort zu heiß, zu trocken und die Wasserknappheit problematisch ist. Alle Befragten stimmten zu, dass sie ihre Traditionen erhalten können und die Gruppe gut für den Umsiedlungsprozess vorbereitet war.

Für beide Gemeinschaften bedeutete der Umzug eine sofortige Modernisierung der Infrastruktur und ein Ende der relativen Isolation, da die neuen Standorte nahe und gut verbunden zu der Stadt Barrancas sind. Die laufenden Kosten für Gas, Strom und anderen Ausgaben sind gewachsen. Deswegen ist in der Zukunft ein höheres monetäres Einkommen nötig, dass vermutlich ist zu einer weiteren sozialen und wirtschaftlichen Integration in das stätische Umfeld bewirken wird.

Die Arbeit war in der Lage die Kurzeiteffekte der Umsiedlung zu benennen und zu charakterisieren. Mehr Forschung in der Zukunft wird notwendig sein um die Langzeiteffekte zu untersuchen. Andere umgesiedelte Gemeinschaften in die der Region zu erforschen, würde eine breitere Einsicht in das Phänomen erlauben.

Zusammenfassung (Englisch)

Colombia follows an economic growth strategy, which is mainly basedon increasing exploitation of natural resources. The country is with 81 million tons p.a. (2011) the 5th biggest black coal exporter in the world. The coal is extracted in huge open pit mines in the northern departments of La Guajira and Cesar, which are in hands of transnational corporations. The main objective of the study was to identify and characterize social, economic and ecological impacts of resettlements caused by the expansion of the Cerrejón mine in La Guajira. Two resettled communities were picked for an in depth survey, who now live close to the southern outskirts of the municipality of Barrancas. Methods included expert interviews, observations and household surveys in the two communities.

Results show that the Afro-Colombian community of Roche suffered from an ongoing depopulation process of their old settlement before the remaining 25 families participated in the group resettlement (start of construction 2009). Families living in the resettlement now complain about losing their traditional way of life as campesinos (peasants), who used to live mainly from subsistence agriculture. Lack of agricultural land (25 ha in total)leads to limited job opportunities in this field and high unemployment within the community. Furthermore many feel insecure, because of the influx of strangers, due to the close by highway. On the other hand, the modern housing with air-conditioning, fridges, satellite TV and modern construction materials is perceived positive. Better access to education and other services of the city is also favored by the community.

The resettlement of the Wayuú indigenous community Tamaquito II took place later (start of construction 2012). In this process all members (31 families) took part in the resettlement. The community was able the use their indigenous identity as a Political Ecology agent to advocate their rights. The resettlement is significantly bigger (300ha) than the one of Roche. The houses are constructed in consent with the community and traditional elements like a loam house for each family is included. Each family can cultivate 3 ha of fertile soil for horticulture and agricultural production. Furthermore wood pasture is provided to hold cattle. The community is in general satisfied with the resettlement process. The majority of the questioned household representatives agreed with the new housing and the surrounding. A few complained that the area is too hot, too dry and water is too scarce. All agree that they can keep their traditions and most agree that the group was well prepared for the resettlement.

For both communities the resettlements meant an immediate modernization of the infrastructure and an end of the relative isolation, because the new locations are close and well connected to the city of Barrancas. The running expenses like gas, electricity and other expenses have grown. Hence more monetary income is needed, which probably will result into further integration to the urban society of the surrounding.

The study was able to identify and characterize the short-term effects of the resettlement. Further research in the future is needed to study the long-term effects. Investigating other resettled communities in the region would allow a broader insight into the phenomenon.