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Titelaufnahme

Titel
Entwicklung der motorischen Leistungsfähigkeit von der 5. zur 7. Schulstufe bei Tiroler NMS Schülerinnen und Schülern / eingereicht von: Benjamin Schweigkofler, Simon Oberprantacher
VerfasserSchweigkofler, Benjamin ; Oberprantacher, Simon
Begutachter / BegutachterinGreier, Nikolaus
GutachterGreier, Nikolaus
ErschienenInnsbruck, Oktober 2016
Umfang86 Blätter : Illustrationen, Diagramme
HochschulschriftUniversität Innsbruck, Diplomarbeit, 2016
Datum der AbgabeOktober 2016
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)DMT / NMS-Schüler / 5.-7. Schulstufe / Entwicklung / sportmotorische Leistungsfähigkeit / anthropometrische Parameter
Schlagwörter (EN)DMT / NMS-Schüler / 5.-7. Schulstufe / Entwicklung / sportmotorische Leistungsfähigkeit / anthropometrische Parameter
URNurn:nbn:at:at-ubi:1-5799 Persistent Identifier (URN)
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Entwicklung der motorischen Leistungsfähigkeit von der 5. zur 7. Schulstufe bei Tiroler NMS Schülerinnen und Schülern [1.75 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

ZUSAMMENFASSUNG

Hintergrund: Zahlreiche Autoren widmen sich der Untersuchung der sportmotorischen Leistungsfähigkeit von Kindern und Jugendlichen. Dabei treten oftmals alters- und geschlechtsspezifische Unterschiede zu Tage. Allerdings wurden noch nicht allzu viele Längsschnittstudien durchgeführt, um die Entwicklung der sportmotorischen Leistungsfähigkeit zu untersuchen. Gerade in Österreich wurde dieses Thema bis jetzt erst im Grundschulalter und im Vorschulalter untersucht. Gleichzeitig ist die Erhebung anthropometrischer Parameter von Kindern und Jugendlichen von zentraler Bedeutung für Themen der öffentlichen Gesundheit. Für Schülerinnen und Schüler der „Neuen Mittelschulen“ in Tirol liegen diesbezüglich noch keine Daten vor.

Zielsetzung: Aufgrund der defizitären Datenlage an Tiroler Schulen für diese Altersklasse ist das Ziel dieser Diplomarbeit, die Entwicklung der motorischen Leistungsfähigkeit und der anthropometrischen Parameter bei NMS-Schülerinnen und Schülern in Tirol sowie die geschlechtsspezifischen Unterschiede in der Entwicklung zu untersuchen.

Methodik: Insgesamt absolvierten 212 Schülerinnen und Schüler von der fünften bis zur siebten Schulstufe aus sieben Neuen Mittelschulen in Tirol den Deutschen Motorik Test (DMT 6-18) an drei aufeinanderfolgenden Jahren (jeweils Herbst 2013, 2014, 2015). Die acht Testaufgaben untersuchten die motorische Leistungsfähigkeit der Probandinnen und Probanden und gliederten sich in 20m Sprint, Balancieren rückwärts, seitliches Hin- und Herspringen, Rumpfbeugen, Liegestütz, Standweitsprung, Sit-ups und 6-Minuten-Lauf. Gleichzeitig wurden die anthropometrischen Parameter Alter, Geschlecht, Körpergröße und Körpergewicht erhoben. Über die Formel Körpergewicht in kg / Körpergröße in m wurde der BMI der Probandeninnen und Probanden berechnet und eine Einordnung in die drei Kategorien untergewichtig, normalgewichtig und übergewichtig vorgenommen. Ebenso wurde mittels eines Fragebogens der Migrationsstatus der Probandinnen und Probanden erhoben und anhand der Z-Gesamtwerte ein Vergleich zwischen Schülerinnen und Schülern mit und ohne Migrationshintergrund in Bezug auf die sportmotorische Leistungsfähigkeit untersucht. Eine einfaktorielle Varianzanalyse (mit Messwiederholung) diente der Untersuchung der Entwicklung der Probandinnen und Probanden hinsichtlich Körpergröße und Körpergewicht, der Entwicklung der sportmotorischen Leistungsfähigkeit sowie hinsichtlich Unterschieden in der Leistungsfähigkeit zwischen Probandinnen und Probanden mit und ohne Migrationshintergrund. Der Chi-Quadrat-Test nach McNemar gab Aufschluss über Unterschiede in der Häufigkeit der Gewichtstypen zwischen den drei Messzeitpunkten.

Ergebnisse: Insgesamt waren von 212 Schülerinnen und Schülern 59,4% männlich und 40,6% weiblich. Das Durchschnittsalter lag in der 5. Schulstufe bei 10,28 0,76 Jahren, in der 6. Schulstufe bei 11,03 0,94 Jahren und in der 7. Schulstufe bei 12,47 0,60 Jahren. Von den getesteten Schülerinnen und Schülern hatten 85,4% keinen Migrationshintergrund und 14,6% der Schülerinnen und Schüler hatten einen Migrationshintergrund. Im Durchschnitt gibt es lediglich geringe Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Schülern hinsichtlich der Körpergröße und des Körpergewichts, wenngleich die Mädchen in der 5. und 6. Schulstufe etwas größer und an allen drei Messzeitpunkten ein leicht höheres Körpergewicht hatten als die Jungen. Hochsignifikante Verbesserungen (p<0,01) in der motorischen Leistungsfähigkeit zwischen allen 3 Messzeitpunkten (5.-6., 6.-7. und 5.-7. Schulstufe) gibt es bei den Testitems Sprint, seitliches Hin- und Herspringen und Standweitsprung. In Abhängigkeit der jeweils betrachteten Messzeitpunkte, stellten sich bei weiteren drei Testitems (Balancieren rückwärts und Liegestütz: 5.-7./6.-.7. Schulstufe und Sit-ups: 5.-7. Schulstufe) hochsignifikante Verbesserungen ein. In sechs der acht untersuchten Testitems gab es somit signifikante Verbesserungen zumindest zwischen der 5. und 7. Schulstufe. Keine signifikanten Unterschiede waren hingegen bei den Testitems Rumpfbeuge und 6min-Lauf feststellbar. Signifikante geschlechtsspezifische Unterschiede zugunsten der männlichen Schüler werden beim 20m Sprint, bei den Sit-ups, beim Standweitsprung und beim 6min-Lauf deutlich. Bei der Rumpfbeuge gibt es hingegen in allen drei Schulstufen signifikante Unterschiede zugunsten der Mädchen. Schülerinnen und Schüler ohne Migrationshintergrund erzielen in allen drei Schulstufen einen signifikant höheren Z-Gesamtwert, als Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund. In allen drei Schulstufen sind etwa der Schülerinnen und Schüler normalgewichtig, der Rest verteilt sich auf die Kategorien untergewichtig und übergewichtig. Schülerinnen und Schüler, die in der 5. Schulstufe übergewichtig waren, blieben in der 6. und 7. Schulstufe größtenteils übergewichtig. Die restlichen Schülerinnen und Schüler wurden normalgewichtig. Kein/e Schüler/in veränderte seinen/ihren Gewichtsstatus von übergewichtig nach untergewichtig oder umgekehrt. Etwas mehr als die Hälfte der Probandinnen und Probanden, welche in der 5. Schulstufe untergewichtig waren, blieben in den beiden Folgejahren untergewichtig, der Rest wurde normalgewichtig. Die Normalgewichtigen des ersten Jahres blieben in den Folgejahren größtenteils normalgewichtig.

Schlussfolgerung: In sechs von acht untersuchten Testitems konnten signifikante Verbesserungen der sportmotorischen Leistungsfähigkeit in der Entwicklung von der 5. zur 7. Schulstufe festgestellt werden. Die Fähigkeiten der Beweglichkeit und der Ausdauer sollten bei Kindern der 6. und 7. Schulstufe der NMS durch die Lehrperson im Sportunterricht oder etwa durch die Trainerin oder den Trainer im Sportverein zunehmend geschult werden. Während eine Steigerung der Ausdauerleistungsfähigkeit bei beiden Geschlechtern sinnvoll erscheint, sollten Einheiten zur Förderung der Beweglichkeit vor allem für Jungen stattfinden. Übungen und Spiele zur Förderung von Kraft, Schnelligkeit und Ausdauer sollten vermehrt für Mädchen angeboten werden. Gleichzeitig soll versucht werden, Mädchen stärker zu motivieren, um ihr gesamtes Potenzial durch die körperliche Ebenbürtigkeit mit den Jungen in diesem Alter, besser ausschöpfen zu können. Hinsichtlich Übergewichtigkeit sollten Eltern ihre Aufmerksamkeit auf gesunde Ernährung und ausreichende Bewegungsumfänge ihrer Kinder richten, da Übergewichtigkeit in der 5. Schulstufe zumindest in den Folgejahren erhalten bleibt. Vielfältige Bewegungsangebote sollen auch für Kinder mit Migrationshintergrund angeboten werden, um Unterschieden zu Kindern ohne Migrationshintergrund entgegenzuwirken.

Zusammenfassung (Englisch)

ZUSAMMENFASSUNG

Hintergrund: Zahlreiche Autoren widmen sich der Untersuchung der sportmotorischen Leistungsfähigkeit von Kindern und Jugendlichen. Dabei treten oftmals alters- und geschlechtsspezifische Unterschiede zu Tage. Allerdings wurden noch nicht allzu viele Längsschnittstudien durchgeführt, um die Entwicklung der sportmotorischen Leistungsfähigkeit zu untersuchen. Gerade in Österreich wurde dieses Thema bis jetzt erst im Grundschulalter und im Vorschulalter untersucht. Gleichzeitig ist die Erhebung anthropometrischer Parameter von Kindern und Jugendlichen von zentraler Bedeutung für Themen der öffentlichen Gesundheit. Für Schülerinnen und Schüler der „Neuen Mittelschulen“ in Tirol liegen diesbezüglich noch keine Daten vor.

Zielsetzung: Aufgrund der defizitären Datenlage an Tiroler Schulen für diese Altersklasse ist das Ziel dieser Diplomarbeit, die Entwicklung der motorischen Leistungsfähigkeit und der anthropometrischen Parameter bei NMS-Schülerinnen und Schülern in Tirol sowie die geschlechtsspezifischen Unterschiede in der Entwicklung zu untersuchen.

Methodik: Insgesamt absolvierten 212 Schülerinnen und Schüler von der fünften bis zur siebten Schulstufe aus sieben Neuen Mittelschulen in Tirol den Deutschen Motorik Test (DMT 6-18) an drei aufeinanderfolgenden Jahren (jeweils Herbst 2013, 2014, 2015). Die acht Testaufgaben untersuchten die motorische Leistungsfähigkeit der Probandinnen und Probanden und gliederten sich in 20m Sprint, Balancieren rückwärts, seitliches Hin- und Herspringen, Rumpfbeugen, Liegestütz, Standweitsprung, Sit-ups und 6-Minuten-Lauf. Gleichzeitig wurden die anthropometrischen Parameter Alter, Geschlecht, Körpergröße und Körpergewicht erhoben. Über die Formel Körpergewicht in kg / Körpergröße in m wurde der BMI der Probandeninnen und Probanden berechnet und eine Einordnung in die drei Kategorien untergewichtig, normalgewichtig und übergewichtig vorgenommen. Ebenso wurde mittels eines Fragebogens der Migrationsstatus der Probandinnen und Probanden erhoben und anhand der Z-Gesamtwerte ein Vergleich zwischen Schülerinnen und Schülern mit und ohne Migrationshintergrund in Bezug auf die sportmotorische Leistungsfähigkeit untersucht. Eine einfaktorielle Varianzanalyse (mit Messwiederholung) diente der Untersuchung der Entwicklung der Probandinnen und Probanden hinsichtlich Körpergröße und Körpergewicht, der Entwicklung der sportmotorischen Leistungsfähigkeit sowie hinsichtlich Unterschieden in der Leistungsfähigkeit zwischen Probandinnen und Probanden mit und ohne Migrationshintergrund. Der Chi-Quadrat-Test nach McNemar gab Aufschluss über Unterschiede in der Häufigkeit der Gewichtstypen zwischen den drei Messzeitpunkten.

Ergebnisse: Insgesamt waren von 212 Schülerinnen und Schülern 59,4% männlich und 40,6% weiblich. Das Durchschnittsalter lag in der 5. Schulstufe bei 10,28 0,76 Jahren, in der 6. Schulstufe bei 11,03 0,94 Jahren und in der 7. Schulstufe bei 12,47 0,60 Jahren. Von den getesteten Schülerinnen und Schülern hatten 85,4% keinen Migrationshintergrund und 14,6% der Schülerinnen und Schüler hatten einen Migrationshintergrund. Im Durchschnitt gibt es lediglich geringe Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Schülern hinsichtlich der Körpergröße und des Körpergewichts, wenngleich die Mädchen in der 5. und 6. Schulstufe etwas größer und an allen drei Messzeitpunkten ein leicht höheres Körpergewicht hatten als die Jungen. Hochsignifikante Verbesserungen (p<0,01) in der motorischen Leistungsfähigkeit zwischen allen 3 Messzeitpunkten (5.-6., 6.-7. und 5.-7. Schulstufe) gibt es bei den Testitems Sprint, seitliches Hin- und Herspringen und Standweitsprung. In Abhängigkeit der jeweils betrachteten Messzeitpunkte, stellten sich bei weiteren drei Testitems (Balancieren rückwärts und Liegestütz: 5.-7./6.-.7. Schulstufe und Sit-ups: 5.-7. Schulstufe) hochsignifikante Verbesserungen ein. In sechs der acht untersuchten Testitems gab es somit signifikante Verbesserungen zumindest zwischen der 5. und 7. Schulstufe. Keine signifikanten Unterschiede waren hingegen bei den Testitems Rumpfbeuge und 6min-Lauf feststellbar. Signifikante geschlechtsspezifische Unterschiede zugunsten der männlichen Schüler werden beim 20m Sprint, bei den Sit-ups, beim Standweitsprung und beim 6min-Lauf deutlich. Bei der Rumpfbeuge gibt es hingegen in allen drei Schulstufen signifikante Unterschiede zugunsten der Mädchen. Schülerinnen und Schüler ohne Migrationshintergrund erzielen in allen drei Schulstufen einen signifikant höheren Z-Gesamtwert, als Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund. In allen drei Schulstufen sind etwa der Schülerinnen und Schüler normalgewichtig, der Rest verteilt sich auf die Kategorien untergewichtig und übergewichtig. Schülerinnen und Schüler, die in der 5. Schulstufe übergewichtig waren, blieben in der 6. und 7. Schulstufe größtenteils übergewichtig. Die restlichen Schülerinnen und Schüler wurden normalgewichtig. Kein/e Schüler/in veränderte seinen/ihren Gewichtsstatus von übergewichtig nach untergewichtig oder umgekehrt. Etwas mehr als die Hälfte der Probandinnen und Probanden, welche in der 5. Schulstufe untergewichtig waren, blieben in den beiden Folgejahren untergewichtig, der Rest wurde normalgewichtig. Die Normalgewichtigen des ersten Jahres blieben in den Folgejahren größtenteils normalgewichtig.

Schlussfolgerung: In sechs von acht untersuchten Testitems konnten signifikante Verbesserungen der sportmotorischen Leistungsfähigkeit in der Entwicklung von der 5. zur 7. Schulstufe festgestellt werden. Die Fähigkeiten der Beweglichkeit und der Ausdauer sollten bei Kindern der 6. und 7. Schulstufe der NMS durch die Lehrperson im Sportunterricht oder etwa durch die Trainerin oder den Trainer im Sportverein zunehmend geschult werden. Während eine Steigerung der Ausdauerleistungsfähigkeit bei beiden Geschlechtern sinnvoll erscheint, sollten Einheiten zur Förderung der Beweglichkeit vor allem für Jungen stattfinden. Übungen und Spiele zur Förderung von Kraft, Schnelligkeit und Ausdauer sollten vermehrt für Mädchen angeboten werden. Gleichzeitig soll versucht werden, Mädchen stärker zu motivieren, um ihr gesamtes Potenzial durch die körperliche Ebenbürtigkeit mit den Jungen in diesem Alter, besser ausschöpfen zu können. Hinsichtlich Übergewichtigkeit sollten Eltern ihre Aufmerksamkeit auf gesunde Ernährung und ausreichende Bewegungsumfänge ihrer Kinder richten, da Übergewichtigkeit in der 5. Schulstufe zumindest in den Folgejahren erhalten bleibt. Vielfältige Bewegungsangebote sollen auch für Kinder mit Migrationshintergrund angeboten werden, um Unterschieden zu Kindern ohne Migrationshintergrund entgegenzuwirken.