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Titelaufnahme

Titel
Besiedlungsmuster dreier Gletschervorfelder in den Ötztaler Alpen / vorgelegt von Andrea Danler
VerfasserDanler, Andrea
GutachterErschbamer, Brigitta
ErschienenInnsbruck, Juni 2016
Umfang83 Seiten : 4 Faltkarten ; Illustrationen
HochschulschriftUniversität Innsbruck, Masterarbeit, 2016
Anmerkung
Kurzfassung in deutscher und englischer Sprache
Datum der AbgabeJuni 2016
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (DE)Gletschervorfeld / Primärsukzession / Vegetationsmuster
Schlagwörter (EN)glacier foreland / primary succession / vegetation pattern
Schlagwörter (GND)Ötztaler Alpen / Gletschervorfeld / Sukzession
URNurn:nbn:at:at-ubi:1-4438 Persistent Identifier (URN)
Zugriffsbeschränkung
 Das Werk ist frei verfügbar
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Besiedlungsmuster dreier Gletschervorfelder in den Ötztaler Alpen [5.98 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Gletscherrückzug wird in den Ötztaler Alpen seit Langem beobachtet und dokumentiert. Auch die Primärsukzession von Gletschervorfeldern war in der Vergangenheit vielfach und weltweit Forschungsthema. Das Ziel meiner Masterarbeit war es, die Primärsukzession dreier Gletschervorfelder zu untersuchen. Eine lückenlose Erfassung aller vorkommenden Gesellschaften war hier nicht von Priorität, vielmehr sollte die Entwicklung entlang der Chronosequenz erfasst werden. Gestörte Flächen wurden nicht untersucht. Neben diesem Aspekt stand der Vergleich zweier Vorfelder mit demselben geologischem Untergrund (Kalk und Silikat) mit einem nur aus Silikat aufgebauten Vorfeld im Vordergrund.

Drei benachbarte Gletschervorfelder in den Ötztaler Alpen mit ähnlicher Größe und Ausdehnung wurden ausgewählt: Gaisbergtal, Rotmoostal und Langtal. In jedem der Täler wurden entlang der Chronosequenz 100 Vegetationsaufnahmen (3x3 m) durchgeführt. Zudem wurden Parameter wie Meereshöhe [m über NN], Neigung [gon], maximale Wuchshöhe [cm], durchschnittliche Wuchshöhe [cm], Gesamtdeckung [%], Deckung der krautigen Pflanzen, Deckung der Moose und Flechten [%] und der Boden pH-Wert bestimmt. Mithilfe von GPS-Daten und Gletscherrückzugskarten wurde zudem ermittelt, wie lange die Fläche bereits eisfrei ist. Die erhobenen Daten wurden mit Hilfe des Programms TWINSPAN klassifiziert. Die Verdeutlichung der Korrelation zwischen Standortsfaktoren und Pflanzenarten bzw. gesellschaften wurde mit Ordinationen (multivariater Statistik) durchgeführt.

In den untersuchten Gletschervorfeldern konnten verschiedene Sukzessionsstadien unterschieden werden: Pionierstadien, Folgestadien und Initialrasen. Im Rotmoostal sowie im Gaisbergtal lässt sich ein artenarmes von einem artenreichen Pionierstadium trennen. Im Rotmoostal und im Langtal sind die Initialrasen der orographisch linken und rechten Talseite unterschiedlich ausgeprägt. Eine syntaxonomische Zuordnung in Gesellschaften war nicht möglich. Die verschiedenen Sukzessionsstadien ordnen sich entlang eines Zeitgradienten an.

Die Stadien im Gaisberg- und Rotmoostal unterscheiden sich in ihrer Artenzusammensetzung und abundanz deutlich von denen im Langtal. Der Grund für die unterschiedliche Artenzusammensetzung in den Tälern ist die Geologie. Während Gaisberg- und Rotmoostal sowohl vom Schneeberg-Komplex als auch vom Ötztal-Stubai-Komplex beeinflusst werden, was zu einer Vermischung von Kalk und Silikat in den beiden Tälern führt, wird das Langtal nur vom Ötztal-Stubai-Komplex bestimmt, der aus Silikaten aufgebaut ist und zu saurer Bodenbildung führt.

Zusammenfassung (Englisch)

Primary succession in glacier forelands acted worldwide and multiple as research topic. The glacier retreat in the Ötztal Alps has been observed and well documented since a long time. The aim of my thesis was to investigate primary succession of three glacier forelands. The investigation has focused on the development along the chronosequence rather than on the recording of all occurring communities. Disturbed areas have not been studied. Two glacier forelands with similar bedrock (calcareous and siliceous rocks intermingled) were compared to one on siliceous bedrock.

Three adjacent glacier forelands in the Ötztal Alps with similar size and extent were selected: Gaisbergtal, Rotmoostal and Langtal. In each of the valleys 100 relevés (3x3 m) were performed along the chronosequences. In addition, parameters such as altitude [m above sea level] inclination [gon], maximum height [cm], average height [cm], total coverage [%], coverage of herbaceous plants, coverage of mosses and lichens [%] and the soil pH were determined. The period since deglacistion was identified by means of GPS data and glacier retreat maps. Data were analyzed by means of TWINSPAN-classification. The clarification of the correlation between site factors and plant species or associations was conducted with ordinations (multivariate statistics).

On the investigated glacier forelands different successional stages were distinguished: pioneer stages, early successional stages and initial grasslands. The pioneer stage at Rotmoostal and Gaisbergtal can be divided in a species-poor and a species-rich one. At Rotmoostal and Langtal the initial grasslands from the orographic left and right sides of the valley were remarkably different. A syntaxonomic assignment to species associations was not possible. The different successional stages arranged along the time gradient.

The successional stages in Gaisberg- and Rotmoostal differ significantly from those at Langtal ragarding species composition and abundance. This can be explained by the different geology. While Gaisberg- and Rotmoostal are both influenced by the Schneeberg-complex and the ÖtztalStubai-complex, resulting in a mixture of limstone and silicate in the two valleys, the Langtal is determined only by the Ötztal-Stubai complex, which is composed of silicates and leads to acidic soil formation.