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Titelaufnahme

Titel
Der Einfluss von Kausalketten auf die Vorstellung von Agentivität : eine empirische Untersuchung in Anlehnung an die jüngere Forschung zur Sapir-Whorf-Hypothese am Beispiel der Medienberichterstattung zur Skandalbank Hypo Alpe Adria / eingereicht von Linda Prossliner
VerfasserProssliner, Linda
Begutachter / BegutachterinKienpointner, Manfred
Betreuer / BetreuerinKienpointner, Manfred
UmfangX, 265 Blätter : Diagramme
HochschulschriftUniversität Innsbruck, Univ., Masterarbeit, 2016
Datum der AbgabeApril 2016
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (DE)Sapir-Whorf-Hypothese / Agentivität / Agens / Kausalität / Kausalketten / Sapir / Whorf / Lera Boroditsky / Verantwortlichkeit / Schuld / Medienrealität / journalistisches Framing / Rezeptionsmodelle Medienwirkungen / Medienberichterstattung / Medienanthropologie / Ursache / Wirkung / Kausalkonzepte / Handlung / Hypo-Alpe-Adria / Kurzzeitgedächtnis / Scenario Mapping and Focus / Elaboration / Likelihood Model
Schlagwörter (EN)sapir-whorf-hypothesis / agentivity / Agent / causality / causal chains / Sapir / Whorf / Lera Boroditsky / responsibility / blame / media-reality / framing / journalistic framing / media effects / media anthropology / cause / effect / causal concepts / action / Hypo-Alpe-Adria / short Memory / Scenario mapping and Focus / Elaboration
URNurn:nbn:at:at-ubi:1-4789 Persistent Identifier (URN)
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CC-BY-Lizenz (4.0)Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz
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Der Einfluss von Kausalketten auf die Vorstellung von Agentivität [1.76 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Beeinflussen Kausalketten unsere Vorstellung von Agentivität? - Eine konkrete Frage, welche sich in die Teildisziplin der kognitiven Linguistik einordnen lässt. Die jüngste Forschung zur Sapir-Whorf-Hypothese macht es sich zum Ziel, ihre Fragestellungen so präzise als möglich einzugrenzen und die von ihr untersuchten Phänomene nicht mehr ins Licht der zu stark verallgemeinernden Begriffe „Sprache“ und „Denken“ zu stellen, sondern jegliche Abhängigkeitsrelationen unter verschiedensten Blickwinkeln zu betrachten, sowie die beiden Pole „Sprache“ und „Denken“ in ein Kontinuum aus unzähligen Teilbereichen und Facetten zu verwandeln, um in der Folge lediglich zwei, exakt eingegrenzte Teilaspekte miteinander in Verbindung zu bringen und somit präzise und standhafte Ergebnisse formulieren zu können.

Die US-amerikanische Forscherin Lera Boroditsky, eine der bedeutendsten Forscherinnen der Gegenwart, stellt mit ihren Experimenten zur Sapir-Whorf-Hypothese das Paradebeispiel einer Forschung dar, welche versucht, sprachliche Teilaspekte mit den verschiedensten Dimensionen der menschlichen Erfahrung wie Raum, Zeit, Bewegung sowie Kausalität und Verantwortlichkeit miteinander in Beziehung zu setzen und darin vorkommende Beeinflussungsmechanismen zu untersuchen.

Die Wahrnehmung von Verantwortlichkeit, von handelnden Personen, von der Absichtlichkeit ausgeführter Handlungen sowie Fragen der Schuldzuweisung und deren Beeinflussung durch unterschiedlich verwendete Satzmuster sollen den roten Faden dieser gesamten linguistischen Arbeit darstellen. Welche Rolle dabei die Medien mit ihrem gezielten Einsatz diverser Satzmuster und unterschiedlicher Aufmerksamkeitsstrategien einnehmen, soll zudem noch einen wichtigen Platz in dieser Arbeit einnehmen: Medienwirkungsmechanismen, Rezeptionsmodelle, Framing-Effekte, aber auch kognitive Situationsmodelle der Informationsaufnahme bei RezipientInnen sowie einige neurowissenschaftliche Betrachtungen zur Funktion unseres Gedächtnisses sollen die hier diskutierte Fragestellung aus interdisziplinärer Perspektive beleuchten.

Kausalketten stellen auch in der Medienberichterstattung ein beliebtes Mittel dar, um die Aufmerksamkeit der MediennutzerInnen auf bestimmte Ereignisaspekte zu lenken: Kann die Konfrontation mit Kausalketten demnach wirklich dazu führen, dass LeserInnen, beeinflusst durch verschiedene Informationsfilterungsmechanismen, den Fokus Ihrer Aufmerksamkeit weg von der handelnden Person und demnach weg von Konzepten wie Verantwortlichkeit und Schuld setzen? Die Antwort scheint in Anbetracht der klar eingegrenzten Hypothese dieser Arbeit relativ eindeutig zu sein: LeserInnen scheinen bei einer Konfrontation mit Kausalketten stark dazu zu neigen, die für einen Schadensfall verantwortliche Person zu vergessen. Wie das genau abläuft, wird sich auf den folgenden 260 Seiten zeigen.

Zusammenfassung (Englisch)

Do causal chains determine our conception of agentivity? A concrete question, that can be placed into the discipline of cognitive linguistics. The actual research regarding the Sapir-Whorf-hypothesis pursues the objective to define questions regarding the relation between language and thought clearly, not proposing global analyses of whole languages and cultures. In this way, precise defined parts of language can be described as standing in a relation to precise defined aspects of our conceptual system and therefore we are able to frame stable conclusions regarding the realtion between certain aspects of language and those aspects of thought, on which the present study is focused. The us-american scientist and psychologist and Associate Prof. Lera Boroditsky can be regarded as a good example for the experimental methods of the actual research on the Sapir-Whorf-Hypothesis. In many of her studys, she focused the relation between linguistic framing and our conception of agentivity, guilt or blame. All these studys were have been taken as example for the study presented in this paper.

Can the reading of causal chains influence our conception of agentivity? The present paper presents a study in which a corpus of nearly one hundread authentic phrases of austrian and german online versions of newspapers were analysed, opposing sentences following the classical agens-actor-goal-scheme to causal chains. The argument all the sentences had in common were the scandals caused by Hypo-Alpe-Adria, an austrian bank, who became famous in medias because of its intense involving in financial scandals. The central research question of this master thesis was: Could readers of causal chains really react to such syntactic structures by not mentioning the agent in their answers? The following 260 pages will present all the relevant facts trying to answer to this question.