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Titelaufnahme

Titel
Bindung und Depression im neurowissenschaftlichen Kontext : Veränderung der elektrophysischen Reaktion von chronisch depressiven Patienten durch psychodynamische Langzeittherapie in einem Bindungsparadigma / eingereicht von Josef Richard Bitter
VerfasserBitter, Josef Richard
Betreuer / BetreuerinBuchheim, Anna
ErschienenInnsbruck 24.10.2016
Umfang80 Blätter : Diagramme
HochschulschriftUniversität Innsbruck, Univ., Masterarbeit, 2016
Datum der AbgabeOktober 2016
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (DE)Bindung / Depression / EEG
Schlagwörter (EN)Attachment / Depression / EEG
URNurn:nbn:at:at-ubi:1-5126 Persistent Identifier (URN)
Lizenz
CC-BY-Lizenz (4.0)Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz
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Bindung und Depression im neurowissenschaftlichen Kontext [1.16 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

In den vergangenen Jahren stieg die Anzahl der Studien, die die Wirksamkeit von Psychotherapie mittels neurologischer Messverfahren, wie z.B. fMRT oder EEG, nach weisen (Linden & Thome, 2011). Da- bei konnten für die jeweiligen psychischen Störungen spezifische neuronale Korrelate gefunden werden. Die neuronale Veränderung bei chronisch depressiven Patienten sind zurzeit nur durch die kognitiven Verhaltenstherapie und der achtsamkeitsbasierten Therapie nachgewiesen. Der Effekt von psychoana- lytischer Langzeittherapie auf elektrophysische Parameter sind noch nicht erbracht worden. In dieser Arbeit wird der Datensatz der HanseNeuroPsychoanalyse Studie (HNPS), welcher schon in mehreren Arbeiten (Buchheim et al., eingereicht; Buchheim, Taubner, Fizke & Nolte, 2010; Buchheim, Viviani et al., 2012a, 2012b) veröffentlicht wurde, weiter analysiert. Es wurden 17 chronische depressive Pati- enten und 13 gesunde Personen, die hinsichtlich des Geschlechtes, des Alters und der Bildung ähnlich der Experimentalgruppe sind, in die Studie einbezogen. Die Teilnehmer wurden jeweils vor der psy- chodynamischen Therapie und nach 15 Monaten mittels dem Adult Attachment Projective Picture System (AAP) diagnostiziert. Des Weiteren wurde die elektrophysische Reaktion auf bindungsrelevan- te Stimuli gemessen. Dabei wurden immer die Bilder des AAP mit einem neutralen Satz oder einem persönlichen, welcher durch das Diagnostikinterview zu Beginn der Studie gewonnen wurde, gepaart dargeboten. Die Analyse der LPP Amplitude zeigt, dass Patienten mit einem höheren BDI auch eine größere Veränderung der LPP Amplitude aufweisen. Dieser Effekt zeigt sich nicht zwischen organi- sierten und desorganisierten Patienten. Die Analyse der Gammabandaktivität kommt zu gegenteiligen Effekten. Die schwere der Depression hat keinen Einfluss auf die Veränderung über die Zeit. Jedoch verändert sich die Gammabandaktivität bei desorganisierten Patienten stärker als bei organisierten Pa- tienten. Des Weiteren existiert eine signifikante Korrelation zwischen der Veränderung des BDI und der Heidelberger Umstrukturierungsskala. Zusammenfassend zeigen die Ergebnisse, dass eine psycho- dynamische Langzeittherapie zu einer inneren Veränderung der Fokuswahrnehmung beitragen kann und dieser Prozess mit der Symptomveränderung zusammenhängt. Ferner ermöglicht die psychodynamische Langzeittherapie, dass negative Ereignisse und Traumata besser in das Selbst integriert werden und somit innere Konflikte aufgelöst werden können.

Zusammenfassung (Englisch)

In den vergangenen Jahren stieg die Anzahl der Studien, die die Wirksamkeit von Psychotherapie mittels neurologischer Messverfahren, wie z.B. fMRT oder EEG, nach weisen (Linden & Thome, 2011). Da- bei konnten für die jeweiligen psychischen Störungen spezifische neuronale Korrelate gefunden werden. Die neuronale Veränderung bei chronisch depressiven Patienten sind zurzeit nur durch die kognitiven Verhaltenstherapie und der achtsamkeitsbasierten Therapie nachgewiesen. Der Effekt von psychoana- lytischer Langzeittherapie auf elektrophysische Parameter sind noch nicht erbracht worden. In dieser Arbeit wird der Datensatz der HanseNeuroPsychoanalyse Studie (HNPS), welcher schon in mehreren Arbeiten (Buchheim et al., eingereicht; Buchheim, Taubner, Fizke & Nolte, 2010; Buchheim, Viviani et al., 2012a, 2012b) veröffentlicht wurde, weiter analysiert. Es wurden 17 chronische depressive Pati- enten und 13 gesunde Personen, die hinsichtlich des Geschlechtes, des Alters und der Bildung ähnlich der Experimentalgruppe sind, in die Studie einbezogen. Die Teilnehmer wurden jeweils vor der psy- chodynamischen Therapie und nach 15 Monaten mittels dem Adult Attachment Projective Picture System (AAP) diagnostiziert. Des Weiteren wurde die elektrophysische Reaktion auf bindungsrelevan- te Stimuli gemessen. Dabei wurden immer die Bilder des AAP mit einem neutralen Satz oder einem persönlichen, welcher durch das Diagnostikinterview zu Beginn der Studie gewonnen wurde, gepaart dargeboten. Die Analyse der LPP Amplitude zeigt, dass Patienten mit einem höheren BDI auch eine größere Veränderung der LPP Amplitude aufweisen. Dieser Effekt zeigt sich nicht zwischen organi- sierten und desorganisierten Patienten. Die Analyse der Gammabandaktivität kommt zu gegenteiligen Effekten. Die schwere der Depression hat keinen Einfluss auf die Veränderung über die Zeit. Jedoch verändert sich die Gammabandaktivität bei desorganisierten Patienten stärker als bei organisierten Pa- tienten. Des Weiteren existiert eine signifikante Korrelation zwischen der Veränderung des BDI und der Heidelberger Umstrukturierungsskala. Zusammenfassend zeigen die Ergebnisse, dass eine psycho- dynamische Langzeittherapie zu einer inneren Veränderung der Fokuswahrnehmung beitragen kann und dieser Prozess mit der Symptomveränderung zusammenhängt. Ferner ermöglicht die psychodynamische Langzeittherapie, dass negative Ereignisse und Traumata besser in das Selbst integriert werden und somit innere Konflikte aufgelöst werden können.