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Title
Wittgenstein und das Mitleid : Eine Anwendung seiner späten Schriften auf Fragen des Mitleids
AuthorSiller, Georg
Thesis advisorKügler, Peter
Published2016
Description180 Seiten
Institutional NoteInnsbruck, Univ., Diss., 2016
Annotation
Arbeit an der Bibliothek noch nicht eingelangt - Daten nicht geprüft
Date of SubmissionDecember 2016
LanguageGerman
Document typeDissertation (PhD)
Keywords (DE)Ludwig Wittgenstein / Mitleid
Keywords (EN)Ludwig Wittgenstein / compassion
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Abstract (German)

Obwohl sich Wittgenstein nicht sehr ausgiebig zum Mitleid geäußert hat, bietet vor allem seine Spätphilosophie einige Impulse zu Fragen des Mitleids an. Es gehörte zu seiner eigenen Methode, nach Ähnlichkeiten zwischen Mustern ganz verschiedener Bereiche wie Sprache, Psychologie oder Mathematik zu suchen eine Anwendung seiner Überlegungen auch über seine expliziten Äußerungen hinaus muss daher nicht eigens gerechtfertigt werden. Als erste Anwendung wird das Prinzip der Familienähnlichkeit für den Begriff „Mitleid“ vorgeschlagen und anhand einer Begriffsanalyse bei Aristoteles, Augustinus und Nietzsche bestätigt. Zweitens wird ausgehend von Wittgensteins sprachanalytischem Expressivismus aufgezeigt, dass es kein Wissen vom eigenen Mitleid als akutem Bewusstseinszustand geben kann. Und drittens wird seine eigene Beschreibung eines unsicheren Mitleids mit dem Aspekt/Bedeutungs-Erleben in Verbindung gebracht und durch die Untersuchung eines irritierten Mitleids bei Bertolt Brecht und Hannah Arendt konkretisiert. Da eine ernstgemeinte Anwendung von Wittgensteins Texten diese zuerst systematisieren muss, eröffnet die vorliegende Arbeit nicht nur neue Blickwinkel zum Mitleid, sondern auch eine breit angelegte Interpretation der „Philosophie der Psychologie“ bei Wittgenstein.

Abstract (English)

Wittgenstein did not express his thoughts on compassion extensively. Although his later philosophy provides numerous considerations regarding various emotions, respectively "psychological verbs". These considerations, however, first need to be applied to the concept of compassion. This task will be attempted in this thesis by first suggesting to apply the principle of family resemblance to the concept of compassion on the basis of an analysis of concepts in the works of Aristotle, Augustine and Nietzsche. Secondly, by starting from Wittgensteins expressivism it will be analyzed to which extent, if at all, a knowledge of ones own compassion as an acute state of consciousness can exist. And thirdly, Wittgensteins description of an insecure compassion will be linked to his own considerations regarding seeing aspects. This will be substantiated and supplemented by employing material by Bertolt Brecht and Hannah Arendt. However, a serious application of the later texts by Wittgenstein requires a systematization first. Therefore, the presented thesis will not only try to open up new perspectives on the topic of compassion, but it will also attempt to offer a wide interpretation of Wittgensteins "Philosophy of Psychology".