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Title
The ministration and significance of the sacrament of anointing of the sick in the light of ordo unctionis infirmorum : a theological-pastoral-liturgical reading among the Yoruba of Nigeria / presented by Martin Adeleke Ogunbanwo
AuthorOgunbanwo, Martin Adeleke
CensorMeßner, Reinhard
Thesis advisorMeßner, Reinhard
PublishedInnsbruck, Jänner 2017
Descriptionxii, 359 Blätter
Institutional NoteUniversität Innsbruck, Dissertation, 2017
Date of SubmissionJanuary 2017
LanguageEnglish
Document typeDissertation (PhD)
Keywords (DE)Spendung / Sakramentes der Krankensalbung / Ordo Unctionis Infirmorum / Theologisch-Pastoral-Liturgische auslegung / Yoruba von Nigeria
Keywords (EN)Ministration / Sacrament of Anointing of the Sick / Ordo Unctionis Infirmorum / Theological-Pastoral-Liturgical / Yoruba of Nigeria
Keywords (GND)Yoruba / Krankensalbung
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Abstract (German)

Zweite Vatikanische Konzil im Jahr 1962 forderte in einem ihrer Dokumente massive Reformen betreffend die Sakramente der katholischen Kirche, dazu zählte unter anderem die Reform der Krankensalbung.

Eine Vielzahl an Überlegungen betreffend die Überarbeitung des Salbungsritus mussten in Erwägung gezogen werden, um den heutigen Bedingungen, die dem Wandel unterworfen waren, besser gerecht zu werden (SC 1).

Dies hat die Kirche dazu angeregt, durch und mit ihren Experten in der Liturgie, in der Heiligen Schrift und im kanonischen Recht eifrig daran zu arbeiten, um mit der gegenwärtigen liturgischen Publikation zu jenen Erkenntnissen und Ergebnissen zu gelangen, wie die Sakramente würdig und gut in der Kirche zu feiern sind.

Somit verkündete Papst Paul VI am 30. November 1972 die Apostolische Verfassung: Sacram Unctionem Infirmorum - diese begründete eine neue sakramentale Form der Salbung und genehmigte darin die Ordo Unctionis Infirmorum eorumque pastoraliscurae für die Nutzung der Kirche als ein Sakrament der Hoffnung und Heilung für die Kranken.

Gemäß der allgemeinen Einführung des Dokuments (OUI) heißt es: "Das Sakrament der Krankensalbung ist das reine, wahrhafte Sakrament für jene Christen, deren Gesundheit durch Krankheit oder Alter ernsthaft beeinträchtigt ist". Daher hat dieses Sakrament auch in der Kirche seit jeher eine aktive Rolle in der Unterstützung der Kranken eingenommen und nimmt diese bis heute wahr. Dies insbesondere, da gerade jene an Krankheit und Schwäche leidenden Menschen zugleich Hoffnung und Vertrauen aus dem Sakrament schöpfen, dass nämlich das Heilswerk des auferstandenen Christus in der Welt, an ihnen selbst fortbesteht. Kein Zweifel, diejenigen, die es empfangen, erfahren Linderung und Heilung und sind erneut gestärkt auf eine gute körperliche wie geistige Gesundheit eingestellt.

Kurz gesagt, die historischen Perspektiven der Spendung des Sakraments der Salbung der Kranken haben eine Vielzahl unterschiedlicher Stadien durchgemacht. Es wurde festgestellt, dass "das erste bekannte kirchliche Ritual für die Salbung kranker Christen aus dem neunten Jahrhundert stammt".

Es gab Hinweise auf die Salbung der Kranken in der frühen kirchlichen liturgischen Tradition im Osten und im Westen. Ein Teil der Merkmale dieser frühen Salbung umfasst die Beschreibung jener Teile des Körpers, die mit Öl gesalbt wurden. Zugleich finden sich dazu eigene Gebetsformulierungen in liturgischen Büchern der verschiedenen Kirchen. Ebenso fanden sich eigene kirchliche Gebetslehren über das Sakrament der Salbung, wie diese in den Dokumenten der Ökumenischen Räte von Florenz, Trent und Vatikan II und dem Codex des kanonischen Rechts enthalten sind.

Die Verkündigung von Ordo Unctionis Infirmorumis für die universelle Kirche, durch die alle örtlichen Kirchen weltweit spirituelle Kraft und Mut für ihre Kranken schöpfen können. Sie werden daher ermutigt, von dem Ritus der Salbung für Kranke Gebrauch zu machen, wann immer sie in großer Gefahr durch Krankheit oder zum Zeitpunkt des Todes sind. Seit der Veröffentlichung des Salbungsritus haben die örtlichen Kirchen diesen Ritus in den verschiedenen Teilen der Welt in Anspruch genommen. Allerdings wird erwartet, dass der Ritus in angemessener Form Anwendung findet, insbesondere unter strenger Berücksichtigung der je eigenen Örtlichkeiten sowie unter Bedachtnahme auf die Bedürfnisse der lokal lebenden Menschen, dies insbesondere um jede Form von Missbrauch zu vermeiden. Demgemäß hat auch die nigerianische Kirche und ihre Menschen einschließlich des Yoruba-Volkes nachhaltigen Gebrauch von diesem heilenden Ritus der Salbung der Kranken gemacht, wobei sowohl die Anwendung als auch die Akzeptanz von verschiedenen Dispositionen abhängt und dadurch immer wieder variiert.

Die Yorubas sind eine der drei größten ethnischen Gruppen in Nigeria. Sie bewohnen den südwestlichen Teil des Landes und sprechen die Yoruba-Sprache. Die Yoruba-Weltsicht erklärt sich aus ihrem Glauben an ein höchstes Wesen, das als Olodumare (Gott) bekannt ist. Für sie ist Gott das letzte Ende der menschlichen Existenz einschließlich seiner Nahrung, die Entstehung der Geister, vor allem aber der übermenschlichen Wesen und Geister der Ahnen; ER ist die Quelle von Tieren, Pflanzen, Phänomenen und unbelebten Objekten in der Welt. Für die Yoruba ist Gott auch die Quelle und die ultimative Kontrolle über die Lebenskräfte wie die Medizinmenschen, Hexen, Priester, Regenmacher usw. während die Gottheiten die Vermittler zwischen Mensch und Gott sind. Für die Yoruba sind die physischen und geistigen Wesen zwei Dimensionen eines und desselben Universums.

Das Yoruba-Volk beruhigt die Götter durch verschiedene Rituale und Opfer wie die für die Fruchtbarkeit von Menschen, Kulturen und Tieren; Für Geburt, Einweihung, Heirat und Tod; Zum Regenmachen, Pflanzen und Ernten. Daher ist die Natur kein unpersönlicher Gegenstand oder Phänomen; Vielmehr ist es auch mit religiöser Bedeutung gefüllt. Dementsprechend drückt die unsichtbare Welt das Sichtbare hart, und das afrikanische Volk sieht dieses unsichtbare Universum, wenn es die sichtbare und greifbare Welt betrachtet, anhört oder befühlt (Mbiti, 1969).

Demgegenüber wurden heutzutage das Christentum und die islamische Religion den Menschen als Ersatz für die traditionelle Religion des Volkes vorgestellt. Dennoch werden sowohl die Vorstellungen vom Leben sowie ihre Einstellungen dazu nach wie vor durch ihre alte, herkömmliche Weltanschauung geprägt.

Diese Einstellungen können bei bloßer Beobachtung der alltäglichen zwischenmenschlichen Beziehungen und Interaktionen innerhalb und außerhalb des "neuen gelebten christlichen Glaubens" festgestellt werden.

Die Yoruba-Philosophie über Krankheit und Gesundheit drückt sich in zwei gegensätzlichen Phänomenen aus. Für sie ist die menschliche Existenz in der Welt bereits von Gott vorbestimmt, und zwar durch die Wahl zwischen Frau oder Mann, welches Gott als Schicksal für sie oder ihn grundgelegt hat. Sobald demnach einem Kind das Leben geschenkt wird, holen die Eltern über das Schicksal des Kindes Informationen durch das Ifa-Orakel ein.

Im Krankheitsfall muss Gott selbst direkt durch die Anrufung durch das Orakel konsultiert werden, um die Ursache der Krankheit sowie deren Heilungsmöglichkeiten herauszufinden. Daher entspricht das Yoruba-Konzept der präventiven und kurativen gesundheitlichen Versorgung einem Teil ihrer täglichen Existenz, die durch ihre gelebten Überzeugungen und Erfahrungen genährt wird. In diesem Licht würde die durchschnittliche Yoruba-Person üblicherweise völlig selbstverständlich so viel wie möglich unternehmen und keinen Versuch unterlassen, jede Verletzung von natürlichen Lebenseinstellungen, also jeden Verstoß von Tabus zu vermeiden, um derart die bestmögliche Beziehung zu den übernatürlichen Wesen aufrecht zu erhalten.

Die Vielfalt der vorgenannten Gründe zeigen Wege zur Prävention und Heilung, die in aller Regel die Suche nach geeigneten, traditionellen Heilungsprozessen nachhaltig und massiv begünstigen.

Demgegenüber stellt die spitalsärztliche Krankenhausversorgung lediglich dann ein einzusetzendes "Heilmittel" dar und ist erst dann aufzusuchen, wenn alle anderen Bemühungen fehlgeschlagen sind. Der Aufruf und der Einsatz eines Priesters für spirituelle Hilfe und Unterstützung findet lediglich dann statt, wenn die Person beinahe an ihrem Todespunkt angekommen ist, ja selbst dann nicht in allen Fällen.

Die vorliegende Forschungsarbeit nahm ihren Ausgang und wurde initiiert auf Basis der Erkenntnissen über jahrelange Informationen über schlechte Anwendung, unzureichende Nutzung und unbefriedigende Haltung im Zusammenhang mit diesem bedeutsamen Sakrament der Krankensalbung innerhalb der Yoruba Katholiken in Nigeria.

In der Folge beabsichtigt diese Forschung, das Dokument über das Sakrament der Salbung der Kranken, Ordo Unctionis Infirmorum, seine Anwendung, Auslegung und Bedeutung für den heutigen Gebrauch in der Kirche zu untersuchen. Insbesondere werden dessen pastoral-liturgisch-theologische Lesungen und Auslegungen innerhalb des Volkes der Yoruba von Nigeria unter Bedachtnahme auf die aktuellen Herausforderungen, mit denen die Menschen gegenwärtig konfrontiert sind, dargelegt. Dies vor dem Hintergrund des besonderen Verständnisses für jene umfassende Bedeutung, welche das Sakrament in sich birgt. Dabei werden insbesondere die darin gebotenen spirituellen Vorteile im Moment der schweren Krankheit - als Sakrament der Hoffnung und Heilung - ebenso wie seine kanonischen Implikationen für die heutige Spendung der Sakramente offenkundig dargelegt.

Nach wie vor lässt sich in Yoruba ein Anwachsen des katholischen Glaubens inmitten anderer christlicher Glaubensrichtungen, vor allem jener neuen Generationskirchen, zu denen auch die „charismatische Bewegung“, die sogenannte „Freie Kirche“ zählen, feststellen. Diese neuen Kirchen-Generationen finden großen Anklang und Zuspruch bei den Menschen. Ihre Popularität wächst stetig und beeinflusst viele in besonderer Weise, darunter ebenso die Katholiken aus den Reihen der Yoruba-Christen. Einer jener Bereiche, welche diese neuen Kirchen derart populär gemacht haben, betrifft eben Krankheit und Heilung, indem sofortige Lösung für die Erleichterung und Gesundung der Kranken gesucht wird.

Tatsächlich scheinen sich diese Kirchen diese besonders bewegenden, tiefgreifenden Gebiete des menschlichen Heilswesens bewusst ausgewählt zu haben, um durch das Anbieten geistiger Lösungsansätze betroffene Menschen bewusst in ihren Bann zu ziehen und diese zur Nachfolge durch Offenbarungen und Angebote von "attraktiven Lehren des

Abstract (English)

None Hence on November 30, 1972 Pope Paul VI promulgated by the Apostolic Constitution: Sacram Unctionem infirmorum, established a new sacramental form of anointing and therefore approved the Ordo Unctionis Infirmorum eorumque pastoralis curae for the use of the Church as a sacrament of hope and healing for the sick.

According to the general introduction of the document (OUI), it says that: “The sacrament of anointing is the proper sacrament for those Christians whose health is seriously impaired by sickness or old age”. Hence, the sacrament has played and still continues to play active role in the Church in the support of the sick as they struggle with illness and at the same time giving them the hope that Christs work of healing is continuing in the world. No doubt, those who approach it receive comfort and healing and are restored back to good health of mind and body.

Briefly speaking, the historical perspectives of the ministration of the sacrament of anointing of the sick have gone through a lot of stages. It has been observed that “the first known ecclesiastical rite for anointing sick Christians dates from the ninth century”.

There was evidence of the anointing of the sick in the early Churchs liturgical tradition in the East and in the West. Part of the features of this early anointing includes the parts of the body to be anointed with oil, formulary of prayer contained in liturgical books of different Churches, Churchs teaching on the sacrament of anointing as found in the documents of the ecumenical Councils of Florence, Trent and Vatican II and the Code of Canon Law.

The promulgation of Ordo Unctionis Infirmorum is for the universal Church whereby all local Churches all over the world can draw spiritual strength and courage for their sick ones. They are therefore, encouraged to make use of the rite of anointing for the sick whenever they are in great danger of ill health or at the point of death. From the time of the publication of the rite of anointing, the local Churches have been making use of this rite in the different parts of the world. More so, considering their locality and the needs of the people, the rite is expected to be used appropriately and to avoid any form of abuse. The Nigerian Church and her people including the Yoruba people have also been making use of this rite of anointing of the sick though its acceptance varies with different dispositions.

The Yoruba people are one of the three major ethnic groups in Nigeria. They occupy the south western part of the country and speak Yoruba language. The Yoruba worldview is explained by their belief in a supreme being known as Olodumare (God). For them, God is the ultimate end of human existence including its sustenance, the genesis of Spirits especially of superhuman beings and spirits of ancestors; He is the source of animals, plants, phenomena and inanimate objects in the world. For the Yoruba, God is also the source and the ultimate controller of the vital forces like the medicine men, witches, priests, rainmakers, etc. while the deities are the intermediaries between human and God. For the Yoruba, the physical and spiritual entities are two dimensions of one and the same universe.

The Yoruba people appease gods by various rituals and sacrifices such as those for the fertility of human beings, crops and animals; for birth, initiation, marriage and death; for rainmaking, planting and harvesting. Hence, nature is not an impersonal object or phenomenon; it is also filled with religious importance. Accordingly, the invisible world presses hard upon the visible, and the African people see that invisible universe when they look at, hear or feel the visible and tangible world (Mbiti, 1969).

Today however, Christianity and Islamic religion have been introduced to the people as replacement for the traditional religion of the people. Nevertheless, the idea of life and their attitude to it are still being shaped by their old worldview.

One can notice these attitudes as they exhibit them in their day-to-day interpersonal interactions within and outside their new Christian faith.

The Yoruba philosophy concerning illness and health are two opposing phenomena. For them, human existence in the world is already predetermined by God in the choice of destiny man or woman chooses for himself or herself. Thats why when a child is given birth to, the parents enquire about the destiny of the child from the Ifa oracle. So when one is sick for example, God has to be consulted through the oracles to find out the cause of sickness and its remedies. Therefore, the Yoruba concept of preventive and curative care is part of their day-to-days existence which is informed by their health beliefs. In this light, the average Yoruba person would try as much as possible to avoid any violation of taboos so that he or she could maintain a good relationship with the supernatural beings. From the above, the pathways to prevention and cure usually favor the seeking of the traditional healing process, while hospital cure is sought only when all other attempts have failed. The call for a priest for spiritual assistance and support only takes place when the person is almost at the point of death though not in all cases.

Thus, this research was informed by the poor attitudes towards making use of this sacrament of anointing as identified over the period of years among the Yoruba Catholics of Nigeria. This research intends to examine the document on the sacrament of anointing of the sick, Ordo Unctionis Infirmorum, its ministration and significance for todays use in the Church, its pastoral-liturgical-theological reading among the Yoruba of Nigeria with the challenges the people face when it comes to fully understand what the sacrament stands for, its spiritual benefits at the moment of serious illness- as sacrament of hope and healing and comfort and its canonical implications for todays ministration.

In Yoruba land, the Catholic faith is still growing in the midst of other Christian faiths especially the new generation churches among them is the Pentecostals. These new generation churches have become so popular and their popularity has greatly influenced many people including the Yoruba Catholics. One area that has made these churches popular concerns sickness and healing whereby immediate solution is sought for relieve of the sick ones. In fact, these churches seem to provide these spiritual solutions to the people that have made them drawn to following them in their teachings and mode of worship.

Today it is therefore very important for the Catholic Church to bring back the people to the Church in giving them proper teaching to understanding the doctrine of the Church, the celebration of the sacraments especially the sacrament of the anointing of the sick and its canonical understanding.

This work therefore, is to assist Yoruba Catholics in a special way to understand fully the spiritual benefits of the sacrament of the anointing of the sick. Also, to let the people know that healing in the Church through the sacrament of the anointing of the sick is not magical even though it does not remove the idea of total healing of the body by Christ who establishes the sacrament and who even dedicated his earthly ministry to healing the sick as accounted for in the Scriptures.

It is necessary at this moment to reappraise the efforts of the Church with regards to healing the sick ones and to open the minds of all that the Church is always at their services to bring succor and peace to their lives. This appraisal has become necessary not only for the Yoruba Church of Nigeria but also to the entire world where people are grappling with different forms of sickness and health challenges. There is need to open the treasures of Gods love for us and make them anew for the good of the people. This work will try as much as possible to help all Christians and especially the Yoruba Catholics to appreciate the sacrament of the anointing of the sick and make good use of it. Indeed, it is a sacrament of hope and healing and comfort.

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