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Titelaufnahme

Titel
Sprachkontaktinduzierte spanische Wortneubildungen mit dem englischen Morphem "-ing" : morphologisches Reservat am Rande der Sprache oder produktives Wortbildungsmorphem? / vorgelegt von Mag. Mag. Silvia Gstrein
VerfasserGstrein, Silvia
Begutachter / BegutachterinnenHinger, Barbara ; Pöckl, Wolfgang
Betreuer / BetreuerinnenHinger, Barbara
ErschienenInnsbruck, März 2017
Umfangx, 585 Seiten : Illustrationen
HochschulschriftUniversität Innsbruck, Dissertation, 2017
Datum der AbgabeMärz 2017
SpracheDeutsch
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (DE)Wortbildung / Spanisch / ing-Bildungen / Sprachkontakt / Neologismen / Ad-hoc-Bildungen
Schlagwörter (EN)word formation / Spanish / ing-forms / language contact / neologisms / nonce formations
URNurn:nbn:at:at-ubi:1-7262 Persistent Identifier (URN)
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Sprachkontaktinduzierte spanische Wortneubildungen mit dem englischen Morphem "-ing" [5.79 mb]
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Keine Sprache bleibt von Einflüssen anderer Sprachen verschont. Neben der Lexik kommt es auch im Bereich der Wortbildung zu Veränderungen aufgrund von Sprachkontakt (Boretzky 2004: 1645). Diese Dissertation befasst sich mit den morphologischen Veränderungen des modernen Spanisch aufgrund des Einflusses der englischen Sprache.^ Im Konkreten wird anhand von spanischen Wortneubildungen des Typs „spanische Ableitungsbasis + -ing“ untersucht, welche Rolle das englische Suffix -ing in der spanischen Wortbildung einnimmt.

Die zentralen Forschungsfragen sind: Handelt es sich bei Bildungen von genuin spanischen Lexemen mit -ing bereits um ein neues produktives genuines Wortbildungsmuster mit ganz bestimmten semantischen und pragmatischen Wirkungen, oder sind diese auf okkasionelle Ad-hoc-Bildungen beschränkt und damit ein peripheres Phänomen der Wortbildung? Wie sind diese Bildungen zu klassifizieren?

Im Zentrum der Arbeit steht die detaillierte Untersuchung einer Sammlung von 398 Types mit dem Muster „spanische Basis + -ing“, welche durch die systematische Auswertung referenzierter Belege der Sekundärliteratur, von Wörterbüchern und Online-Korpora, aber auch einem speziell für diese Arbeit erhobenen Korpus aus spanischen Weblogs erstellt wurde.

Die Auswertung ergibt,^ dass sich die quantitative Verbreitung der Types zwischen zwei Polen bewegt. Auf der einen Seite der Skala findet sich die große Mehrheit der Augenblicksbildungen, die in einer konkreten Situation nur für diesen einen bestimmten Zweck neu geschaffen werden, und auf der anderen Seite einige wenige lexikalisierte Wörter wie bajanding, puenting, tumbing und Vueling. In der Mitte dieses Kontinuums können einige institutionalisierte Wörter wie edredoning belegt werden.

Es zeigen sich zahlreiche, vom englischen Normalparadigma abweichende, eigene Entwicklungen im Spanischen nicht nur bei formalen Aspekten, etwa bezüglich der Ableitungsbasis und der Wortart der Verwendung, sondern auch in semantischer und pragmatischer Hinsicht.^ Die zahlreichen Belege, bei denen das Suffix eine besondere Akzentuierung von Gefühlen wie Coolness, von Spott, Parodie oder Ironie mit sich bringt, stellen eine Nähe zur Kategorie der affektiven Suffixe her.

Aus einer synchronen Sicht kann -ing somit als produktives Wortbildungsmuster der spanischen Suffigierung gesehen werden, allerdings aus heutiger Sicht weiterhin in der Peripherie der spanischen Wortbildung verortet.

Zusammenfassung (Englisch)

No language is spared from being influenced by other languages. Along with lexis, changes due to language contact also occur in the field of word formation (Boretzky 2004: 1645). This doctoral dissertation deals with the morphological changes of modern Spanish owing to the influence of the English language. Specifically, it aims to examine the role the English suffix -ing assumes in Spanish word formation based on neologisms following the pattern “Spanish derivational base plus -ing”.^

The key research questions are: Do formations of genuinely Spanish lexemes with -ing already constitute a new productive indigenous word formation pattern with their own specific semantic and pragmatic effects, or are they limited to occasional ad-hoc formations, thus constituting a peripheral phenomenon of word formation? How are these formations to be classified?

The paper is centred around a detailed examination of a collection of 398 types following the pattern “Spanish base + -ing”, which was compiled through the systematic analysis of referenced instances of secondary literature, from dictionaries and online corpora, as well as a corpus of Spanish weblogs specifically gathered for this paper.

The evaluation shows that the quantitative distribution of the types moves between two poles.^ At one end of the scale, there is the large majority of nonce words, which are newly created for a single occasion and exclusively for one particular purpose, while at the other end there are a few lexicalised words such as bajanding, puenting, tumbing and Vueling. Within this spectrum some institutionalized words such as edredoning can be found.

There are numerous distinct developments in Spanish that deviate from the English standard paradigm not only regarding formal aspects, for instance relating to the derivational base and the part of speech used, but also in semantic and pragmatic respects.^ The numerous instances where the suffix entails a particular accentuation of feelings such as coolness, ridicule, parody or irony create a reference to the category of affective suffixes.

From a synchronic point of view -ing can thus be considered a productive word formation pattern of Spanish suffixation, though from todays perspective it remains located in the periphery of Spanish word formation.

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