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Titelaufnahme

Titel
Archäobotanische Untersuchungen verkohlter Pflanzenreste aus einem bronzezeitlichen Brandopferplatz im Finailtal (Vinschgau) / von Edlmair Sophie
VerfasserEdlmair, Sophie
GutachterOeggl, Klaus
ErschienenInnsbruck, April 2017
Umfang97 Blätter : Illustrationen, Diagramme, Karten
HochschulschriftUniversität Innsbruck, Masterarbeit, 2017
Anmerkung
Zusammenfassung in deutscher, englischer, russischer, polnischer und koreanischer Sprache
Datum der AbgabeMai 2017
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (DE)Anthrakologie / Archäobotanik / Bronzezeit / Brandopferplätze
Schlagwörter (EN)Charcoal analysis / Archeobotany / Bronze Age / Offering site
URNurn:nbn:at:at-ubi:1-6205 Persistent Identifier (URN)
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 Das Werk ist frei verfügbar
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Archäobotanische Untersuchungen verkohlter Pflanzenreste aus einem bronzezeitlichen Brandopferplatz im Finailtal (Vinschgau) [6.74 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die vorliegende Arbeit befasste sich mit der archäobotansichen Aufbereitung, Analyse und Interpretation von Proben eines bronzezeitlichen Brandopferplatzes im Südtiroler Finaital, der „Finailgrube“. Die Fragen, zu deren Beantwortung beigetragen wurde umfassten 1) die Op-ferhandlung (was wurde geopfert?), 2) die Holznutzung der Menschen für das Brandopfer (was wurde verbrannt?) und 3) der Einfluss der Holznutzung auf die Vegetation.

Kulturpflanzen wurden in den Proben des Brandopferplatzes „Finailgrube“ nachgewiesen. Das Artenspektrum entspricht dem für die Bronzezeit typischen Spektrum. Die in den Proben gefundenen Feldfrüchte (Triticum dicoccon, Triticum sp. & Vicia faba) waren Teil der Kult-handlung. Das Artenspektrum der Holzkohlen entspricht der lokalen Vegetation, nämlich ei-nem Lärchen-Zirbenwald an der Waldgrenze. Die Artenspektren der Holzkohlen lassen darauf schließen, dass nach dem Prinzip des geringsten Widerstandes gesammelt wurde. In den ältes-ten Proben wurde hauptsächlich Stammholz einer Art (Pinus cembra in Grube 1 und La-rix/Picea-Typus in Grube 5) gefunden. In den jüngeren Gruben sind mehrere Arten (Juniperus sp., div. Ericaceae) mit kleineren Krümmungsradien nachgewiesen. Dies verdeutlicht, dass mehr unterschiedliches Holz mit höherem Aufwand gesammelt werden musste, um ein Brandopfer befeuern zu können. Darüber hinaus ist diachron mit einer Verknappung der Höl-zer im Waldgrenzbereich (ca. 2400m) zu rechnen, was auf eine Absenkung der Waldgrenze hindeutet.

Zusammenfassung (Englisch)

Charcoal analysis has been known in Archeology since the middle of the 20th century and has been employed to study former ecosystems, changes in vegetation as well as human activities and cultural development. These are also the areas of interest concerning research on anthraco-archeological remains from bronze-aged, sacrificial sites in the Finailtal in an altitude of 2460 meters (4645'22.12"N, 1049'8.35"E), situated in the Schnalstal in Upper Adige (autonomous region of South Tyrol). With the site of discovery of the Iceman nearby, these anthracological analyses gain additional importance in a regional historical and archeological context. A main goal of the study was the identification of macro remains of carbonized crops to answer the question of what was sacrificed at the offering site. Secondly, we analyzed the charred wood remains to derive the composition of the burned species and answer the question of how the sacrifice was burned. Third, we tried to shed light on the surrounding vegetation, including the tree line, during the centuries the offering site was actively used.