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Title
Ethnoregionale Parteien und mehrdimensionaler Wettbewerb : eine Analyse von Parteistrategien in Südtirol und dem Baskenland / eingereicht von Matthias Scantamburlo
Additional Titles
Ethnoregionalist Parties and Multidimensional Competition
AuthorScantamburlo, Matthias
CensorPallaver, Günther ; Karlhofer, Ferdinand
Thesis advisorPallaver, Günther ; Piattoni, Simona ; Gómez Fortes, Braulio
PublishedInnsbruck, September 2016
DescriptionVIII, 197 Blätter : Illustrationen
Institutional NoteUniversität Innsbruck, Univ., Dissertation, 2016
Annotation
Kurzfassung in deutscher und englischer und Sprache
Abweichender Titel laut Übersetzung des Verfassers
Kumulative Dissertation aus fünf Artikeln
Date of SubmissionSeptember 2016
LanguageGerman ; Italian ; English
Document typeDissertation (PhD)
Keywords (DE)Ethnoregionale Parteien / Parteienwettbewerb / Südtirol / Baskenland / Parteistrategien / Regionalismus / Sezession / Autonomie / Territoriale Identität / Selbstbestimmung / Nationalismus / Minderheiten / Europäische Union / Politische Parteien / Multi-Level-Governance / Regional Manifestos Project / Wahlprogramme / Quantitative Inhaltsanalyse / Komparative Politikwissenschaft
Keywords (GND)Partei / Nationale Minderheit / Regionalismus / Parteienwettbewerb / Mehrdimensionalität / Südtirol / Baskenland / Partei / Strategie / Internationaler Vergleich
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Abstract (German)

Diese kumulative Dissertation trägt zur Debatte über das Verhalten ethnoregionaler Parteien im mehrdimensionalen Wettbewerb bei. Ausgehend von Theorien des Parteienwettbewerbs in multinationalen Staaten und anhand einer quantitativen sowie qualitativen Analyse ihrer Wahlprogramme fokussiert sich die Arbeit empirisch auf die Strategien ethnoregionaler Parteien in Südtirol und dem Baskenland. Sie geht dabei der Frage nach welche Strategien ethnoregionale Parteien im mehrdimensionalen Raum verfolgen und unter welchen Umständen sich ihre Strategien wandeln. Sie bestätigt dabei die These, dass ethnoregionale Parteien keine Nischenparteien sind, die sich nur auf die periphere Mobilisierung konzentrieren, sondern dass sie erfolgreich über die territoriale Konfliktlinie hinaus strategisch agieren. Die Dissertation setzt sich aus folgenden fünf Artikeln zusammen:

ARTIKEL 1 analysiert die Landtagswahlen 2013 in Südtirol, bei denen die SVP zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg ihre absolute Mehrheit an Mandaten verlor. In Zusammenhang mit der Analyse des Wahlergebnisses untersucht der Artikel die Auswirkung der Wahl auf das politische System der Autonomie. Der Stimmengewinn sezessionistischer Parteien in der deutschen Wahlarena und der allgemeine Stimmenrückgang in der italienischen Wahlarena haben dabei zu einer Asymmetrie des konkordanzdemokratischen Systems geführt. Dieses ist in der deutschen Wahlarena von einem zentrifugalen Wahlverhalten sowie einer zunehmend ablehnenden Haltung der Parteien in Bezug zur Autonomie gekennzeichnet.

ARTIKEL 2 untersucht den Parteienwettbewerb in der deutschen intra-ethnischen Wahlarena Südtirols. Anhand einer strategischen Perspektive zur Selbstbestimmung und einer quantitativen Analyse der Wahlprogramme von 1993-2013 werden dazu die Strategien der ethnoregionalen Parteien auf der territorialen und europäischen Dimension des Wettbewerbs exploriert. Der Beitrag zeigt, dass ethnoregionale Parteien sich nicht nur auf mehreren Dimensionen positionieren, sondern auch die Dimensionalität des Wettbewerbs beeinflussen, indem sie mit bestimmten Dimensionen verbundene Issues neu formulieren. Obwohl sich der Wettbewerb radikalisiert, stellt die SVP den ethnischen Themen der Sezessionisten funktionale Issues entgegen und europäisiert ihren territorialen Diskurs. Diesem antwortet die Opposition mit zunehmenden Euroskeptizismus.

ARTIKEL 3 analysiert den Parteienwettbewerb im Baskenland von 1980-2012. Es werden darin acht Hypothesen zu multidimensionalen Parteiestrategien in den spanischen Autonomen Regionen getestet. Der Beitrag dient als vergleichende Fallstudie zum zweiten Artikel, wobei neben der territorialen auch die ökonomische Dimension im Zentrum der Analyse steht und im Gegensatz zu Südtirol staatsweite Parteien mit ethnoregionale Parteien konkurrieren. In Bezug auf die Fragestellung der Dissertation zeigt der Beitrag auf, dass sich die baskische PNV aufgrund des Wettbewerbs mit der sozialistischen Partei in Richtung Mäßigung der territorialen Position bewegt und im Gegensatz zur patriotischen Linken vor allem auch ökonomische Themen akzentuiert. Der Artikel analysiert im Anschluss auch Mehrebenenstrategien und die sprachliche Variable.

ARTIKEL 4 kombiniert zwei Artikel zum Einfluss Europas auf die SVP und die Mehrebenenstrategien der Südtiroler Parteien bei der Europawahl 2014. Der theoretischen Differenzierung zwischen direkter und indirekter Europäisierung folgt im ersten Teil eine Analyse des EU-Einflusses auf die Programmatik und Strategie der SVP von 1979-2013. Die SVP hat sich aufgrund der EU als Gelegenheitsstruktur zu einer europhilen Partei entwickelt. Während die SVP auf Landesebene als „Themeneigner“ des europäischen Issue zählt, zeigt Teil zwei, dass sie ihr Wahlprogramm bei Europawahlen am wenigsten europäisiert. Während die staatsweiten Parteien nur die ökonomische Konfliktlinie betonen, konkurrieren die ethnoregionalen Partien auf der europäischen.

ARTIKEL 5 geht der Frage nach, ob ethnoregionale Parteien in Spanien, Italien und Großbritannien Themen der demokratischen Regeneration im Zuge des politischen Vertrauensverlusts und der populistischen Protestwelle nach der europäischen Wirtschaftskrise verstärkt im Wettbewerb benützen. Nach einer Darstellung des Wandels von Parteisystemen und des Aufkommens neuer Parteien, präsentiert der Artikel strategische Optionen in Bezug zur neuen Politik. Anhand einer quantitativen Analyse der Wahlprogramme zeigt der empirische Teil eine insgesamt klare Tendenz hin zu einer verstärkten Betonung von Themen der demokratischen Regeneration im zeitlichen Längsschnitt. Die detaillierte Analyse der einzelnen Kontexte beweist die strategische Kapazität ethnoregionaler Parteien sich an das kompetitive Umfeld anzupassen sowie den verstärkten Einfluss neuer Politikthemen auf regionaler Ebene.

Abstract (English)

This Dissertation contributes to the debate about ethnoregionalist party behaviour in multidimensional competition. Starting from theories of party competition in multinational democracies and through a quantitative and qualitative analysis of their manifestos, the contribuion focuses on the strategies of ethnoregionalist parties in in South Tyrol and the Basque Country. It asks the question, which strategies ethnoregionalist parties use in comptition and under which circumstances they change this strategies. Thereby it contests the thesis that ethnoregionalist parties are niche parties, which only mobilise along a limited set of territorial issues. It shows that those parties successfully strategize beyond the ethnoterritorrial cleavage.