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Titelaufnahme

Titel
Jägerinnen unter Jägern : ethnografisch informierte Rekonstruktion männlicher Herrschaft im Feld Jagd - eine Fallstudie - / vorgelegt von: Ulrike Schmid
VerfasserSchmid, Ulrike
Begutachter / BegutachterinSpannring, Reingard
Betreuer / BetreuerinSpannring, Reingard
ErschienenInnsbruck, November 2016
Umfang148 Blätter : Diagramme
HochschulschriftUniversität Innsbruck, Masterarbeit, 2016
Anmerkung
Kurzfassung in deutscher und englischer Sprache
Datum der AbgabeNovember 2016
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (DE)Pierre Bourdieu / Männliche Herrschaft / Habitus / Feld / Kapital / Motivation / Geschlechter / Jagd
Schlagwörter (EN)Pierre Bourdieu / masculine domination / habitus / field / capital / motivation / gender / hunting
URNurn:nbn:at:at-ubi:1-5229 Persistent Identifier (URN)
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Jägerinnen unter Jägern [2.11 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Weibliche Jagende nehmen in den überwiegenden Fällen über den (Ehe)Partner am „männlichen Spiel“ Jagd teil oder aber ihr familiärer Hintergrund eröffnet ihnen den Zugang in das Feld der Jagd. In den Worten des theoretischen und be-grifflichen Instrumentariums Pierre Bourdieus formuliert heißt das, dass Frauen als jagende „Emporkömmlinge“ in erzieherischer und sozialisatorischer Beziehung zu den männlichen „Arrivierten“ des Feldes stehen und sich hiernach ihr feldspezifischer Habitus konstituiert. Darüber hinaus disponieren männliche Ja-gende über verschiedene Formen von Kapital und beherrschen das Feld der Jagd habituell und strukturell zu großen Teilen. Demgegenüber ziehen die weiblichen Mitspielerinnen überwiegend symbolischen Nutzen aus ihrer Partizipation und differenzieren sich dergestalt gegenüber den anderen jagenden Akteuren sowie den nicht-jagenden Akteurinnen des Sozialraums. Das feldspezifische Interesse und der Wert des subjektiv erfahrenen Gewinns überlagern dabei den Akt der Tötung als irreversible Gewalt und machen Frauen so zu Komplizinnen männlicher Herrschaft. Im Feld positioniert, sind sie qua geschlechtsspezifischem Habitus dazu berufen, die Rolle des vermeintlich ebenbürtigen Jagdkumpans sowie der gelegentlichen Jagdbegleiterin zu spielen, die in jedem Fall eine sichere Schützin ist (und sein muss). Zudem sind Frauen da und dort auch solidarische Mitpächterin (pro forma), tugendhafte Gesellschafterin, gute Köchin und/oder bedingungslose Bewunderin männlicher Jagderfolge. Frauen scheinen dabei zu ahnen, dass sie in das Spiel Jagd nicht uneingeschränkt involviert sind, gewichten aber dennoch ihr Privileg teilzuhaben, hoch. Sie erfahren im Kontext ihrer Unterwerfung eine neue Form der Ehrung und werden dabei für die erbrachten Leistungen durch männliche Anerkennung belohnt.

Zusammenfassung (Englisch)

Female hunters enter the hunting “game” primarily through their spouses resp. partners or their family background. In Pierre Bourdieu‘s theoretical and concep-tual terms that means women as the “parvenus” inside the field are related to the male “established” in an educational and socialisational manner. Thereby is being formed their hunting-specific habitus. Moreover, male hunters have various forms of capital on their disposal and largely dominate the field of hunting in a habitual and structural way. In contrast, the female teammates mostly gain symbolic benefits from their participation in the male-dominated game, distinguishing themselves from male hunting actors as well as non-hunting female actors within the social space. The value of the subjectively experienced profits overlays the act of killing as an irreversible act of violence, and hence makes women to ac-complices of male domination. Once women are positioned in the hunting con-text, their gender-specific habitus turns them into supposed equal hunting fellows or occasional hunting companions who in any case are (or must be) capable shooters. In addition, women are also reliable leaseholders (pro forma), virtuous partners, excellent cooks and/or unquestioning admirers of male hunting suc-cesses. Women seem to sense the fact of not being fully involved in the male hunting game, nonetheless they attach high importance to their privilege of par-ticipation. Accordingly, women experience a new and specific form of distinction from male appreciation and praise.