Titelaufnahme

Titel
Distributive choice under social incentives : experimental studies on group decision making / eingereicht von: Kristian Horn
VerfasserHorn, Kristian
Begutachter / BegutachterinKerschbamer, Univ.-Prof. Dr. Rudolf ; Kirchler, Univ.-Prof. Dr. Michael
GutachterKerschbamer, Univ.-Prof. Dr. Rudolf ; Kirchler, Univ.-Prof. Dr. Michael ; Gantner, Dr. Anita
Erschienen2014
UmfangVI, 148 S. : graph. Darst.
HochschulschriftInnsbruck, Univ., Diss., 2014
Datum der AbgabeSeptember 2014
SpracheEnglisch
Bibl. ReferenzOeBB
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (DE)Unsicherheitsaversion / Verhandlungen / Kollusion / Kommunikation / Kollektive Entscheidungsfindung / Experiment / Faire Verteilung / Vertrautheit / Home Bias / Subjektive Ansprüche / Unsicherheit
Schlagwörter (EN)Ambiguity aversion / Bargaining / Collusion / Communication / Collective decision making / Experiment / Fair division / Familiarity / Home bias / Subjective claims / Uncertainty
Schlagwörter (GND)Vermögensverteilung / Präferenz / Entscheidungsverhalten / Gruppenentscheidung / Abgestimmtes Verhalten / Experiment
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Diese Doktorarbeit umfasst drei experimentellen Studien, die unser Verständnis darüber vertiefen, wie typische Merkmale des sozialen Umfelds eines Entscheiders seine präferierte Verteilung von Vermögen beeinflussen.

In den ersten beiden Artikeln analysieren wir die faire Aufteilung eines Geldbetrags unter einer Gruppe von drei Partnern, die gemeinsam zu seiner Produktion beigetragen haben. Eine Innovation in unserem Forschungsdesign ist, dass die Mitglieder jeder Gruppe subjektive Ansprüche in Bezug auf das gemeinsame Vermögen entwickeln: Erstens, sind ihre jeweiligen Beiträge zur Produktion nicht direkt vergleichbar, da sie in einem unterschiedlichen sozialen Kontext verdient wurden, d.h. im Wettbewerb mit unterschiedlichen Kollegen. Zweitens, ist die gemeinsam erwirtschaftete Produktion größer als die Summe aus den Einzelwerten der Beiträge. Daraus folgt, dass die subjektiven Bewertungen der Ansprüche in Bezug auf eine gerechte Verteilung sich innerhalb der Gruppe sehr wahrscheinlich widersprechen. Wir halten dies für eine sehr realistische Darstellung vieler sozialer Konflikte bezüglich der gerechten Verteilung einer gemeinsamen Ressource; beispielsweise im Vorstand einer kleinen Firma oder im Rat einer Gemeinde.

Im ersten Artikel dieser Arbeit analysieren wir die Fairness von Allokationen, die verschiedene Verhandlungsverfahren in dem oben beschriebenen Problem subjektiver Ansprüche erreichen. Es stellt sich heraus, dass ein Verfahren, welches die Teilnehmer zwingt, die Ansprüche aller Mitglieder einer Gruppe zu berücksichtigen, besonders gute Ergebnisse erreicht: Nicht nur spiegeln die Allokationen dieses Verfahrens die Tendenz der Probanden wieder, eine Vielzahl von Fairness-Normen geltend zu machen. Auch kommen ihre Allokationen einer ex-ante abgegebenen, subjektiven fairen Verteilung am nächsten, welche die Teilnehmer aus der Sicht eines neutralen Beobachters vor der eigentlichen Verhandlung getroffen haben.

Im zweiten Artikel untersuchen wir, wie sich eine natürliche Erweiterung der sozialen Umgebung auf den Konflikt in unserem Problem der subjektiven Ansprüche auswirkt: Wir erlauben den Parteien, über unterschiedliche Kanäle miteinander zu kommunizieren. Der Test verschiedener Allokationsmechanismen zeigt, dass Kommunikation in der Regel die Identifikation mit der eigenen Gruppe und seinen Mitgliedern verstärkt und somit die Einigung erleichtert. Infolgedessen steigt die Anlehnung an Fairness-Normen weiter an, insbesondere häufen sich Gleichverteilungen. Im Gegensatz zu in der Literatur geäußerten Bedenken, spielen sowohl Kollusion als auch egoistisches Verhalten eine untergeordnete Rolle. Dennoch sind diese Phänomene zum Teil erkennbar, wenn Partner sich unter vier Augen absprechen können.

In der letzten Studie dieser Dissertation untersuchen wir, wie sich die bloße Zugehörigkeit zu einer Gruppe auf einer bekannte Finanzmarkt Anomalie, die Heimatmarktneigung, auswirkt: Obwohl die Vorteile aus internationaler Diversifizierung lange bekannt sind, bevorzugen Investoren anhaltend und überproportional inländische Aktien. Wir zeigen, dass die Heimatmarktneigung vor allem bei Kleinanlegern durch das Zusammenspiel von Verhaltensfaktoren aus dem sozialen Umfeld zu erklären sind; die in der Literatur jedoch oft als austauschbar angesehen werden: die Sympathie, die der Investor für seine Heimatland fühlt und die Vertrautheit die er bezüglich bekannter Firmen verspürt einerseits, und die Unsicherheit die er bestimmten Anlagemöglichkeit zuordnet andererseits.

Zusammenfassung (Englisch)

This doctoral thesis embodies three experimental studies which strive to advance our understanding of how typical characteristics of the social environment of a decision maker impact his distributive choice.

In the first two articles we analyze fair division of an amount of money amongst a group of three partners who have jointly contributed to its production. As a novelty, subjects in our design develop subjective claims regarding the common output of their group: First, their real effort contributions to the production are not directly comparable, since they have been earned in a varying social context, i.e. in comparison to different peers. Second, the production is larger than the sum of the stand-alone values of the contributions. As a consequence, the subjective evaluations of claims regarding a fair division within the group are likely to be conflicting. We consider this a realistic representation of social conflict; for instance within the board of a small firm or the council of nearby communities, i.e. whenever considering fair division of joint resource.

We analyze the fairness of allocations attained by different unanimity bargaining procedures in this subjective claims problem in the first article of this thesis. It turns out that a procedure which forces subjects to take into account the claims of all members of the group reaches preferable results: Respecting the subjects' tendency to apply a variety of fairness norms, this procedure's allocations come closest to an ex ante subjective evaluations of claims, which subjects gave from the viewpoint of a neutral observer before the actual bargaining.

In the second article we investigate on a natural extension of the social environment in our subjective claims problem and provide for varying communication channels between the parties. Testing different preference allocation mechanisms we find that communication generally amplifies group identification and improves agreement. As a result, adherence to fairness norms further increases, especially for equal splits. Contrary to widely held concerns, collusion and selfish behavior both play a minor role, but become apparent when agents may talk in private.

In the final study we examine the pure effect of group membership on a well documented financial anomaly called home bias: Although the financial profession has long recognized the benefits from international diversification, investors persistently overinvest in domestic stock. We show that home bias for a retail investor may be explained by the interaction of behavioral factors related to his social environment, which the literature often regards as exchangeable: the sympathy he feels for his homeland as well as the familiarity he perceives for close firms on the one hand, and the ambiguity he attributes to a given investment opportunity on the other.