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Titelaufnahme

Titel
Resilienz bei PatientInnen mit depressiven Störungen
VerfasserPardeller, Silvia
Begutachter / BegutachterinJuen, Barbara ; Holzner, Bernhard
Betreuer / BetreuerinJuen, Barbara ; Hofer, Alex ; Bliem, Harald
Erschienen2017
HochschulschriftInnsbruck, Univ., Diss., 2017
Anmerkung
Arbeit an der Bibliothek noch nicht eingelangt - Daten nicht geprüft
Datum der AbgabeJanuar 2017
SpracheDeutsch
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (DE)Depression / Resilienz / Lebensqualität / Selbstwertgefühl / Hoffnungslosigkeit
Schlagwörter (EN)Depression / resilience / quality of life / self-esteem / hopelessness
URNurn:nbn:at:at-ubi:1-6659 Persistent Identifier (URN)
Zugriffsbeschränkung
 Das Werk ist frei verfügbar
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Resilienz bei PatientInnen mit depressiven Störungen [1.64 mb]
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Einleitung

Depressionen zählen zu den häufigsten und folgenreichsten psychischen Störungen. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO, 2015) ist die Depression eine der Hauptursachen für krankheitsbedingte Invalidität weltweit. Somit erscheint es wichtig, depressionsgefährdete Personen bzw. Patienten, die ein hohes Rückfallrisiko haben, rechtzeitig zu identifizieren und ihnen passende therapeutische Maßnahmen anzubieten. Die Resilienzforschung befasst sich mit dem Phänomen, dass manche Menschen trotz vorhandener Belastungen und Risiken gesund bleiben oder schneller regenerieren als andere. Somit stellt Resilienz eine wichtige Ressource bei der Behandlung von Patienten mit depressiven Störungen dar.

Methodik

An Hand einer Querschnittstudie wurde Resilienz bei Patienten mit aktueller depressiver Episode und der Zusammenhang mit verschiedenen (klinischen) Variablen im Vergleich zu einer gesunden Kontrollgruppe untersucht. Hierzu wurden 40 ambulante oder stationäre depressive Patienten und 75 gesunde Kontrollpersonen in die Studie eingeschlossen. Die Psychopathologie wurde bei den Patienten mittels Montgomery Asberg Depression Scale (MADRS) gemessen. Folgende Skalen wurden bei Patienten sowie gesunden Kontrollpersonen verwendet: Resilienzskala (RS-25) zur Erfassung der Resilienz sowie WHOQOL-BREF, Rosenbergskala und H-Skalen zur Erfassung von Lebensqualität, Selbstwertgefühl und Hoffnungslosigkeit.

Ergebnisse

Verglichen mit der gesunden Kontrollgruppe beurteilten depressive Patienten Resilienz, Lebensqualität und Selbstwertgefühl signifikant geringer bei gleichzeitig signifikant stärker ausgeprägter Hoffnungslosigkeit, es ergaben sich jedoch Hinweise, dass Patienten nicht zwangsläufig niedrige Resilienzwerte aufweisen. Innerhalb der Patientengruppe zeigte sich weder ein Zusammenhang zwischen Resilienz und dem Schweregrad der Depression noch zwischen Resilienz und der Anzahl der bisherigen Krankheitsepisoden.

Während Resilienz bei Gesunden mit allen Domänen des WHOQOL-BREF positiv korrelierte, zeigte sich dieser Zusammenhang bei Patienten ausschließlich mit den Bereichen globale und psychische Lebensqualität. In beiden Gruppen fand sich ein signifikanter positiver Zusammenhang zwischen Resilienz und Selbstwertgefühl, eine negative Korrelation zwischen Resilienz und Hoffnungslosigkeit war allerdings ausschließlich innerhalb der Patientengruppe nachzuweisen.

Diskussion

Diese Ergebnisse bestätigen die Annahme, dass ein hoher Grad an Resilienz nicht zwangsläufig vor psychischer Erkrankung schützt. Resilienz geht jedoch mit wichtigen Parametern einher, die für den Outcome von depressiven Patienten förderlich sind. Künftige Längsschnittstudien müssen überprüfen, wie sich Resilienz bei depressiven Patienten im Krankheitsverlauf entwickelt, welche Rolle verschiedene psychopharmakologische und psychotherapeutische Maßnahmen hierbei spielen, und inwiefern der Outcome dadurch beeinflusst wird.

Zusammenfassung (Englisch)

Objective

Depression is one of the most frequent mental disorders. According to the World Health Organization (WHO, 2015), depression is one of the main causes of disability worldwide. Therefore, it appears to be important to identify persons with increased risk for depression or patients with increased risk of depression recurrence at an early stage to provide appropriate therapeutic measures. Resilience research focuses on the phenomenon that some people remain healthy despite marked burdens and risks and that they relatively easily recover from disturbance. Thus, resilience becomes an important resource in the treatment of depression.

Method

We recruited 40 depressed patients and 75 healthy controls in this cross- sectional study. In patients, psychopathology was assessed by the Montgomery Asberg Depression Scale (MADRS). The following scales were used in both patients and control subjects: the Resilience Scale (RS-25), WHOQOL-BREF, Rosenberg Self-Esteem Scale and the Beck Hopelessness Scale to assess resilience, QoL, self-esteem, and hopelessness, respectively.

Results

Depressive patients indicated significantly lower degrees of resilience, QoL, self-esteem, as well as significantly more hopelessness compared to healthy subjects. However, there was evidence that patients experiencing a depressive episode do not inevitably have low resilience-scores. Within the patient group there was neither a relationship between resilience and psychopathology nor between resilience and the number of previous depressive episodes.

While in healthy subjects resilience positively correlated with all WHOQOL-BREF domains, in patients particularly the areas global and mental quality of life correlated with resilience. In both groups there was a significant positive association between resilience and self-esteem. A negative correlation between resilience and hopelessness was only detected within depressive patients.

Conclusion

Our results confirm the assumption that resilience is not a complete protection against mental illness. However, resilience is associated with important parameters that are conducive to the outcome of patients with depressive disorders. Future longitudinal studies need to examine how resilience develops in the course of disease in depressive patients, the role of various psychopharmacological and psychotherapeutic treatments, and how outcome is affected thereby.