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Title
Last Supper and Lasting Fellowship : an exegetical study of Luke 22,7-38 in relation to the meal scenes and the notion of Kingdom of God in the third Gospel / submitted by Philip Kaviyil Chako
AuthorKaviyil, Philip Chacko
CensorHasitschka, Martin
Thesis advisorHasitschka, Martin
PublishedInnsbruck, März 2017
Descriptionviii, 382 Seiten
Institutional NoteUniversität Innsbruck, Dissertation, 2017
Date of SubmissionMarch 2017
LanguageEnglish
Document typeDissertation (PhD)
Keywords Bibel <Lukasevangelium, 22,7-38>
Keywords (DE)Königreiches Gottes / Gemeinschaft mit Gott / göttlichen Gemeinschaft / Essen und Trinken / Reich Gottes / Letzten Abendmahl / Brot und Wein / Werten des Reiches Gottes / Gemeinschaft mit Gott / Prinzipien des Gottesreiches / Gemeinschaft des Reiches Gottes / Beziehung zu Gott / Umkehr / Almosengeben / sozialer Solidarität / Gastmahl / Mahlgemeinschaft / Abendmahl / eschatologischen Gastmahl / Gemeinschaft mit dem Herrn / christlichen Gemeinschaft / die Botschaft der Umkehr / Gemeinschaft mit dem Herrn
Keywords (EN)third Gospel / table fellowship of Jesus / Kingdom of God / lasting fellowship with God / fellowship practices of Jesus / tax collectors and sinners / basics of the divine fellowship / metaphor of eating and drinking / eating and drinking in Luke / banquet scenes in the third Gospel / Lukan account of the Last Supper / bread and wine / fellowship of the kingdom / universal character of the fellowship / principles of the Kingdom of God / universal fellowship / life of repentance / repentance / salvation / hospitality / new life in Jesus / Alms giving / self-giving
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Abstract (German)

Letztes Abendmahl und bleibende Gemeinschaft:

Der Autor des dritten Evangeliums ist unter den Evangelisten derjenige, der die Bedeutung der Mahlgemeinschaften Jesu besonders betont. Das Evangelium nach Lukas entfaltet die Sendung Jesu anhand der Idee des Königreiches Gottes. Die Ausrufung dieses Reiches Gottes versteht es aber als Einladung in die bleibende Gemeinschaft mit Gott. Die Grundlagen dieser göttlichen Gemeinschaft werden insbesondere in Jesu Umgang mit jenen offenbart, die damals am Rande der Gesellschaft standen, an Jesu Umgang mit den Zöllnern und Sündern. Die Gemeinschaft mit Gott ist offenbar konstitutiv gebunden an die Gemeinschaft mit den Mitmenschen (vgl. Lk 16, 19-31).

Lukas benutzt die Metaphern vom Essen und Trinken ganz bewusst, um die bleibende Gemeinschaft im Reich Gottes und deren letzte Erfüllung im Eschaton zu verdeutlichen. Der Höhepunkt dieser radikalen Idee von Gemeinschaft zeigt sich im Letzten Abendmahl; denn dessen Kernstück besteht in nichts Geringerem als der Selbsthingabe Jesu. Der lukanische Jesus lehrt den selbstlosen Einsatz des Lebens. Im letzten Abendmahl vollzieht er diese Hingabe in höchster Form: Er gibt sich selbst in Brot und Wein, um so bis ans Ende der Zeiten bei den Jüngerinnen und Jüngern zu sein.

Um die Erfahrung der Jüngerschaft des Reiches Gottes machen zu können, ist eine kontinuierliche Absage an egoistischer Motive notwendig (vgl. Lk 9,23). Darin liegt die radikale Natur der Jüngerschaft: Sie verlangt es, alle persönlichen Interessen hintanzustellen und den Werten des Reiches Gottes die Priorität zu geben (vgl. Lk 9,57-62). Der Jünger bzw. die Jüngerin soll hier in ein neues Reich von Beziehungen hineinwachsen in ein Reich, in dem jeder und jede, Bruder und Schwester ist. Der universelle Charakter der Gemeinschaft mit Gott verlangt es, den Prinzipien des Gottesreiches die höchste Priorität zu geben. Deshalb können der Jünger und die Jüngerin aus dem begrenzten Horizont persönlicher Freundschaften und Beziehungen in ein neues Leben universeller Gemeinschaft hineinwachsen, in der es keine Hindernisse des Egoismus mehr gibt. Die radikale Entscheidung, sich der Gemeinschaft dessen anzuschließen, der keinen Ort hat, an dem er sein Haupt niederlegen könnte (vgl. Lk 9,58), verlangt jedoch feste Entschlossenheit und Ausdauer. Die Einladung in die Gemeinschaft des Reiches Gottes erstreckt sich auf alle. Sie anzunehmen und nach ihren Werten zu handeln, ist eine Sache der persönlichen Verantwortung.

Jesus lädt die Sünder zu einem neuen Leben der Umkehr ein (vgl. Lk 5,32). Dieses besteht in einer erneuerten Beziehung zu Gott, die für die Beziehungen zu den Mitmenschen Folgen hat. Diejenigen, die ihre Herzen ändern wollen, können so in eine neue Art von menschlichen Beziehungen hineinwachsen. Sie werden neue Freude finden an der Gemeinschaft mit Gott und ihren Mitmenschen. Auch die Rückgewinnung der Freude der Erlösung ist eine Frucht der Bekehrung. Lukas stellt Zachäus als ein Beispiel eines umkehrenden Sünders vor: Zachäus Leben wird durch die Nähe und die neue Beziehung, die Jesu Kommen ihm ermöglicht, radikal verändert (vgl. Lk 19,1-10). Als eine Person, die zu Reue und Umkehr fand, hat Zachäus auch eine neue Haltung gegenüber seinen Besitztümern gefunden. Seine Offenheit, den Armen zu helfen, ist eine Folge davon, dass er Jesu Einladung angenommen hat. Und weil Zachäus das, was er hatte, mit den Bedürftigen teilte, konnte er teilhaben am Reich Gottes. Dies zeigt sich auch bei den ersten Christen: Auch diese pflegten eine Form von Gemeinschaft, die alles teilte und in der eine dienende Geisteshaltung vorherrschte, die ein Ergebnis der Umkehr und des neuen Lebens in Jesus war (Apg 2,44f.).

Ein unreines Herz, das von Wucherei und Schlechtigkeit erfüllt ist, sollte durch das Almosengeben gereinigt werden (vgl. Lk 11,37-52). Almosen zu geben, ist ein Zeichen von Offenheit und Fürsorge für den Mitmenschen. Die Offenheit und die Haltung der Selbsthingabe aber gehören zu den Grundhaltungen echter Gemeinschaft. Anstelle der Habsucht empfiehlt sich die gebende Liebe zu denen in Not. Mit anderen Worten: Das Geben von Almosen ist Ausdruck einer Haltung genuin sozialer Solidarität.

Die Lebenspraxis der Jüngerschaft in der Gegenwart ist entscheidend, wenn es darum geht, durch die enge Tür zu kommen (Lk 13,24) und am Gastmahl teilzuhaben (Lk 13, 29-30). Die Solidarität mit Jesus zeigt sich im geschwisterlichen Umgang mit den geringsten Mitgliedern der irdischen Gesellschaft. Wer die Armen und Unterdrückten der Gesellschaft aus der Mahlgemeinschaft ausschließt, weist tatsächlich Jesus selbst und seine Botschaft zurück. Jeder Akt von Überheblichkeit und Selbsterhebung richtet sich gegen den Geist Jesu und die in diesem Geist gelebte Form von Gemeinschaft. Jesu Lehre nach dem Letzten Abendmahl vermittelt die Botschaft eines demütigen Dienstes an der Gemeinschaft (vgl. Lk 22,24-30). Demut und Dienst, dies sind die Eigenschaften gemeinschaftlichen Lebens, das allein in der Liebe wurzelt.

Der Maßstab, mit dem im Reich Gottes gemessen wird, steht dabei im Widerspruch zu allen Wertmaßstäben der Welt: In der Gemeinschaft des Gottesreiches wird der Erste der Letzte sein und der Letzte der Erste (Lk 13,30). Das Reich Gottes gehört alle jenen, die kindliches Vertrauen und ein Loslassen auf Gott hin gelernt haben (Lk 18,15-17). Diejenigen, die im gegenwärtigen Leben als Außenseiter ignoriert werden und als die letzten gelten, weil sie die Botschaft Jesu in ihrem Leben umsetzen, werden im zukünftigen Leben Wertschätzung erfahren und zu Teilnehmern des eschatologischen Gastmahls werden. Deshalb werden manche der Ersten zu Letzten und manche der Letzten zu Ersten werden. Jesu Kommentare über die für Gast und Gastgeber angemessene Haltung in Lk 14,7-14 zeigen, dass die dem Reich Gottes entsprechende Haltung jene der Demut ist, die der Selbsterhöhung entgegen steht. Die Ersten sollen im Dienst der anderen stehen (vgl. Lk 22,25-26). Denn das Reich Gottes lässt sich nur in einer Gemeinschaft verwirklichen, die auf gegenseitigem Dienst gegründet ist. Die Apostel sollten durch ihren Dienst an den anderen die Wächter der Gemeinschaft sein. Die Gemeinschaft mit dem Herrn befähigt sie dazu. In der Apostelgeschichte wird diese Praxis idealer Geschwisterlichkeit unter der Leitung der Apostel für die ersten Christen bezeugt (vgl. Apg 4,32-35).

Insgesamt zeigt sich so: Die Praxis geschwisterlich gelebter Gemeinschaft im gegenwärtigen Leben ist für das kommende Leben von grundlegender Bedeutung. Wer andere als Außenstehende betrachtet und sie von der christlichen Gemeinschaft fernhält, wird in der kommenden Welt selbst zum Außenstehenden werden. Wer die Botschaft der Umkehr jedoch annimmt, sein Leben ändert und jeden anderen ohne Vorurteile als Bruder oder Schwester annimmt, wird sich an der eschatologischen Gemeinschaft mit dem Herrn freuen dürfen.

Abstract (English)

Last Supper and Lasting Fellowship:

Among the evangelists, it is the author of the third Gospel who gives a spectacular emphasis on the theme of table fellowship of Jesus. The Gospel of Luke presents the mission of Jesus through the theme of ‘Kingdom of God. The proclamation of the Kingdom of God was an invitation to the fellowship with God. Jesus invited everyone, regardless of his or her social or economic status, to a lasting fellowship with God. The fellowship practices of Jesus with those estranged members of the community, namely the tax collectors and sinners reveal the basics of the divine fellowship. The fellowship with God is essentially related to that of the fellow being (Lk 16,19-31).

The metaphor of eating and drinking is made use of by Luke to present the theme of lasting fellowship in the Kingdom of God which has its fulfillment in the eschaton. The summit of the radical concept of fellowship proposed through the banquet scenes in the third Gospel shall be seen in the Lukan account of the Last Supper. The heart of this important meal account is the self-giving of the one who taught to practice the selfless commitment. He has given himself in the form of bread and wine, to be with the participants of this fellowship till the eschaton.

A constant denial of the selfish motives is necessary for the experience of the fellowship of the kingdom (Lk 9,23). This is described as the radical nature of the discipleship (Lk 9,57-62) which demands a denunciation of all kinds of personal interests to give priority to the values of the Kingdom of God. One is called to grow into a new realm of relationship of the kingdom where everyone is his or her brother and sister and kin. The universal character of the fellowship with God and one another demands that one should give the ultimate importance for the principles of the Kingdom of God. It could be understood as coming out of ones personal sphere of relationship and growing into the level of a universal fellowship where there is no barrier of egoistic consideration. The radical decision to join the fellowship of the one who has nowhere to lay his head (Lk 9,58) requires a single-minded perseverance to realize it. The invitation to the fellowship of the kingdom is extended to all but to accept it and to act according to the demands and values of it is a personal responsibility.

Jesus invites the sinners to lead a new life of repentance (Lk 5,32). It consists in the rectified relationship of a person with God which has also consequence for his or her relationship with the fellow-being. Those who are willing to change their hearts will be able to expand the horizons of their relationships. They will enjoy the happiness of the fellowship with God and with his fellow-being. The fruit of repentance is the experience of regaining the joy of salvation. Luke presents Zacchaeus as an example of a person whose life is changed through the intimacy and the new relationship offered by Jesus hospitality (Lk 19,1-10). As a repented person, he maintained a new and ideal attitude to the possessions. The openness of Zacchaeus to help the poor is the result of accepting the invitation of Jesus. One who shares what he has with the fellow being who is in need, is eligible for the fellowship of the Kingdom of God. The practices of fellowship among the first Christians also manifest their sharing as well as serving mentality which would be the result of the repentance and the new life in Jesus (Acts 2,44-45).

An impure heart which is filled with extortion and wickedness shall be purified by giving alms (Lk 11,37-52). Alms giving is a sign of ones openness and concern to the fellow-being. Openness to the other and the mentality of self-giving are basics of real fellowship. Instead of being an avaricious person, one is advised to love his fellow-being who is in need. In other words, alms giving is an expression of genuine social solidarity in that one is ready to share what he has with the needy.

The fellowship practices of the present life are decisive to get through the narrow door (Lk 13,24) and to enter the banquet (Lk 13,29-30). Solidarity with Jesus is manifested through ones fellowship with the least members of the society. Those who exclude the poor and the downtrodden of the society from their banquet fellowship are indeed rejecting Jesus himself and his message. Any act of superiority and self-exaltation is against the real fellowship pattern of Jesus. The teaching of Jesus after the Last Supper conveys the message of humble service to the fellowship (Lk 22,24-30). Humility and service are the characteristics of fellowship that is based on pure love.

The scale of measurement in the kingdom is paradoxical to all those existing measures of the world. The last will be the first and the first will be the last (Lk 13,30) in the kingdom fellowship. The Kingdom of God belongs to all those who have childlike trust and reliance to God (Lk 18,15-17). Those who are considered as the last and ignored as outsiders in the present life will be recognized in the future and accepted as insiders at the eschatological banquet, provided they fulfill the message of Jesus in their life. Thus, some are last who will be first, and some are first who will be last. Jesus comments about the suitable attitude for both guest and host in Lk 14,7-14 show that humility in contrast to self-exaltation is the proper mentality of the Kingdom of God. If the leadership is like benefactors among the Gentiles, the leaders are at the service of the other in the Kingdom (Lk 22,25-26). The Kingdom of God will be realized in a community which is based on service to each other. The apostles are supposed to be the guardians of the fellowship through their service to the community. The fellowship with the Lord will enable the disciples to render mutual service that promotes the fellowship of the community. The book of the Acts of the Apostles witnesses the practice of such an ideal fellowship among the early Christians under the leadership of the apostles (Acts 4,32-35).

The fellowship practices of present life will be crucial for the fellowship with God in the coming world. Those who consider others as outsiders and keep them away from their fellowship practices in this life, will become outsiders in the coming world. Those who accept the message of repentance and change their lives to accept every one without any prejudice to his or her fellowship will enjoy the eschatological fellowship with the Lord.

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