Zur Seitenansicht
 

Titelaufnahme

Titel
Zusammenhang zwischen Bindungsmustern und internalisierenden sowie externalisierenden Problembereichen bei Jugendlichen mit psychischen Störungen / von Anna Graßmair
VerfasserGraßmair, Anna
Begutachter / BegutachterinnenGander, Manuela
ErschienenInnsbruck, Juni 2016
Umfang99 Blätter : Diagramme
HochschulschriftUniversität Innsbruck, Masterarbeit, 2016
Datum der AbgabeJuni 2016
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (DE)internalisierende Problembereiche / externalisierende Problembereiche / Bindung / Bindungsmuster / Bindungsrepräsentation / Youth Self Report / AAP
Schlagwörter (EN)internalizing problem behaviour / externalizing problem behaviour / attachment / attachment style / attachment representation / Youth Self Report / AAP / internalizing problem behaviour - externalizing problem behaviour - attachment - attachment style - attachment representation - Youth Self Report - AAP
Schlagwörter (GND)Jugend / Psychische Störung / Affektive Bindung / Wissensrepräsentation
URNurn:nbn:at:at-ubi:1-4801 Persistent Identifier (URN)
Zugriffsbeschränkung
 Das Werk ist frei verfügbar
Dateien
Zusammenhang zwischen Bindungsmustern und internalisierenden sowie externalisierenden Problembereichen bei Jugendlichen mit psychischen Störungen [1.58 mb]
Links
Nachweis
Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Hintergrund: Die vorliegende Masterarbeit untersucht Zusammenhängen zwischen unterschiedlichen Dimensionen von Bindungsrepräsentationen bei Jugendlichen und externalisierendem und internalisierendem Problemverhalten. Insbesondere von Interesse für diese Untersuchung sind unverarbeitete, traumatisierende Erlebnisse, die nicht in die das Bindungssystem integriert werden konnten und so zu einer desorganisierten Bindungsrepräsentation führen. Auf diesem Gebiet gab es zwar Untersuchungen mit Kindern und Jugendlichen, allerdings wurden die Zusammenhänge bislang nicht anhand einer klinischen Stichprobe von Jugendlichen überprüft. In erster Linie galt das Interesse den organisierten Bindungsrepräsentationen unsicher vermeidend und unsicher verstrickt, erst später widmeten sich einige Wissenschaftler den desorganisierten Bindungsrepräsentationen (Main & Solomon, 1990). Bislang wurden für die Untersuchung der Zusammenhänge zwischen Bindungsrepräsentation und Problembereichen keine narrativen Instrumente verwendet, daher handelt es sich hier um eine Pilotstudie. Groh, Roisman, van IJzendoorn, Bakermans-Kranenburg & Fearon (2012) sowie Madigan, Atkinson, Laurin & Benoit (2013) fanden bei einer meta-analytischen Untersuchung heraus, dass die Gruppe der desorganisiert gebundenen Kinder zu einem späteren Zeitpunkt ein erhöhtes Risiko für externalisierendes Problemverhalten aufweisen. Zusätzlich ergab die Metastudie von Madigan et al. (2013), dass bei der Verwendung von repräsentationalen Methoden, im Vergleich zu Beobachtungsmethoden, bei Jugendlichen höhere Effektstärken für den Zusammenhang von desorganiserter Bindung und externalisierenden sowie internalisierenden Problembereichen gefunden wurden. Methoden: Zur Erfassung der Bindungsrepräsentationen bei Jugendlichen wurde ein narratives Instrument - das Adult Attachment Projective Picture System (AAP)- verwendet. Dieses Instrument hat gegenüber Bindungsfragebögen, welche sich primär auf bewusste Bindungserfahrungen fokussieren, den Vorteil, dass auch Abwehrmechanismen und unbewusste Mechanismen über die Narrativen der Probanden untersucht werden können. Um die internalisierenden und externalisierenden Problembereiche bei Jugendlichen zu erfassen, wurde der YSR (Youth Self Report), ein Instrument zur Selbstbeurteilung, verwendet. Der YSR unterscheidet neben einer Gesamtskala für auffälliges Problemverhalten weitere drei Skalen: Externale, Internale und Gemischte Probleme. Bei der Stichprobe handelte es sich um eine klinische Stichprobe von insgesamt 44 stationären Jugendlichen zwischen 14 und 18 Jahren. Ergebnisse: Bei der Untersuchung konnte die Annahme, dass Jugendliche mit einer ungelösten Bindungsrepräsentation den Großteil der klinischen Stichprobe bilden, bestätigt werden. Von den insgesamt 44 Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren konnten anhand des AAP 26 Probanden als desorganisiert gebunden klassifiziert werden. In anderen Worten bedeutet das, dass Jugendliche mit psychischen Störungen häufig traumatische, bindungsrelevante Erlebnisse nicht in ein funktionierendes Bindungssystem integrieren konnten. Weitere Ergebnisse weisen darauf hin, daß die Gruppe dieser Jugendlichen, im Vergleich zu den organisiert gebundenen Probanden, insgesamt zu auffälligerem Problemverhalten neigt. Bei genauerer Untersuchung konnten Zusammenhänge zwischen einer erhöhten Anzahl ungelöster Elemente aus dem AAP und erhöhten Werten auf den Problemskalen des YSR gefunden werden. Schlussfolgerung: Die Ergebnisse zeigen, dass bei Jugendlichen mit psychischen Störungen häufig ungelöste Bindungsrepräsentationen zugrunde liegen. Diese Pilotstudie erlaubt die Schlussfolgerung, dass Jugendliche mit einem ungelösten Bindungsmuster häufiger Problemverhalten an den Tag legen, als Jugendliche, bei denen das Bindungsmuster als organisiert klassifiziert werden konnte. Zusätzlich erhöht die Anzahl der Marker für ein ungelöstes Bindungsmuster das Problemverhalten der Jugendlichen. Diese Erkenntnisse weisen auf die Wichtigkeit der Verarbeitung von traumatisierenden und belastenden Erlebnissen aus bindungsrelevanten Situationen hin und unterstreichen die Nützlichkeit der Anwendung von narrativen Instrumenten, wie dem AAP, zur Erfassung von ungelösten Elementen innerhalb der Bindungsrepräsentation von Jugendlichen.

Zusammenfassung (Englisch)

Background: The following master thesis investigates the relationship between attachment representations of teenagers and externalizing and internalizing problems. A special focus of this preliminary study is on attachment-related traumatic experiences, which are not integrated in the attachment system and consequently lead to an unresolved attachment status. Even though there are some studies in children and adults, no study to date has examined this relationship in a clinical adolescent age group. As actually there ar no known investigations in this area using narrative instruments, this thesis can be seen as a pilot study. Groh, Roisman, van IJzendoorn, Bakermans-Kraneburg & Fearon (2012) and Madigan, Atkinson, Laurin & Benoit (2013) found in a meta-analytical study that a desorganized attachment style in children showed an increased risk for externalizing problem behaviour at teen ages. Aditionally the meta-analysis demonstrated higher effect sizes for the relationship between desorganized attachment and externalizing and internalizing problem behaviour using narrative attachment instruments and attachment questionnaires. Interestingly, these results were not found with behavioural methods in childhood. Method: To assess adolescent attachment representations we used a narrative instrument the Adult Attachment Projective Picture System (AAP). Compared to traditional self-report questionnaires of attachment, the narrative techniques can capture unconscious defensive mechanisms by evaluating the narratives of the participants. To capture the problem behaviour, we used the Youth Self Report (YSR), which is a self-report questionnaire reliable and valid for adolescents. The YSR is differentiating between internalizing, externalizing and mixed problems. The sample consisted of 44 adolescent in-patients at the hospital Child and Adolescent Psychiatry. Our results demonstrate that 26 patients were classified with an unresolved attachment pattern according to the classification guidelines of the AAP. Results: The investigation confirmed the hypothesis that teenagers with an unresolved attachment representation are overrepresented in clinical adolescent samples. In other words, teenagers with mental disorders tend to demonstrate attachment-related traumatic experiences in their narratives that cannot be integrated successfully but rather dysregulates their attachment system. Furthermore, the results show that the unresolved attachment group reports more higher scores on problem behaviour compared to the resolved attachment group. A more detailed investigation provides evidence of an association between an increased number of unresolved elements in the narratives of the AAP and increased values on the problem scale of the YSR. Conclusion: The results show that teenagers with psychiatric disorders rather demonstrate an unresolved attachment status. This status seems to be associated with higher levels on of certain problem behaviour in this age group.. Additionally, the number of unresolved trauma markers in the attachment-narratives was related to the problem behaviour of the teenagers. These findings show the importance of attachment-related traumatic material in adolescence that might be significantly related to problem behaviour.

Statistik
Das PDF-Dokument wurde 106 mal heruntergeladen.