Titelaufnahme

Titel
Ein Allianzvertrag für österreichische Bauprojekte : Vergaberechtliche Umsetzbarkeit des australischen Alliance Contracts im österreichischen Rechtssystem
VerfasserDeutschmann, Daniel
Begutachter / BegutachterinWeber, Karl ; Kropik, Andreas
GutachterWeber, Karl
Erschienen2017
HochschulschriftInnsbruck, Univ., Diss., 2017
Anmerkung
Arbeit an der Bibliothek noch nicht eingelangt - Daten nicht geprüft
Datum der AbgabeMai 2017
SpracheDeutsch
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (DE)Allianzvertrag / Vergabemodell / Vertragsmodell / Verhandlungsverfahren / Vergaberecht / Bauvertrag / partnerschaftliche Projektabwicklung / open books / cost plus fee
Schlagwörter (EN)Alliance Contract / public procurement law / construction contract / negotiation procedure / partnering / open books / cost plus fee
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Zusammenfassung (Deutsch)

In Australien werden mit dem Vergabe- und Vertragsmodell Alliance Contract, bei großen und komplexen Projekten, bisher gute Ergebnisse und eine hohe Zufriedenheit der Projektbeteiligten erreicht, sodass mittlerweile fast ein Drittel aller Infrastrukturprojekte in den Bereichen Wasserbau, Straße und Schiene mit dem Alliance Contract abgewickelt werden. Der Grundgedanke des Modells ist die Ausrichtung der Interessen der Projektbeteiligten (Bauherr, Planer und ausführendes Unternehmen) auf gemeinsame Projektziele. Um dies zu erreichen, wird ein entsprechend ausgestaltetes Vergütungsmodell vereinbart, welches eine vom Erreichungsgrad der Projektziele abhängige Bonus-Malus-Regelung umfasst. Die Abrechnung erfolgt nach open books. Der Vergabeprozess ist beim Alliance Contract nicht darauf ausgerichtet, den Billigstbieter zu finden, sondern den Projektpartner, mit dem gemeinsam die besten Projektergebnisse erreicht werden können. Im Auswahlverfahren werden daher zB auch soziale und technische Fähigkeiten der Bieter bewertet.

Da es seit mehreren Jahren in der österreichischen Bauwirtschaft eine gewisse Unzufriedenheit mit der aktuellen Situation bei der Projektabwicklung zu geben scheint, stellt sich die Frage, ob der Alliance Contract auch hierzulande eingesetzt werden kann. In Österreich werden Bauaufträge im Infrastrukturbereich fast ausschließlich durch Auftraggeber vergeben, die dem Vergaberecht unterliegen. In der gegenständlichen Arbeit wird dargestellt, dass auch im Rahmen des österreichischen Vergaberechts ein für Allianzverträge geeignetes Auswahlverfahren durchgeführt werden kann, welche Punkte bei der Ausgestaltung des Verfahrens zu beachten sind und wie ein Verhandlungsverfahren mit vorheriger Bekanntmachung ablaufen könnte. Weiters wird das Potential zur Optimierung des Allianzvertrages durch eine Gesetzesänderung des Bundesvergabegesetzes 2006, BGBl I Nr 2006/17 idF BGBl I Nr 7/2016 erörtert.

Zusammenfassung (Englisch)

In Australia, the Alliance Contract model provides a good performance and a high level of satisfaction for all participants of complex construction projects. Today, almost one third of all infrastructure projects in the water, road and rail sectors are managed with the Alliance Contract. The model aims to align the interests of all project participants (owner, designer and contractor) to common targets. For this purpose the compensation framework includes a gain-/pain-sharing-system, which is based on the actual performance of the project. For the payment, the participants commit to an open book arrangement and have much broader mutual access and audit rights. The procurement process of the Alliance Contract is not focused on finding the lowest bid on the basis of price only, but a project partner, with whom the best project results can be achieved. The selection process therefore also evaluates for example the social and technical skills of the bidders.

For some years now, there seems to be dissatisfaction in terms of project handling in the Austrian building sector, which raises the question, if the Alliance Contract could also be successfully implemented in Austria. Works contracts in the field of infrastructure in Austria, are almost always awarded by an entity which is obligated to apply public procurement procedures. This dissertation shows, that a suitable selection process for an Alliance Contract can be also accomplished within the Austrian public procurement law, which parameters have to be considered for the design of the process and how a negotiation procedure with prior publication can be proceeded. Additionally, this thesis describes the potential for an optimization of the selection process for an Alliance Contract through an amendment of the Austrian public procurement law.