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Titelaufnahme

Titel
Die Massenbewegung Crëp de Sela bei Corvara (Dolomiten) und deren geologischen Rahmen / eingereicht von Emanuele Brunello
VerfasserBrunello, Emanuele
GutachterKrainer, Karl
ErschienenInnsbruck : Oktober 2016, 2016
Umfang113 Seiten : 4 Beilagen ; Illustrationen, Diagramme, Karten
HochschulschriftUniversität Innsbruck, Masterarbeit, 2016
Anmerkung
Zusammenfassung in englischer und italienischer Sprache
Datum der AbgabeOktober 2016
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (DE)Geologie / Sella / Corvara / Dolomiten / Massenbewegung / Hangmure / Naturgefahren / Kartierung / Mikrofazies / Paläontologie / Biostratigraphie / Foraminiferen / GIS-Analyse / Ingenieurgeologie / Radiometrische Altersdatierung / Hydrogeologie / Gefahrenzonenplan
Schlagwörter (EN)Geology / Sella / Corvara / Dolomites / Landslide / Hill-slope debris flow / Natural hazards / Mapping / Microfacies / Paleontology / Biostratigraphy / Foraminifera / GIS-analysis / Natural hazards / Engineering geology / Radiometric dating / Hydrogeology / Hazardous areas plan
Schlagwörter (GND)Sellagruppe / Massenbewegung <Geomorphologie> / Mure / Sedimentpetrographie / Mikrofazies
URNurn:nbn:at:at-ubi:1-5037 Persistent Identifier (URN)
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Die Massenbewegung Crëp de Sela bei Corvara (Dolomiten) und deren geologischen Rahmen [17.05 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Der nordöstliche Abhang der Sellagruppe bei Corvara wurde im Jahr 2014 von einer Hangmure betroffen. Mit der vorliegenden Arbeit wurde damit der Hang geologisch untersucht. Die Hauptlithologien im Gebiet sind die St. Cassian-Formation, die Wengen-Formation und der Cassianer Dolomit. Die sedimentpetrographische Analyse im Dünnschliff an der St. Cassian-Formation lieferte der Hinweis für einen marinen Ablagerungsraum im Bereich zwischen tiefen Becken und Riffabhang. Unterschiedliche Foraminiferengattungen der Unterordnungen Textulariina, Fusulinina, Involutinina, Miliolina, Lagenina und Robertinina, sowie einige Algen und Mikroproblematika wurden erkannt. Die Biostratigraphische Analyse zeigte einen normal marinen Salzgehalt, mit verringerter Artenvielfalt im unteren Teil der Sektion, wahrscheinlich wegen verringerter Sauerstoffzufuhr. Analog überwiegen Tonsteinlagen im unteren Teil, und Kalksteinlagen im oberen Bereich des Profils. Die Hangmure, mit einer Fläche von ca. 70.000m2 und eine Tiefe bis zu 10m, rutschte für 250 Höhenmeter talabwärts und verursachte die Bewegung von etwa 70.000m3 Material in zwei Tagen. Das Sediment der Massenbewegung ist sehr weitgestuft und enthält das ganze Spektrum von Korngrößen, wobei der hohe Anteil an Schlammfraktion eine deutliche Plastizität mit breiiger Konsistenz an der Masse verleiht. Das anstehende Gestein der St. Cassian-Formation ist oft verwittert und engständig zerklüftet, was sehr kleine Kluftkörper entspricht. Durch Laborversuche an den Tonsteinlagen, wurde geprüft, dass sie stark verwitterungsanfällig sind. Die Monitoringüberwachung einer Zerrspalte auf dem Hang zeigte eine plötzliche Erweiterung im Sommer 2016. Viele Quellen entspringen am Hangfuß, z.T. mit sehr hoher Mineralisation, und weisen auf die Existenz eines Poren- und wahrscheinlich Kluftwasserleiters am Hang hin. Die Prädisposition für die Massenbewegung wird also von der hohen Zerklüftung und der Verwitterungsanfälligkeit der St. Cassian-Formation und von der Destabilisierung durch tektonische Deformation repräsentiert. Für die Auslösung werden die starke Schneeschmelze und die lange Regenperioden vor dem Ereignis herangezogen. Für ähnliche Gründe entstand im Sommer 2016 eine neue kleinere Hangmure. Schlussendlich wurde einen Vorschlag für die Gefahrenzonenplanung gemacht.

Zusammenfassung (Englisch)

The northeastern slope of the Sella group near Corvara was hit in year 2014 by a hill-slope debris flow (also called debris avalanche). Therefore with the present work a geological investigation of the slope has been carried out. The main lithologies in the area are the St. Cassian formation, the Wengen formation and the Cassian dolomite. A sediment-petrographical analysis was performed on thin sections of the St. Cassian formation resulting in a marine depositional setting, with its depth located between the platform slope and the deep shelf. Different genera of foraminifera belonging to the suborders Textulariina, Fusulinina, Involutinina, Miliolina, Lagenina and Robertinina, as well as some algae and microproblematica have been recognised. The biostratigraphical analysis showed salinity of normal marine marshes, with reduced biodiversity in the lower part of the section, probably due to scarce oxygenation of water. By analogy, the mudstone prevails in the lower part, while limestone layers prevail in the upper part of the profile. The hill-slope debris flow, with a surface of 70,000m2 and a depth up to 10m, moved for 250m downwards, mobilizing about 70,000m3 material within two days. The sediment of the landslide is very well graded and contains the whole range of grain sizes, whereas the high amount of fine particles confers to the mass high plasticity and viscous consistency. The rock of the St. Cassian formation is often weathered and narrowly jointed, matching small block dimensions. Laboratory tests on the mudstone have proved their high susceptibility to weathering. The monitoring of a crack on the slope shows a sudden widening in summer 2016. There are many springs by the foot of the slope, some of which are highly mineralised, suggesting the presence of an intergranular and probably fractured rock aquifere along the slope. The preparatory factors for the landslide are represented by the high joint count and the high affection by weathering of the St. Cassian formation, as well as the destabilisation due to tectonic deformation. The rapid snowmelt and the long rainy period before the event are involved as triggering factors of the landslide. For similar reasons during summer 2016 developed a new smaller hill-slope debris flow. Finally, a plan for the hazardous areas has been proposed.