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Titelaufnahme

Titel
Wissen begehren : Eine phänomenologische Studie über die Bedeutung von Wissbegierde und Neu(be-)gierde für das Lernen
VerfasserRathgeb, Gabriele
Begutachter / BegutachterinUniv.-Prof. Dr. Peterlini, Hans Karl
GutachterUniv.-Prof. Mag. Dr. Schratz, Michael
Erschienen2017
Umfang323
HochschulschriftInnsbruck, Univ., Diss., 2017
Anmerkung
Arbeit an der Bibliothek noch nicht eingelangt - Daten nicht geprüft
Datum der AbgabeJanuar 2017
SpracheDeutsch
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (DE)Pädagogische Lernforschung / Vignettenforschung / Anekdotenforschung / Begehren / Wissen / Wissbegierde / Neugierde
Schlagwörter (EN)Pedagogical Research of Learning / Vignette Research / Anecdote Research / Desire / Knowledge / Inquisitiveness / Curiosity
Projekt-/ReportnummerP 225313 G-16
Projekt-/ReportnummerP 22230 G-17
URNurn:nbn:at:at-ubi:1-6660 Persistent Identifier (URN)
Zugriffsbeschränkung
 Das Werk ist frei verfügbar
Dateien
Wissen begehren [3.51 mb]
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Das Begehren nach Wissen, die Hingabe und Leidenschaft für eine Sache oder ein Thema sind zentrale Voraussetzungen für das Lernen. Schulischem Lernen mangelt es oft an diesem Pathos; Lehrende verfallen nicht selten „unter dem Druck der Zeit und der Forderung nach Effizienz in die Attitüde ‚des Informierens‘“ (Meyer-Drawe 2012, 32), und auf der Seite der Lernenden stehen das Erledigen von Aufgaben und das Bestehen von Prüfungen im Vordergrund. Diese Dissertation geht deshalb der Frage nach, wie und als was sich das Begehren nach Wissen, die Wissbegierde und Neugierde in den Erfahrungen und erzählten Erinnerungen von Schülerinnen und Schülern zeigen, was dazu beiträgt, dieses Begehren zu wecken und was es verstummen lässt.

Die Arbeit verortet sich in methodologischer Hinsicht im Bereich der empirischen qualitativen Erziehungswissenschaft, und zwar den Teilgebieten der Schulpädagogik und pädagogischen Lernforschung, und in theoretischer Hinsicht, aber auch hinsichtlich der methodologischen Begründung, in leibphänomenologischen Ansätzen im Anschluss an Merleau-Ponty, Waldenfels und Meyer-Drawe. Grundgelegt ist ein pädagogischer Lernbegriff, Lernen wird als „bildende Erfahrung“ verstanden (Meyer-Drawe 2008; 2010; Dewey 1916).

Die aus einer theoretischen Spurensuche nach dem Begehren gewonnenen Erkenntnisse werden im zweiten Teil der Arbeit hinsichtlich ihrer Bedeutung für Schule und Lernen dargestellt, wobei der Frage nach dem Verständnis und der Bedeutung von Wissen angemessen Platz eingeräumt wird. Vignetten und Anekdoten, innovative Forschungsinstrumente, die von der Forschungsgruppe um die Innsbrucker Vignettenforschung (IVR) (Schratz et al. 2012; Schratz et al. 2013, 2014) entwickelt wurden, ermöglichen neue Einsichten in schulische Lernerfahrungen. Im dritten Teil der Dissertation werden in Vignetten und Anekdoten gefasste Erfahrungen von Schülerinnen und Schülern unter dem Blickwinkel des Begehrens nach Wissen gelesen. Dabei werden sowohl Hindernisse auf dem Weg zur Weckung und Kultivierung des Begehrens nach Wissen im schulischen Lehren und Lernen deutlich, als auch beeindruckende Spuren der Wissbegierde sichtbar. Abschließend werden Eckpfeiler und Wegweiser für begehrendes Lernen und Lehren sowie offene Fragen vorgestellt, die weitere Untersuchungen lohnenswert erscheinen lassen.

Zusammenfassung (Englisch)

The passion for knowledge, the craving for insight into a subject or a topic, are central preconditions for learning. Learning at school often lacks this kind of pathos; students are busy managing tasks and passing exams while teachers due to time pressure and (assumed) curricula constraints fall back into the mode of informing and instructing instead of lighting the fire of a steady flame for wanting to know and learn (Meyer-Drawe 2012). This thesis attempts to give answers to the following questions: How and in what forms does craving for knowledge, longing for insights and passion for learning show itself in what students experience at school? How can the flame of a burning ardour for learning be lit and kept alive?

From a methodological point of view, this thesis is rooted in the empirical, qualitative science of pedagogy, in particular in the areas of school pedagogy and pedagogical research of learning. The theoretical background as well as the methodological rationale are based on corpo-real or embodied phenomenological perspectives according to Merleau-Ponty, Waldenfels, and Meyer-Drawe. Based on a pedagogical understanding of learning, learning is understood as “educational experience” (Meyer-Drawe 2008; 2010; Dewey 1916).

In the second part of this thesis, findings and insights which have been gained through a theoretical study of desire are being portrayed with respect to their relevance for schools and learning. The importance of understanding knowledge is also discussed appropriately. Vignettes and anecdotes, innovative research instruments developed by the research groups around the Innsbruck Vignette Research (IVR) (Schratz et al. 2012; Schratz et al. 2013, 2014), have proven to be most adequate to gain new insights into experiential learning at school. In the third part of the thesis, vignettes and anecdotes articulating pupils experiences are read from the perspective of the desire for knowledge. Thus, both obstacles for awakening and cultivating desire as well as impressive traces of the desire for knowledge become evident. Finally, cornerstones and signposts leading to a desire for learning and teaching are presented, and questions which could trigger further research in this area are addressed.