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Titelaufnahme

Titel
Das Motiv der Weltflucht in Günter Grass' "Die Blechtrommel" : und seine Tradition / Mag. Carl-Johannes Rokitansky
Weitere Titel
The subject of world withdrawal in Günter Grass' "Die Blechtrommel" ; And its tradition
VerfasserRokitansky, Carl-Johannes
Begutachter / BegutachterinScheichl, Sigurd Paul ; Tanzer, Ulrike
Betreuer / BetreuerinScheichl, Sigurd Paul ; Hackl, Wolfgang
ErschienenInnsbruck, 2016
Umfang176 Blätter
HochschulschriftUniversität Innsbruck, Dissertation, 2016
Anmerkung
Abweichender Titel laut Übersetzung des Verfassers
Datum der AbgabeOktober 2016
SpracheDeutsch
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (DE)Weltflucht / Günter Grass "Die Blechtrommel" / "Beim Häuten der Zwiebel" / Thomas Mann "Doktor Faustus" / Deutschsprachige Literatur des 18./19. Jahrhunderts / Deutschsprachige Literatur des 20. Jahrhunderts
URNurn:nbn:at:at-ubi:1-5395 Persistent Identifier (URN)
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Das Motiv der Weltflucht in Günter Grass' "Die Blechtrommel" [1.04 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

In dem autobiografischen Prosawerk Beim Häuten der Zwiebel (2006) rechtfertigt der 2015 verstorbene Günter Grass seine SS-Vergangenheit mit dem ‚jugendlichen Leichtsinn der frühen Jahre‘. Aus der Sicht eines erinnernden Subjekts wird erzählt, wie aus dem NS-Sympathisanten und Kriegsgefangenen Grass ein Schriftsteller von internationaler Anerkennung wird. Das Buch endet mit der Veröffentlichung der Blechtrommel. Folgt man der Argumentation in Beim Häuten der Zwiebel, so kann die Niederschrift der Blechtrommel als ein Anschreiben gegen die Schuld verstanden werden. Aus dem erinnernden Subjekt, das sich vor der Wirklichkeit in die Fiktion flüchtet, wird in der Blechtrommel ein pikaresker Künstler, der der Welt schon zum Zeitpunkt der Geburt kategorisch entsagt und sich damit jeglicher Verantwortung entzieht. Folglich geht es in der Blechtrommel auch um das Motiv der Weltflucht, auf das ich mich in meiner Arbeit konzentriere und das ich in einen breiten motivgeschichtlichen Kontext bette.

Besonderes Augenmerk verdienen dabei die romantischen Künstlerkonzeptionen, die den Protagonisten im Spannungsfeld von technokratischem Fortschritt, bürgerlicher Ordnung und künstlerischer Freiheit zeigen, gleichzeitig aber Versatzstücke aus dem ursprünglich religiösen Kontext der christlichen Lehre übernehmen. Der Künstler wird zum modernen Einsiedler. Diese Auffassung gipfelt schließlich in Thomas Manns Doktor Faustus-Roman, der dem Leser den Niedergang des modernen Künstlers vor Augen führt. Das Motiv der Weltflucht greift Grass unter parodistischen Vorzeichen auf und leitet damit die Überwindung der Künstler-Bürger-Problematik ein.

Zusammenfassung (Englisch)

The main goal of the dissertation is to show that escapism is linked to the character of artists in novels through literary history. The phenomenon first appears in the romantic epoch, when the artist is no longer dependent on his benefactors. This deliverance from art patronage causes many problems. He now has to justify his

form of art towards the society like it is shown in Tiecks Franz Sternbalds Wanderungen.

Because of the fact that the artist gets no support from society, he

begins to avoid it. The logical consequence is a withdrawal in inwardness and the artist becomes an outcast of society. One of the first modern artists, in which all the problems are combined, is Joseph Berglinger in Wackenroders Herzensergießungen.

In my dissertation I focus on the tradition of world withdrawal. This is shown by analysing works from Thomas Mann as well as from Günter Grass.