Titelaufnahme

Titel
Die rechtliche Qualifikation einer medikamentösen Sedation in Alten- und Pflegeheimen im Lichte der Schweizer, Österreichischen und Deutschen Rechtslage / vorgelegt von Marco Frick
VerfasserFrick, Marco
Begutachter / BegutachterinGanner, Michael ; Markl, Christian
GutachterGanner, Michael ; Markl, Christian
Erschienen2014
Umfang655 S. : graph. Darst.
HochschulschriftInnsbruck, Univ., Diss., 2014
Datum der AbgabeJuli 2014
SpracheDeutsch
Bibl. ReferenzOeBB
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (DE)Medikamentöse Sedation / Alten- und Pflegeheime / Heimaufenthaltsgesetz / Freiheitsbeschränkung / Freiheitsentziehung / Freiheitsentziehende Maßnahme / Unterbringungsähnliche Maßnahme / Medikamentenverabreichung / Medizinische Maßnahme / Medizinrecht / Grundrecht auf körperliche Bewegungsfreiheit / Persönliche Freiheit / Menschenwürde / Selbstbestimmungsrecht / Bewegungsbeschränkung / Fürsorgerische Freiheitsentziehung / Unterbringungsrecht / Schweizer Erwachsenenschutzrecht
Schlagwörter (EN)drug sedation / retirement and nursing homes / Nursing Home Residence Act / restriction of liberty / custodial measure / commitment-like measure / limitation of freedom / drug administration / medical measure / Medical Law / Fundamental Right to freedom of movement / personal freedom / human dignity / right to self-determination / commitment law / limitation of movement / forced internment / Swiss Adult Protection Law
Schlagwörter (GND)Österreich / Schweiz / Deutschland / Gesundheitsrecht / Unterbringungsrecht / Arzneiverordnung / Freiheitsentziehung / Erwachsenenschutzrecht / Rechtsvergleich
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Die vorliegende wissenschaftliche Untersuchung befasst sich im Kern mit der rechtlichen Qualifikation einer Ruhigstellung durch medikamentöse Maßnahmen im Rechtsvergleich zwischen der Schweiz, Österreich und Deutschland, örtlich beschränkt auf Alten- und Pflegeheime. Aus § 3 Abs. 1 HeimAufG ist ersichtlich, dass in Österreich Medikamente als potentielles physisches Mittel zur Verwirklichung einer Freiheitsbeschränkung eines Bewohners eines Alten- und Pflegeheims ausdrücklich anerkannt sind. Unstrittig lässt sich diese Aussage auch für Deutschland treffen, denn in § 1906 Abs. 4 BGB werden Medikamente als ein mögliches Mittel zur Verwirklichung einer tatbestandlichen freiheitsentziehenden bzw. unterbringungsähnlichen Maßnahme expressis verbis angeführt. Zentrale rechtsrelevante Fragestellung, die in meiner Dissertation eine vertiefende Betrachtung erfährt, ist mithin, wann exakt die Verabreichung eines Medikaments (als medizinische Maßnahme) zugleich eine medikamentöse Freiheitsbeschränkung (im Sinn des § 3 Abs. 1 HeimAufG) bzw. eine freiheitsentziehende/unterbringungsähnliche Maßnahme (im Sinn des § 1906 Abs. 4 BGB) begründet. Abweichend präsentiert sich hingegen das neue Schweizer Erwachsenenschutzrecht (in-Kraft seit 1.1.2013), weshalb auch die Entstehungsgeschichte und die wesentlichen Grundlagen desselben sowie die damit verfolgten Ziele und Zwecke beleuchtet werden, um die Schweizer Lösung dieser Thematik besser nachvollziehbar zu machen. Darüber hinaus werden die allgemeinen medizinrechtlichen Voraussetzungen einer jeden medizinischen Maßnahme/Behandlung, das Unterbringungsrecht sowie insb auch das Grundrecht auf körperliche Bewegungsfreiheit als Teilbereich der persönlichen Freiheit in der Schweiz, Österreich und Deutschland eingehend erörtert.

Zusammenfassung (Englisch)

The present scientific study at its core addresses the legal qualification of drug sedation comparing the legal situation in Switzerland, Austria and Germany, locally limited to retirement and nursing homes. It is apparent from § 3 par. 1 of the HeimAufG that in Austria drugs as potential physical means to attain a restriction of liberty of an occupant of a retirement and nursing home are expressly recognised. It is uncontested that the same statement can also be made for Germany, for in § 1906 par. 4 of the BGB (German Civil Code) drugs as potential means to attain custodial measures or, respectively, commitment-like measures as provided for by this provision are expressis verbis mentioned. Central legal question that is examined in detail in my doctoral thesis is therefore the question when exactly the administration of a drug (as medical measure) constitutes a limitation of freedom by application of drugs (in the sense of § 3 par. 1 of the HeimAufG) or, respectively, a custodial / commitment-like measure (in the sense of § 1906 par. 4 of the BGB) at the same time. The new Swiss Adult Protection Law (effective since 01-01-2013) however presents itself differently from that wherefore the history of its origins and the fundamental principles of such as well as the objectives and purpose pursued shall be examined in depth by me to improve the comprehensibility of the Swiss solution of this problem more traceable. Furthermore, the general requirements under Medical Law of each medical measure / treatment applicable in Switzerland, Austria and Germany shall be dealt with in detail. The commitment law shall equally be explored in the course of my thesis. In view of this, the Fundamental Right to freedom of movement as part of the personal freedom on an international, European as well as national level (Switzerland, Austria, Germany) will be dealt with in detail.