Titelaufnahme

Titel
Simone de Beauvoirs existentialistische Konzeption der Frau als Spannungsverhältnis von Freiheit und Situationsgebundenheit in Das andere Geschlecht und Das Alter
VerfasserRedolfi Widmann, Esther
Begutachter / BegutachterinCoriando, Paola-Ludovika ; Siegetsleitner, Anne
GutachterCoriando, Paola-Ludovika
Erschienen2017
Umfang552 Seiten
HochschulschriftInnsbruck, Univ., Diss., 2017
Anmerkung
Arbeit an der Bibliothek noch nicht eingelangt - Daten nicht geprüft
Datum der AbgabeApril 2017
SpracheDeutsch
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (DE)Simone de Beauvoir / Das andere Geschlecht / Das Alter / Existentialismus / Feminismus / Frau / Freiheit / Situationsgebundenheit / Spannungsverhältnis
Schlagwörter (EN)Simone de Beauvoir / Das andere Geschlecht / Das Alter / Existentialismus / Feminismus / Frau / Freiheit / Situationsgebundenheit / Spannungsverhältnis
Zugriffsbeschränkung
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Zusammenfassung (Deutsch)

In dieser Dissertation wird Simone de Beauvoirs existentialistische Konzeption der Frau als Spannungsverhältnis von Freiheit und Situationsgebundenheit in Das andere Geschlecht und Das Alter beleuchtet. In Anlehnung an Beauvoirs berühmten Satz "Man kommt nicht als Frau zur Welt, man wird es. Keine biologische, psychische oder ökonomische Bestimmung legt die Gestalt fest, die der weibliche Mensch in der Gesellschaft annimmt" lautet die Hypothese, dass die Frau als Spannungsverhältnis von Freiheit und Situationsgebundenheit definiert werden kann. Sie konzentriert sich darauf aufzuzeigen, dass es hierbei nicht auf das Maß an Transzendenz oder Immanenz ankommt, über das im Leben bzw. in einer Lebensphase verfügt werden kann, sondern darauf wie dieses produktiv eingesetzt werden kann.

Es wird sich zeigen, wie sich Simone de Beauvoir zunehmend von jenen philosophischen Theorien distanziert, die eindeutig tendenziell das Risiko bergen, sie daran zu hindern, ihr Augenmerk unter dem Gesichtspunkt auch ihrer eigenen praktischen Lebensführung auf die Situation der Frau zu richten. Die Philosophin hat stets auch dies zeigt die Analyse von Das andere Geschlecht und Das Alter eindeutig für eine ganzheitliche Auffassung der Frau (als Mensch) plädiert. Infolgedessen wurde angesichts der biografisch-philosophischen Äußerungen Simone de Beauvoirs als Grundtenor bzw. Leitmotiv ihrer Philosophie, expressis verbis die permanente Spannung von Freiheit und Situationsgebundenheit herausgearbeitet.

Mithilfe konkreter Fallbeispiele aus Beauvoirs Essay Das andere Geschlecht wird die Situation der jungen, sowie der bejahrten Frau in Das Alter als Spannungsverhältnis von Freiheit und Situationsgebundenheit analysiert werden. Da diese Arbeit einer dem Verständnis dienlichen chronologischen Anordnung relevanter Auszüge aus Das andere Geschlecht und Das Alter vorsieht, bietet sich diese Darlegung als kommentierte Einführung sowie als neuer, und vor allem übersichtlicher Zugang zu diesen beiden Werken an.

Zuletzt werden all jene Faktoren (die Entmythisierung; die freie Geistesentfaltung; die Sittenfreiheit; die sexuelle Freiheit; die selbstbestimmte Fortpflanzungsfunktion; die ökonomische Ungebundenheit und das Alter) angeführt, die die Philosophin für die Unabhängigkeit der Frau verantwortlich macht.

Bis heute ist unbestritten, dass Simone de Beauvoir in Das andere Geschlecht und Das Alter ihrer Zeit weit voraus war. Die Entwicklung des Denkens der Philosophin lässt sich in Anlehnung an zahlreichen sozialhistorischen Umwälzungen ihrer Zeit nachzeichnen.

Die unterschiedlichen Interpretationen von Simone de Beauvoirs Leben und Werk durch feministische Bewegungen und Strömungen waren bzw. sind ein Indiz dafür, dass der Prozess der Emanzipation der Frauen noch lange nicht abgeschlossen sind, und Simone de Beauvoir in dieser Entwicklung immer einen bedeutenden Platz einnehmen wird. Tatsächlich gilt Beauvoir als bislang einzige Frau, der es in ihrem bis zuletzt geführten Kampf gelungen ist, sich über ihr Heimatland hinaus weltweit Aufmerksamkeit zu verschaffen und dadurch eine Veränderung der Lage der jungen und der bejahrten Frau in die Wege zu leiten.

Beauvoirs existentialistische Auffassung der Frau als Spannungsverhältnis von Freiheit und Situationsgebundenheit hat sich für die Veranschaulichung konkreter Situiertheiten, da diese maßgeblich zu einer prägnanten Demonstration der von Beauvoir selbst bevorzugten angewandten praktischen Aspekte ihrer Thesen beigetragen hat, als dienlich erwiesen. Ganz im Sinne Beauvoirs eignet sich diese Vorgehensweise die Leserinnen und Leser zu konkreten Problemlösungen anzuregen. Und da sich seit 1949 bzw. 1970 die Lage der Frau weltweit bzw. die der westlichen Frau zusehends verschlechtert hat, liegt die Dringlichkeit, sich heute an Simone de Beauvoirs Essays zu wagen auf der Hand. Denn die Gleichstellung von Frau und Mann, mit all den Konsequenzen wird erst dann wirklich überwunden sein, wenn sich alle als Menschen begreifen, als Menschen respektieren, und trotz situativer Differenzen, diese nicht für Machtzwecke instrumentalisieren, sondern als ebenso notwendige wie bereichernde Nuancen unseres Menschseins akzeptieren.

Zusammenfassung (Englisch)

In dieser Dissertation wird Simone de Beauvoirs existentialistische Konzeption der Frau als Spannungsverhältnis von Freiheit und Situationsgebundenheit in Das andere Geschlecht und Das Alter beleuchtet. In Anlehnung an Beauvoirs berühmten Satz "Man kommt nicht als Frau zur Welt, man wird es. Keine biologische, psychische oder ökonomische Bestimmung legt die Gestalt fest, die der weibliche Mensch in der Gesellschaft annimmt" lautet die Hypothese, dass die Frau als Spannungsverhältnis von Freiheit und Situationsgebundenheit definiert werden kann. Sie konzentriert sich darauf aufzuzeigen, dass es hierbei nicht auf das Maß an Transzendenz oder Immanenz ankommt, über das im Leben bzw. in einer Lebensphase verfügt werden kann, sondern darauf wie dieses produktiv eingesetzt werden kann.

Es wird sich zeigen, wie sich Simone de Beauvoir zunehmend von jenen philosophischen Theorien distanziert, die eindeutig tendenziell das Risiko bergen, sie daran zu hindern, ihr Augenmerk unter dem Gesichtspunkt auch ihrer eigenen praktischen Lebensführung auf die Situation der Frau zu richten. Die Philosophin hat stets auch dies zeigt die Analyse von Das andere Geschlecht und Das Alter eindeutig für eine ganzheitliche Auffassung der Frau (als Mensch) plädiert. Infolgedessen wurde angesichts der biografisch-philosophischen Äußerungen Simone de Beauvoirs als Grundtenor bzw. Leitmotiv ihrer Philosophie, expressis verbis die permanente Spannung von Freiheit und Situationsgebundenheit herausgearbeitet.

Mithilfe konkreter Fallbeispiele aus Beauvoirs Essay Das andere Geschlecht wird die Situation der jungen, sowie der bejahrten Frau in Das Alter als Spannungsverhältnis von Freiheit und Situationsgebundenheit analysiert werden. Da diese Arbeit einer dem Verständnis dienlichen chronologischen Anordnung relevanter Auszüge aus Das andere Geschlecht und Das Alter vorsieht, bietet sich diese Darlegung als kommentierte Einführung sowie als neuer, und vor allem übersichtlicher Zugang zu diesen beiden Werken an.

Zuletzt werden all jene Faktoren (die Entmythisierung; die freie Geistesentfaltung; die Sittenfreiheit; die sexuelle Freiheit; die selbstbestimmte Fortpflanzungsfunktion; die ökonomische Ungebundenheit und das Alter) angeführt, die die Philosophin für die Unabhängigkeit der Frau verantwortlich macht.

Bis heute ist unbestritten, dass Simone de Beauvoir in Das andere Geschlecht und Das Alter ihrer Zeit weit voraus war. Die Entwicklung des Denkens der Philosophin lässt sich in Anlehnung an zahlreichen sozialhistorischen Umwälzungen ihrer Zeit nachzeichnen.

Die unterschiedlichen Interpretationen von Simone de Beauvoirs Leben und Werk durch feministische Bewegungen und Strömungen waren bzw. sind ein Indiz dafür, dass der Prozess der Emanzipation der Frauen noch lange nicht abgeschlossen sind, und Simone de Beauvoir in dieser Entwicklung immer einen bedeutenden Platz einnehmen wird. Tatsächlich gilt Beauvoir als bislang einzige Frau, der es in ihrem bis zuletzt geführten Kampf gelungen ist, sich über ihr Heimatland hinaus weltweit Aufmerksamkeit zu verschaffen und dadurch eine Veränderung der Lage der jungen und der bejahrten Frau in die Wege zu leiten.

Beauvoirs existentialistische Auffassung der Frau als Spannungsverhältnis von Freiheit und Situationsgebundenheit hat sich für die Veranschaulichung konkreter Situiertheiten, da diese maßgeblich zu einer prägnanten Demonstration der von Beauvoir selbst bevorzugten angewandten praktischen Aspekte ihrer Thesen beigetragen hat, als dienlich erwiesen. Ganz im Sinne Beauvoirs eignet sich diese Vorgehensweise die Leserinnen und Leser zu konkreten Problemlösungen anzuregen. Und da sich seit 1949 bzw. 1970 die Lage der Frau weltweit bzw. die der westlichen Frau zusehends verschlechtert hat, liegt die Dringlichkeit, sich heute an Simone de Beauvoirs Essays zu wagen auf der Hand. Denn die Gleichstellung von Frau und Mann, mit all den Konsequenzen wird erst dann wirklich überwunden sein, wenn sich alle als Menschen begreifen, als Menschen respektieren, und trotz situativer Differenzen, diese nicht für Machtzwecke instrumentalisieren, sondern als ebenso notwendige wie bereichernde Nuancen unseres Menschseins akzeptieren.

(Eine englische Version des Abstracts wird nachgereicht werden)