Titelaufnahme

Titel
L'église comme signe du salut : L'ecclésiologie de communion de Jean-Marie R. Tillard en dialogue avec la théologie dramatique dans le contexte de la République Démocratique du Congo / vorgelegt von Mag. Robert Shako Lokeso
Weitere Titel
The church as a sign of salvation
VerfasserShako Lokeso, Robert
Begutachter / BegutachterinnenNiewiadomski, Józef
Betreuer / BetreuerinnenNiewiadomski, Józef
ErschienenInnsbruck, März 2017
Umfang463 Blätter
HochschulschriftUniversität Innsbruck, Dissertation, 2017
Datum der AbgabeMärz 2017
SpracheFranzösisch
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (DE)Zeichen des Heils / Communioekklesiologie / Dramatischen Theologie / Gewalt / Communio / Gerechtigkeit / Frieden / Versöhnung und Dialog / Unterschied / Ortskirche / Universakirche / Eucharistie
Schlagwörter (EN)Sign of Salvation / Ecclesiology of Communion / Dramatic Theology / Violence / difference / justice / peace / reconciliation / dialogue / Local Church / Universal Church / Eucharist
Schlagwörter (GND)Republik Kongo / Katholische Kirche / Communio-Ekklesiologie
Zugriffsbeschränkung
 Das Dokument ist ausschließlich in gedruckter Form in der Bibliothek vorhanden.
Links
Nachweis
Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Demokratische Republik Kongo ist ein großes Land im Herzen von Afrika. Trotz des Reichtums seines Bodens und seiner unermesslichen Bodenschätze, trotz seines beeindruckendes Bevölkerungswachstums und der markanten Religiosität seiner Bevölkerung, bleibt die DRC ein sehr krankes Land. Neben der erhöhten Armut der Bevölkerung, gibt es die schamlose Korruption, Betrug, Tribalismus, politische Verantwortungslosigkeit und eine ethische Krise. Darüber hinaus präsentiert sich die ethnische Pluralität nicht ohne Probleme des Zusammenlebens und des nationalen Zusammenhalts. Seit mehr als 20 Jahren ist Kongo - Kinshasa in den Kreislauf der Gewalt und der Kriege eingetaucht, die Millionen Opfer verursacht. In dieser Kriegssituation nimmt auch die Zahl der sexuellen Vergewaltigungen zu. Eine weitere Tragödie dieser Situation des permanenten Krieges ist der massive Zustrom von Flüchtlingen, sowie die Zwangsrekrutierung von Kindern für den Militärdienst.

Wie konnte ein zu 95% christliches Land in einen Zyklus von Kriegen, blutigen Gewalt und Spaltungen versinken? Was bedeutet die Auswirkung des Christentums in diesem Land? Die Diskrepanz zwischen der beeindruckenden Zahl der Christen und der apokalyptischen Situation in der sich das Land befindet legt die Folgerung nahe, dass das Konzept der Kirche und das Evangeliums, das sie verkündet, das tiefe Herz des Empfängers noch nicht erreicht hat, um eine echte Bekehrung zu verursachen. Unsere Frage ist daher: Wie kann die katholische Kirche zum Zeichen des Heils für die kongolesische Bevölkerung werden? Welche Art von Kirche ist für eine Gesellschaft nötig, die sich in einer Krise befindet? Was bedeutet es, Kirche zu sein für Menschen mit verschiedenen ethnischen Gruppen?

Die Ekklesiologie der Familie Gottes, die von der Bischofssynode für Afrika im Jahr 1994 hervorgehoben ist, reicht heute nicht mehr aus, weil die Familie selbst in Krise gestürzt ist. Sie steckt im Zentrum vieler Skandale. Wir denken, dass man diese Ekklesiologie mit zwei anderen Modellen ergänzen muss : der Communioekklesiologie und der Dramatischen Ekklesiologie. Gemäß der ersten, die vom Franko-Kanadier Jean-Marie Roger Tillard entwickelt wurde, ist die Kirche als vertikale Communio mit Gott zu verstehen, die gleichermaßen horizontale Communio der Gläubigen untereinander und die universale Communio der Ortskirchen bedeutet. Im Gegensatz zur weit verbreiteten Ansicht, die die kirchliche Communio in den Strukturen sieht, sagt Tillard, dass, Communio in erster Linie nicht eine Frage der Struktur, sondern des Lebens ist. Die Strukturen gibt es nur in und wegen der Communio.

Die horizontale Communio der Christen ist dabei von größter Bedeutung. Sie verwirklicht sich in der Communio vom selben Glauben, in der Praxis der gleichen Liebe und Versöhnung, in der Communio der gleichen Mission, in der Sorge für Einander, dem gemeinsamen Gebet usw. Solches Leben ist nur möglich in der Ortskirche, weil dort der Ort ist, wo der Mensch mit harten Prüfungen des Lebens konfrontiert wird. Dort soll auch das Heil erfahrbar sein. Für Tillard ist Kirche, die ja zugleich Volk Gottes und Leib Christ ist, zugleich Sakrament des Heils. Dies wird sie, wenn sie die Völker im Namen Ihres Herren und Erlösers evangelisiert, versammelt und versöhnt. Sie tut das, weil sie selbst evangelisiert, versammelt und versöhnt wurde. Das bedeutet, dass sie der Ort ist, wo das Heil erfahrbar ist.

Dramatische Ekklesiologie von Pater Raymund Schwager betrachtet die Kirche, die am Pfingsten hervorkommt als Ergebnis eines langen dramatischen Prozess, in dem die Kräfte des Bösen und des Todes durch die Liebe besiegt wurden. Deshalb soll sie sich für Frieden, Gerechtigkeit und Versöhnung in der Welt engagieren. Sie muss die Verzeihung als den einzig möglichen Weg der Überwindung von Gewalt fördern. Die Rache ist ja Ursache aller Gewalttaten et Konflikten. Für Dramatische Theologie kommt der wahre Friede nicht von politischen Kompromissen oder Waffen. Er ist vor allem das Ergebnis der Bekehrung und der Praxis von sozialer Gerechtigkeit.

In unserer Dissertation versuchten wir, zu zeigen, ausgehendend von der Rekonstruktion dieser zwei ekklesiologischen Modelle, dass die Verbindung der Communio- und Dramatischen Ekklesiologie das relevanteste ekklesiologische Modell für die Praxis der Kirche in der RDC sein könnte. Im heutigen kongolesischen Kontext von wiederholten Kriegen kann die Kirche zum Zeichen des Heils werden, nur wenn sie als Ort der Bekämpfung von Kriegen, Spaltungen, Ungerechtigkeit, Ungleichheit, Unterdrückung und Armut erlebt wird. Sie wird zum Zeichen des Heils, wenn sie als eine arme Kirche im Dienst der Armen steht und wenn sie die Versöhnung, die Gerechtigkeit, den Frieden, den Ökumenismus und den Interreligiöse Dialog in der kongolesischen Gesellschaft fördert; wenn sie schlussendlich keine Kompromisse mit denjenigen, die das Volk unterdrücken eingeht. Das heißt, wenn sie ihrer prophetischen Berufung treu bleibt. Die Kirche wird zum Zeichen des Heils im Kongo, wenn sie sich selbst präsentiert als den Ort, an dem dieses Heil erfahrbar ist. Die Welt glaubt mehr an Zeugen als an Prediger. Dies sind zugleich die Voraussetzungen und die Leistungen der Communio- Dramatischen Ekklesiologie.

Außerdem ist diese Ekklesiologie ein wichtiger Faktor für die vertiefte Evangelisierung. Das Bewusstsein der Zugehörigkeit zur Kirche bekommt der Mensch tatsächlich in kleinen Gemeinden. Dort macht er die beste Erfahrung seiner Glaubensgemeinschaft. Die Communioekklesiologie betont doch die Bedeutung von Errichtung und Stärkung der Basisgemeinden, die ja Orte des christlichen Zeugnisses, der Neubewertung der christlichen Familie, ecclesia domestica und erste Schule des Lebens sind. Sie unterstreicht auch die Notwendigkeit der Förderung verschiedener Bewegungen der Katholischen Aktion und anderer Jugendbewegungen. Denn dort, in diesen kleinen Orten kommt der Christ von seiner Anonymität los. Dort lernt er den Wert und die Bedeutung von Gerechtigkeit, von Teilen, von Versöhnung und von Frieden. Dort nimmt er teil an der Mission der Kirche. Dort lebt er gleichzeitig als Bürger und Christ. Er versucht, seinen christlichen Glauben im konkreten Leben durchzusetzen.

Zusätzlich verweigert sich der Begriff Communio gegen jede Tendenz, nur an seine eigene Gemeinde zu denken. Er fördert viel mehr das Bewusstsein für die kirchliche Wirklichkeit, die es jenseits meiner eigenen Ecke, meines sprachlichen, kulturellen, sozialen und rassischen Raum gibt. Es geht dabei um die Annahme des Anderen in seiner Verschiedenheit. Im Begriff Communio werden die ethnischen Unterschiede als Reichtum betrachtet oder angesehen. Sie sind nicht mehr Ursachen von Kriegen, Konflikten, Rivalitäten und Spaltungen. Communio verweigert sich gegen die Uniformität, aber auch gegen die Verabsolutierung des Unterschiedes. Communio bedeutet „Einheit in Verschiedenheit“. Das benötigt die kongolesische Gesellschaft mit ihren vielen ethnischen Gruppen.

In unserer Dissertation haben wir versucht, die Schlusselbegriffe „Communio“, „Gerechtigkeit“, „Frieden“, „Versöhnung“ und „Dialog“, „Unterschied“ theologisch zu interpretieren, um zu zeigen, warum eine Communio-Dramatische Ekklesiologie wichtig für die kongolesische Gesellschaft und Kirche werden kann.

Zusammenfassung (Englisch)

Democratic Republic of Congo (DRC) is a large country situated at the very heart of Africa. It is a country with rich natural resources. Despite the country natural resources, its striking religiosity, as well as its impressive demographic growth, the country still experiences many problems, such as, overwhelming increase population, the persistence of corruption, fraud, tribalism, political irresponsibility and crises of values. Furthermore, ethnic plurality does not come without problems of cohabitation and national cohesion. For more than 20 years, Congo-Kinshasa has been plunged into the cycle of violence and wars that have caused millions of victims. In this atmosphere of tensions, exist sexual violence and a massive violence of human rights. Another drama of this situation of permanent wars is the mass influx of refugees and the forced enrolment of children for military service. How can a 95% Christianized country remain into an eternal cycle of wars, bloody violence and divisions? This gap between the impressive number of Christians and the apocalyptic situation that the country is going through suggests that the notion of the Church and the Gospel announced through the process of evangelization have not yet penetrated into the hearts of the recipients in order to bring about a true conversion in them. So our problem is how the Catholic Church in DRC, as far as it is concerned, could be a concrete sign of salvation for the Congolese people. What form and what image of the Church can be relevant for a people with multiple ethnic groups? What model of Church is best for such a society in crisis?

The ecclesiology of the Church-Family of God highlighted in 1994 by the Synod of Bishops for Africa is now insufficient because the family institution itself is plunged into crisis. It is at the centre of many scandals. We believe that it must be replaced by one of two other models: the ecclesiology of communion and the dramatic ecclesiology. The first model is developed with majesty by the Franco-Canadian Jean-Marie Roger Tillard, who states that the Church is a vertical communion with God, but also has a horizontal dimension which implies communion among Christians and communion among local Churches. This Communion first is life and not a matter of structures. It is actualized in the profession of the same faith, the same practice of charity and reconciliation, the sharing of the same cares for life, common prayer, and so on. It is in the local Church that this life is possible because it is there where man is confronted with the hard aspect of life and where he accepts integral salvation. For Tillard, this Church represents the people of God, as the body of Christ. More fundamentally, it becomes a sacrament of salvation when it evangelizes, gathers and reconciles peoples and promotes dialogue in the name of its Saviour and Lord.

As for the dramatic ecclesiology conceived by the Jesuit Raymund Schwager, who considers the Church which was born during Pentecost as the culmination of a long dramatic process in which the forces of evil and death have been annihilated by the power of Love. Such a Church is therefore placed at the heart of the problems of the world. It becomes a sign of God's salvation for the world when it promises to promote justice and peace, reconciliation between people and especially forgiveness as the only force against the circle of violence. Revenge is indeed the mother of the vices and creates a chain of violence and perpetual conflicts. Moreover, for dramatic theology, true peace does not rest on political compromises, or on the strength of arms. It is not the result of negotiations at the expense of the third party. It is above all the fruit of the practice of social justice.

Starting from the reconstruction of these two ecclesiological models, we wanted to demonstrate and support in our work that communion-dramatic ecclesiology is the most relevant model which can lead the mission of the Church in DRC. However, in the current Congolese context marked by repeated wars, the Church can only be a sign of salvation if it builds its framework for the struggle against wars, divisions, injustices, inequalities, oppression and misery. It can only become a sign of salvation if it manifests itself as a poor Church serving the poor. It is a sign of salvation, if it advocates reconciliation, justice, peace, ecumenism and interreligious dialogue within the country, without compromising itself with those who exploit the people and inflict atrocities on them. The Church in DRC should be able to authentically play its prophetic role, and reveal itself as a sign of salvation, the place where this salvation is realized, this is because the world believes much more in witness rather than in preaching.

Moreover, this ecclesiology is an important step for deep evangelization. For it is in the basic cells that man acquires the consciousness of belonging to the Church, that he makes the best experience of his communal faith. Furthermore, the ecclesiology of communion insists on the establishment and affirmation of the Basic Communities, places of Christian witness, the rejuvenation of the Christian family, the cell of the Church and the first school of life as well as the establishment of different movements of Catholic action and others youth movement. In these human-sized communities, the Christian comes out of anonymity. It is in the family that a person is initiated into the evangelical values of justice, sharing, reconciliation and peace. It is also there that he becomes a citizen as a Christian and a Christian as a citizen.

In addition, the concept of communion well understood refuses an individualistic vision. True communion requires being open to community. Communion is an awareness of the ecclesial reality that transcends my own corner, my linguistic and cultural, social and racial territory. It is the acceptance of others in their differences. In communion, ethnic differences become wealth and not causes of wars, competitions and divisions. Communion refuse uniformity as much as the absolutization of difference. It is a sort of unity in diversity, something of which Congolese society is in dire need as they search for peace and reconciliation among different ethnic groups. In our work, we have tried to shed light on certain key concepts such as "communion", its implications in a community of life, the theological status of "difference", the notion of justice and peace, reconciliation and dialogue. In order to demonstrate how and why communion-dramatic ecclesiology constitutes a major strength for the life of society and of the Church in the Democratic Republic of Congo.

Statistik
Das PDF-Dokument wurde 0 mal heruntergeladen.